Full text: Vergleichend-morphologische Untersuchungen über die Blattformen der Ranunculaceen und Umbelliferen

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L. Archaagelica Bchb. und Melanoselinum decipiens TToffm. zeigen 
in gleicherweise wie Thaspium, Angelica und Archangelica die weiteren 
Abgliederungsprocesse auf verschiedenen Stufen. Eisweilen ist auch 
die Entstehung unterer Kreuzblättchen wie bei Turgenia zu bemerken. 
In den meist noch an der betr. Hauptrippe herablaufenden Blättchen 
basen ist auf die eigenthümliche Nervenvertheilung hinzuweisen, die 
zwischen paralleler und fiederiger Stellung die Mitte hält. Je mehr 
sich der Blättchengrund keilförmig zuspitzt, um so näher rücken die 
Nerven zusammen und an den Ursprung der Hauptrippe des Blätt 
chens heran. 
Verfolgen wir die weitere Stufenfolge der Blättclientheilung! 
L. hispidum Bieb. mit einem besonders reich gegliederten Folium lässt 
die bei den bisher erwähnten Arten nicht sehr grossen, ungleichen 
Bandzähne der Blättchen tiefer in die Lamina eingreifen, so dass 
fiederspaltige Blättchen resultiren: Coniumtypus. L. prutenicum L. 
besitzt tief fiederspaltige Blättchen mit linealen, ganzrandigen Zipfeln: 
Silaus und manche Peucedanumformen. Am Ende der Beihe treten 
Arten mit breit linealen, ganzrandigen Zipfeln auf, welch letztere 
sich zu Blättchen isolirt haben, theilweise, aber immerhin seltener, 
auch wohl noch durch schmale Säume an ihrer Ursprungsspindel 
herablaufen: L. peucedanoides und Siler. Hie Breite der Blättchen 
ist bei L. Siler grossen Schwankungen unterworfen: die einen Exem 
plare besitzen lineale, andere dagegen breit elliptisch-lanzettliche, 
etwa wie Paeonia offic.. Bedeutend kleinere und breitere, ganz- 
randige Blättchen hat L. siculum Spr.. Durch Nervatur und Form 
erinnert es an einzelne, einfach gefiederte Blätter der Heteromorpha. 
Auch bei L. asperum kommen einfache, ganzrandige Blättchen manch 
mal in den oberen Theilen des Stengels vor und zwar in der Drei 
zahl auf einer ansehnlichen Scheide sitzend. Die Mittelrippe der 
beiden Seitenblättchen verläuft auf der Aussenseite ein Stück weit 
ohne begleitende Spreite, also nach Art eines Stieles, während sie 
auf der correspondirenden Innenseite von Anfang an von der sich 
allmählich verbreiternden Lamina umsäumt ist. Wie bei den sich 
oft nur auf einer Seite abgliedernden Blättchen der Zizia cordata 
u. a., so ist auch hier an der Aussenseite die büschelförmige Aus 
breitung der Nerven von dem Ursprungsorte der Laminarverbreiterung 
aus zu bemerken, während die Stränge innen in bestimmten Ab 
ständen von einander die Mittelrippe verlassen. Wir erkennen aus 
der Thatsache, dass die Stiele der Seitenblättchen auf der Innenseite 
wie der des Mittelblättchens beiderseits von Laminarsäumen begleitet 
sind, einen Hinweis auf die bei noch höher stehenden Blättern 
erfolgende Verschmelzung der Blättchen. 
sitzt wie hier. Die Primärblätter von Siler erinnern durch ihre einfache tief ge 
lappte Form an Sanicula. Gerade diese Gestalt ist hei den ersten Blättern einer 
grossen Zahl von Umbelliferen besonders oft anzutreffen.
	        

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