Full text: Vergleichend-morphologische Untersuchungen über die Blattformen der Ranunculaceen und Umbelliferen

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schnitte greifen tiefer in die Blattfläche ein als beim zweiten Blatte; 
beim vierten Blatte sind sie annähernd so tief, dass man von drei 
selbständigen Blättchen sprechen kann. Die Verlängerung des ganzen 
Blattes ist hier eine entsprechend grössere geworden, der Stiel des 
mittleren Blättchens ist noch von einem deutlichen, ganzrandigen 
Flügelsaume begleitet, der dasselbe mit seinen Schwesterblättchen 
verbindet. Die primären Einschnitte des Mittelblättchens (secundäre 
Einschnitte des Gesammtblattes) greifen bereits tiefer ein als die 
primären Einschnitte der Seitenblättchen. Das folgende Folium zeigt 
die völlige Abtrennung des untersten Blättchenpaares, das Mittel 
blättchen ist auf demselben Theilungsstadium angelangt, auf dem das 
Gesammtblatt bei Nr. 3 war. Die Zahl der auf diese Weise im 
weiteren Verlaufe der Blattentwickelung abgegliederten Blättchen 
paare bleibt eine beschränkte, bei C. sativum L. meist nur 2—3, bei 
Bif. radians M. B. können es etwas mehr sein. Während bei C. tordy- 
lioides Boiss. die Gestalt der Blättchen am Stengel von unten bis 
oben ziemlich gleich bleibt, tritt dagegen an den Stengelblättern von 
C. sativum und Bifora eine feinere Zertheilung der Blättchen ein, 
ähnlich wie bei Cuminum und Trepocarpus. Die zugleich damit bei 
diesen oberen Blättern einsetzende Umrissverhreiterung des Gesammt- 
blattes bewirkt auch die Aehnlichkeit derselben mit den Blattformen 
einiger Caucalisarten. 
Exoacantha. In E. heterophyllaLabill. lernen wir eine eigen- 
thümliche Wüstenpflanze kennen, die in mehrfacher Hinsicht an 
Echinophora, Pycnocycla und Eryngium erinnert. Die unteren Blätter 
sind einfach unpaar gefiedert, wie Pycnocycla mit wenigen Fieder 
paaren. Sie kommen ziemlich überein mit den Grundhlättern von 
Coriandrum. Die Blättchen verlängern sich an den oberen Foliis ausser 
ordentlich, ihre seitlichen Zipfel verschwinden. So entstehen Formen, 
welche sich mit den hei Orl. grandiflora (s. pag. 62) ausnahmsweise auf 
tretenden einfach gefiederten Blättern sehr gut vergleichen lassen. 
Die Stengelblätter haben eine feine Spitze, zeigen aber noch krautigen 
Charakter. Anders die Folia der Hülle und des Hüllchens, welche 
wie die Zipfel der Echinophora spinosa - Blätter ein dickes, starres, 
lineales Gebilde darstellen. 
Laserpitium und Verw.. Dem feinen Meumblatte derArtedia 
sind die bedeutend grösseren des Elaeoselinum meoides Koch und 
der Thapsia Asclepium L. ähnlich. Weniger tief eingeschnitten, im 
Uehrigen den Vorigen gleichend, sind die Blätter der Margotia laser- 
pitioides Boiss.. Zwischen beiden hält das reich geteilte L. hirsutum 
Lam. etwa die Mitte. Letzteres hat besonders kleine Foliola, die 
meisten Genusgenossen aber besitzen weniger stark getheilte Blätter 
mit bedeutend grösseren Einzelblättchen. Charakteristisch ist für 
L. asperum Cr. ein einfaches, am Bande mit gleichgrossen Kerbzähnen 
versehenes Blättchen, also ähnlich wie Thaspium und Eryng. alpinum. 
Neben dieses tritt das gefingert-lappige des L. aquilegifolium Murr. 1 ) 
(Sanikeltypus). 
1) An dieses Blatt soliliesst sich, aufs engste Siler trilobum an, das in seiner 
ongeren Verwandtschaft nicht so gute Anknüpfungspunkte für die Blattform be-
	        

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