Full text: Hauskalender für den Kreis Plön (1912)

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Kirchenpropst Beckmann. 
Zu den im Kreise Plön bekanntesten 
und beliebtesten Persönlichkeiten, die im 
Jahre 1911 heimgegangen sind, gehört der 
Hauptpastor Beckmann in Schön- 
berg, Kirchenpropst der Propstei Plön, 
dessen Gedächtnis festzuhalten, Wort und 
Bild dienen sollen. 
In der alten Landesseste Rendsburg, 
wo sein Vater als Lehrer und Rektor 
wirkte, ist Hartwig Johannes Theodor 
Beckmann am 15. No 
vember 1840 geboren. 
Erst siebenzehnjährig, 
ging er auf die Uni 
versität, um Theologie 
zu studieren, und zwar 
in Kiel und Tübingen. 
Nachdem erOsternI 865 
das theologische Amts 
examen gemacht hatte, 
wurde er a»> 2. No- 
vemberdesselbenJahres 
kommissarisch und am 
26. Juli 1866 end 
gültig als 4. Kollabo 
rator am Realgymna 
sium seiner Vaterstadt 
angestellt. Der Lehrer 
beruf war ihm von 
Herzen lieb, und er 
hat die Vorliebe für 
Unterricht und Schule 
immer festgehalten und 
betätigt, sei es als langjähriger Orts- und 
Kreisschuliuspcktor, sei es, daß er mit 
seltener Selbstlosigkeit neben den eigenen 
Kindern begabte Knaben aus seinen Ge 
meinden ausbildete oder für höhere Schulen 
vorbereitete. 
Schon am 9. August.1868 wurde er 
zum Pastor in Westensee gewählt und 
am 9. September für dieses Amt ordiniert. 
Die elf Jahre, welche er dort unit den 
Seinen verlebt hat, haben ein festes und 
dauerndes Baud zwischen ihm und dieser 
Gemeinde geknüpft. Nicht minder ver 
wachsen war er mit seiner zweiten Gemeinde 
Schön berg, die ihn am 28. September 
1879 zu ihrem Hauptpastor gewühlt hatte. 
Am 27. März 1894 wurde ihm auch die 
Verwaltung der Propstei Plön über 
tragen. Es war ein volles Maß von 
Arbeit, das mit diesen übernommenen 
Aemtern auf die rüstigen Schultern des 
tüchtigen und arbeitsfrohen Mannes gelegt 
war. Die Liebe und Verehrung, die er als 
treuer Seelsorger bei seiner Gemeinde und 
als weitherziger Vor- 
gesetzter seiner Pastoren 
genoß, die Wertschätz 
ung, die alle feiner 
Aufsicht unterstellten 
Lehrer ihm zollten, die 
Achtung und das Vcr- 
trauen, das die von 
ihm vertretenen Be 
hörden ihm schenkten, 
zuletzt und nicht zum 
wenigsten das Glück, 
das ihm Gott mit 
einer großen Familie 
und treuen Verwandten 
bescheert hatte, machteu 
ihm seine Last leicht. 
Der Tod seiner heiß 
geliebten Frau vor 
einigen Jahren war 
der erste Schlag, der 
seine Kraft erschütterte, 
ein Augen- und Herz 
leiden taten das ihre So mußte der lln- 
ermüdliche seine Tätigkeit etwas einschiänken. 
Er gab seine Kreisschulinspektion in, Früh 
jahr 1910 bei Neuordnung der Jnspekiions- 
verhältuisse ab. Dabei wurde er für seine 
treue und umsichtige Führung dieses Amtes 
mit dem Roten Adlcrorden dritter Klasse 
ausgezeichnet, der ihm bei Gelegenheit der 
Spezial-Kirchenvisitatiou in Plön durch den 
Landrat überreicht wurde. 
Am 12. Juli 1911 leitete Propst Beck 
mann noch mit gewohnter Frische und 
Umsicht die Plöner Propsteiiynode. Die 
dem Heimgegangenen Näherstehenden merkten
	        

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