Full text: Hauskalender für den Kreis Plön (1915)

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Bismarck zu Friedrichsruh, unter den rau 
schenden Eichen des Sachsenwaldes. 
Für meine Kinder und Kindeskindcr habe 
ich sie aufgezeichnet und sie gelegentlich 
mündlich erzählt. Mögen jetzt, zu einer 
Zeit, wo das ganze deutsche Volk durch 
frevelhaften Angriff von Feinden im Osten 
und Westen und jenseits des Meeres auf 
gerufen ist, um mit dem Blute seiner Söhne 
das Lebensiverk Bismarcks zu verteidigen, 
die anspruchslosen Blätter ins Land hin 
ausflattern ! 
Kiel, den 12. August 1914. 
vc Schallcniog. 
Von Johannes Kruse. 
öln is de Ole dormit lang, 
Nu is he dot. Gott Lov und Dank. 
Blot uns to Last, blot uns förn Fot, 
Gott Lov, nu is he endli dot, 
He weer jo old, he weer jo op...." 
De Fru uück lise mit den Kopp. 
Frieg Mars rasch ut de Kamer stark: 
„Ick gah mau und bestell dat Sark, 
Je ehr, je beter an de Sit, 
De Liken wahrt ni in diss Tid". 
Und ehr dat dreemal Abend weer, 
Da bröchen se ein in de Eer — 
Un baben, wo in'n Sünnenschin 
Vergnügt de Hahn von'n Karktorm grien, 
Dor sacken se em in de Kühl, 
De swart ut Gras un Blomen schuul. 
De Paster snack twee lang, twee breed, 
Vun't Handsla'n keem he ganz in Sweed. 
„Wohlauf, wohlan! — zum letzten Gang!" 
Un noch eenmal Gebet, Gesang. 
Un dennso smeeten vun de Kant 
Se in de Deep dree Schüfeln Saud — 
Un „Gott sei Dank!" un all Mann hoch 
to't „Fellversupen" in den Krog. 
Frieg Mars, de harr de grötste Hast: 
„Man to! — De Ol liggt wiß un fast". 
* * 
* 
Des Abends lat, in'n Maandenschin, 
Vergnügt de Hahn vun'n Karktorm grien, 
Do kümmt Frieg Mars ut't Wirtshus rut, 
De Annern sünd all lang vaerut. 
Em weer so düsig in den Kopp, 
He tummelt längs den Karkhof rop. 
yjiit eenmal kümmt he steil un hoch — 
In'n Maaudschin kümmt em wat int Oog: 
Een Likentog. Een Sarg vaerop, 
Un een Gefolge, Kopp an Kopp. 
Wa leiri! Dat makt garkeen Lärm — 
Em ward dat kold, em ward dat warm, 
So lis' as Windweihn in de Saat 
De Folgers em vaerräwer gaht: 
De Mannslüd all in Lakensröck 
Un in de Hann de Sünndagsstöck, 
Un achter ut de Rockenslitz 
Kikt alle Mann de Pipenspitz. 
De Frunslüd, all in'n Truerstaat, 
De mitten Dök to't Weenen p'rat, 
Un achter't Sark geiht stramm un stiw, 
Den Kopp vaerdal — sin eegen Wiw. .. 
De Annern sünd sin Nawerslüd. — 
He stecht un weet ni, wat't bedüd't, 
He steiht un kikt, he steiht un kikt — 
Dor's Een, de just sin Pip anstickt, 
He fragt und bewt: „Na, Naiver, segg, 
'Keen bringt Ji dor all wedder weg?" — 
Verfehlt glupt ein de Naiver an. 
De Swewel glinstert in sin Hann — 
He hüllt dat Swewelholt vaerbi 
Un süggt un süggt un antwort't: „Di!" 
„Wat seggst—?!" He tummelt, grippt ümher, 
Fallt lingelang dal op de Eer! — 
De Klock siecht Een jüst vun de Kark. 
Morg'n makt de Discher wedder'n Sark.
	        

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