Schande und Häßlichkeit des entgegen gesetzten Lasters. Der junge
leichtsinnige Mensch, gerührt durch den Ernst und die Würde des
Vortrags, fing an mit mehrerer Aufmerksamkeit zuzuhören, und bald
erkannte er die Abscheulichkeit seines Zustandes, und schämte sich vor
sich selber. Er riß den Kranz vom Kopfe und warf ihn hin, er schlug
die Augen nieder, er verhüllete sich in ftinem Mantel, und, statt der
freyen und leichtfertigen Mine womit er hinein gekommen war, sahe
er itzt ernsthafft und tiefsinnig aus. Kurz es gieng in ihm eine
gänzliche Veränderung vor, er ward durch den Vortrag des Teno-
crates Herr überfeine Leidenschassten, aus einem unwürdigen Wol
lüstling ein vortreflicher Philosoph, verbesserte glücklich die Unordnun
gen seiner Jugend durch ein regelmäßiges und vernünftiges Leben,
ohne jemahls wieder in jene zurück zu fallen, und hatte die Ehre nach
dem Tode des Tenocrates den Lehrstuhl desselben zu besteigen. So
hinreissend ist die Gewalt welche die Weisheit über die Gemüther der
Menschen behauptet, indem sie die Vernunft in ihre alte Rechte
wieder einsetzet welche derselben durch die Wuth empörter Leidenschaff
ten geraubt worden waren. Aber nicht bloß einzelne Menschen wer
den durch sie gebessert, ganze Städte und Länder empfinden diese
Veränderung auf gleiche Weise. Pythagoras, nachdem er auf
C 3 seinen

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