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Unternehmer hauptsächlich auf ihre eigenen Mittel und auf Handels kr e dite mit hoher Zinsbelastung angewiesen sind .
Andererseits herrscht aber in der Türkei infolge der noch lange nicht über wundenen feudalen Wirtschaftsgesinnung des türkischen Unternehmertums die Form der Einzelunternehmung vor . Gelegentlich werden zwar Industrie Unternehmungen in der Form einer Aktiengesellschaft gegründet , aber se sind oft ausgesprochene Familiengesellschaften , die zwar in der Form einer Aktiengesellschaft errichtet werden , aber dem Wesen einer solchen AG nicht entsprechen . Die bei diesen Aktiengesellschaften anzutreffenden Verhältnisse sind ähnlich gelagert wie bei der Einzelunternehmung . Das Hauptmerkmal der Gründungsfinanzierung dieser Aktiengesellschaften steht in dem Ausschluß der breiten Öffentlichkeit und in der geringen Zahl von Kapitalgebern . Hier übernehmen die Initianten den überwiegenden Teil der Aktien , so daß mit der Übernahme die Gründung vor sich geht . So rakterisieren sich die türkischen Industrieunternehmungen unter anderem durch die Tatsache , daß Kapital und Unternehmertätigkeit in der Regel in einer Hand vereinigt sind . Dieser Zustand bringt den großen Nachteil mit sich , daß dem Wachstum des Betriebs durch die Eigentumsverhältnisse enge Grenzen gesetzt werden .
Bei der Gründung einer Unternehmung halten ferner die türkischen striellen das notwendige Anlagevermögen für den Ausgangspunkt aller Über legungen für die Kapitalplanung und vernachlässigen oft die nisse . Aber die Beschaffung des Kapitals bleibt selten eine einmalige gabe , sogar im normalen Ablauf der Unternehmertätigkeit tauchen immer wieder Kapitalbeschaffungsaufgaben auf , falls sich die Absatzmöglichkeiten im Laufe der Zeit anders als vorgesehen entwickeln . Auch können zuweilen die tatsächlichen Zahlungsfristen der Debitoren unter Umständen den nommenen nicht entsprechen . Und schließlich wird durch das Fehlen eines organisierten Geld - und Kapitalmarktes grundsätzlich die Aufgabe der passung an die richtige Kapitalgestaltung bzw . der Bereitstellung chenden Kapitals für die Befriedigung weiterer notwendiger Bedürfnisse sehr erschwert . Das Ergebnis ist , daß die türkischen Industriellen die dauernde Erhaltung , den Aufbau und die gesunde Entwicklung der Betriebe nicht immer sicherstellen können .
5 . 1 . 2 Die gesetzlichen Grundlagen
Die Hauptquelle der gesetzlichen Vorschriften im Zusammenhang mit der Frage der Kapitalbeschaffung ist das am 1 . Januar 19 57 in Kraft gesetzte Türkische Handelsgesetzbuch . Im Gegensatz zum Zivilgesetzbuch und zum Obligationsrecht ist das Handelsgesetzbuch das Werk des türkischen setzgebers . Zudem blieb der Gesetzgeber nicht von einem einzigen den Gesetzbuch abhängig . Es wurden für die Gesellschaft mit beschränkter Haftung das französische Recht , für die Genossenschaften das belgische

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