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Der neue Zolltarif trug einen ausgeprägten Schutzzollcharakter . Er sah zur Unterstützung der Industrie die Erhöhung der Zölle auf die im Lande erzeugten Güter , sowie eine Erweiterung der Zollfreiheit von für den dustrieaufbau notwendigen Materialien vor . Die Türkei schloß ferner mit verschiedenen Staaten Handelsverträge unter Geltung des gungssystems ab , bei denen von dem autonomen Zolltarif abweichende , zwischen 5 % bis 30 % ermäßigte Zollsätze vereinbart wurden , tionaltarife . Die Regierung erhielt ferner das Recht , die Zollsätze zu erhöhen , falls sie als Folge handelspolitischer Maßnahmen des Auslands mit den bestehenden Schutzzöllen nicht mehr auskommen konnte , torsionszölle .
Seit Anfang des Ersten Weltkrieges bestand zwar in der Türkei ein ausfuhrverbot , der Devisenhandel wickelte sich jedoch unter den schenden Prinzipien frei ab . Die ständige Passivität der Zahlungsbilanz führte dennoch zu einer sukzessiven beachtlichen Steigerung der kurse und zu einer empfindlichen Verschlechterung der Kaufkraft des kischen Pfundes . Zum Ausgleich der Handelsbilanz und dementsprechend zur Verhinderung der Währungskrise trugen Maßnahmen des neuen systems auch nicht genügend bei . Die Nachfrage nach Devisen erreichte besonders im Jahre 1929 einen Rekord , während das türkische Pfund de im Kurs sank .
Die Bestimmungen der am 26 . Februar 1930 veröffentlichten Verordnung Nr . 1 aufgrund des Gesetzes zum Schutz des Wertes des türkischen des vom 2 5 . Februar 1930 bezogen sich auf die Unterstellung des handels unter bestimmte Bedingungen und die Unterwerfung unter eine strenge Kontrolle . Da es zu dieser Zeit keine türkische Zentralbank gab , wurde die Durchführung der Devisenbewirtschaftung einem im März 1930 gebildeten Bankenkonsortium übertragen , an dem sich das rium sowie die wichtigsten Nationalbanken und ausländische Banken ligten . Anfang 1932 gingen die Aufgaben des Bankenkonsortiums an die inzwischen gegründete Zentralbank über .
Die monetären Maßnahmen wurden auf der Warenseite durch die direkte Beschränkung der Einfuhr ergänzt . Die Ereignisse von 1929 hatten gelehrt , daß zur Vermeidung von Katastrophen der Ausgleich der Zahlungsbilanz unter allen Umständen erreicht werden sollte , was sich nur über die delsbilanz machen ließ . Die sonstigen Posten der Zahlungsbilanz waren kaum geeignet , das Defizit der Zahlungsbilanz auszugleichen . Im Jahre 1930 konnte die Handelsbilanz seit etwa hundert Jahren zum ersten Male in der Geschichte der Türkei ausgeglichen werden . Dies wurde jedoch auf Kosten des starken Rückgangs des Gesamthandelsvolumens erreicht . Bald ergaben sich empfindliche Mangelerscheinungen . Die Türkei mußte stimmte Waren in einem gewissen Umfange unbedingt einführen , um ihren Wirtschaftsaufbau nicht zu gefährden . Dem Außenhandel drohte 1931 ein Passivsaldo , wodurch die durch die Währungskrise schon angespannte visenlage noch mehr verschärft worden wäre . Der Staat griff von neuem

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