Full text: Die Entwicklung der türkischen Industrie unter Berücksichtigung der Kapitalbeschaffung

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Gemäß dem Personalitätsprinzip waren z . B . die Ausländer so gut wie ständig von jeder direkten , lokalen Steuer befreit . Die Gesandtschaften der Großmächte durften darüber hinaus den osmanischen Staatsangehörigen nichttürkischer Volkszugehörigkeit gleiche Vorteile durch Ausstellung eines Schutzbriefes verschaffen . Diese protestierten sogar gegen jede schaffung oder Erhöhung der indirekten Steuern , indem sie sich auf die ihren Untertanen Steuerfreiheit zusichernden Bestimmungen beriefen . Dem Reich blieb dann als einziger Weg übrig , die direkten Steuern immer der zu erhöhen , die ja nur die islamische Bevölkerung betrafen . Damit waren es die türkischen Elemente , die die Nachteile dieser ungünstigen Rechtslage in Kauf nehmen mußten . Die fremden Unternehmungen hatten aber mit den eigentlichen Interessen des Reiches nichts gemein . Handel und Spekulationen waren der eigentliche Zweck ihrer Wirtschaftstätigkeit . Die konzessionierte Einfuhr der Auslandswaren erschien ihnen bringender und risikofreier als die Gründung industrieller gen , die die Rohstoffe des Landes an Ort und Stelle hätten verarbeiten können . 
Der Einfuhrzoll war fest vereinbart und ganz niedrig . Er war bis 1673 : 5 % und wurde sogar im selben Jahr " in alter Freundschaft zu Frankreich auf Bitten seiner Kaufleute " auf 3 % herabgesetzt . Das Reich hatte somit auf jegliche Aufnahme einer Schutzpolitik verzichten müssen , da es ihm nicht möglich war , ohne ausdrückliche Zustimmung aller Mächte die delsbeziehungen zu ändern , die wiederum erst durch Zugeständnisse tischer oder wirtschaftlicher Natur erkauft werden mußten . Unmittelbar verschuldet hatten die Zollverhältnisse den Untergang einzelner gen , wie z . B . den Untergang der Spritfabrik und der Stearinkerzenfabrik in Istanbul . Eine von einem türkischen Unternehmer um 1870 in Istanbul gegründete Papierfabrik mußte unter dem Druck der österreichischen gierung geschlossen werden . So verhinderten die gen auch die Gründung einer Zuckerfabrik durch einen türkischen nehmer . Eine der wirtschaftlichen Maßregeln der Jungtürken war der such , das Reich in der Versorgung mit einigen Erzeugnissen vom Ausland unabhängig zu machen . Die Regierung wollte zur Förderung der rung unverkäuflicher Rosinenüberschüsse der Einfuhr von fremdem tus Beschränkungen auferlegen . Der Plan scheiterte jedoch am Widerstand der Großmächte , die in der Beschränkung der Spiritus einfuhr eine letzung der bestehenden Handelsverträge erblickten . 15 
" Tür und Tor " für den Massenstrom billiger Gebrauchsgüter , oft genug onen einheimischer Arbeiten und schäbigste Ramschware - bon pour 1 " Orient - , wurden dann geöffnet , als der Vertreter Englands 1838 die Aufhebung der nenzölle für die Einfuhren erlangte . Die einheimischen Gewerbeprodukte ten mit der Fabrikware in keiner Wese konkurrieren . Sie hatten lichen Wert , waren nicht beliebig oft herstellbar und damit relativ teuer . Nun blieben sie auch fernerhin vom Binnenzoll belastet . " So verlor man immer mehr und mehr das Verständnis für die Güte der Produkte . Der alte Gewerbetreibende starb nach und nach aus , die alten Familiengeheim -
	        
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