KULI UH 
Gösta Ekman in „ Das verschwundene Feuerwehrauto 
recht werden . Die gezeigten Filme aus den Jahren 1988 bis 1992 beschäftigten sich nämlich mit einer Ausnahme , die auf das Leben in Kaliningrad eingeht , mehr mit der sowjetischen Vergangenheit des des als mit der eigentlichen Zeit seit der Unabhängigkeit . Daß die Landschaft des litauischen Films zur Zeit recht blaß sieht , wird allerdings erklärlich vor dem Hintergrund , daß sich nach Entfallen des Staates als Monopolproduzenten und noch dazu unter den wirtschaftlich schwierigen Bedingungen neue tionsstrukturen herausbilden müssen , was erst in Ansätzen funktioniert . Derzeit führen geschäftliche Fähigkeiten eher zum Erfolg als künstlerisches Talent ; Pseudo - und Möchte - gern - Filmemacher stürmen an den professionellen Kollegen vorbei , die sich noch immer im mühsamen zeß der Umorientierung befinden . 
Retrospektive „ As Time Goes By " 
In der Retrospektive gab es unter dem Titel „ As Time Goes By " aus Anlaß des Filmtage - Jubiläums ein Wiedersehen mit skandinavischen Kinohits der fünfziger Jahre . Die Publikumsrenner der „ 
jahre " , Produktionen aus den Jahren 1953 - 59 , waren zumeist leichte bis seichte terhaltung . In mark und Schweden , die das Programm mals praktisch allein bestritten , war die nowelt eben auch noch in Ordnung . 
Besonderen Reiz te dieser Reise in die Vergangenheit hen , daß nach keit die damaligen schen synchronisierten Fassungen gezeigt den . Für den Anlaß der Retrospektive ist das cher passend ; das nis , einmal sche Filme dieser Zeit im Original zu sehen , haben die Zuschauer damit jedoch nicht . 
Aber das ist schon die grundsätzliche Frage , die sich für alle Filme stellt : nämlich ob man einschlägiges Publikum dienen oder den skandinavischen Film nem größeren Kreis zugänglich machen will . 
Eine andere in Lübeck praktizierte Art , Sprachunkundigen den Zugang zu chen , ist das Einsprechen des Textes über Lautsprecher . Daß bei Kinder - und filmen der Bedarf an eingesprochenem Text groß ist , leuchtet ein . Im allgemeinen doch sind die gezeigten Originalfassungen englisch untertitelt und dürften damit die meisten Zuschauer erreichen . Es stellt sich so ernsthaft die Frage , wie sinnvoll einge - sprochener Text überhaupt ist , der aus selben Richtung wie der Originaltext ertönt , so daß dieser sich ohne Gewöhnung nur schwer ausmachen läßt , zumal meist gleich eingesprochen wird . Außerdem ben eingesprochene Texte oft nur den kürzten Inhalt der Untertitel wieder . Den Verdacht , daß eingesprochener Text große Teile des Publikums stört , legen auch die verbreiteten , heftigen Unmutsbekundungen bei entsprechenden Ankündigungen nahe . Ein Ausweg bietet das Einsprechen über Ohrhörer für diejenigen , denen weder mit Original noch mit Untertiteln gedient ist - eine Frage auch des Formats der schen Filmtage . 
Zum Rahmenprogramm gehörten auch zwei Fotoausstellungen : Unter dem Titel „ Ingmar Bergman und die Frauen " wurde aus Anlaß des 75 . Geburtstags des regisseurs an einige seiner Filme erinnert . 
Weltblick statt Provinzialimus ! 
Die Ausstellung von Fotos des schen Journalisten Sigurd Moe Hetland , „ einem der ältesten Freunde und gleiter der Filmtage " , wie es im Programm hieß , allerdings gehörte schon , unbeschadet der Fotos aus 35 Jahre , zu dem Weihrauch , mit dem die Nordischen Filmtage ihr biläum begingen und dem 850jährigen stehen der Stadt Lübeck huldigten . 
Kultursenator Ulrich Meyenborg te für die Stadt die Filmtage zur „ ge für den Dialog über Grenzen hinweg zu unseren Nachbarn im Norden Europas " . Die künstlerische Leiterin der Filmtage , Andrea Kunsemüller , gab das Kompliment zurück , indem sie sich zuversichtlich gab , „ daß das Festival im Jubiläumsjahr der Filmtage und der Stadt Lübeck den Glanz widerspiegelt , der ihm gebührt " . Im jährigen Preissegen der Filmtage sah sie eine weitere Aufwertung der Nordischen Filmtage - „ gleichermaßen passend zum 35jährigen Bestehen des Festivals als auch zum 850 . Geburtstag der Stadt Lübeck " . Am Ende war sie es dann auch zufrieden : „ Ich denke , wir haben den Juroren und dem Publikum ein besonders interessantes und abwechslungsreiches Programm gen können . " Zur derlei heit und Lokaldünkel paßt auch die sentation der Ergebnisse eines wettbewerbs , für den Lübecker nen und Schüler anläßlich des tags der ( Hanse - ) Stadt kleine Porträts der Stadt gezeichnet hatten . Name des jekts : „ 850 Jahre Lübeck - gesehen mit den Augen junger [ : ] Hanseaten [ ! ] " . 
Die Nordischen Filmtage bieten sicher gute Gelegenheit für die Stadt Lübeck , sich darzustellen und Werbung zu ben . Sie sollten aber die Stadt nicht seits feiern , sondern einen Beitrag dazu leisten , das Image der Stadt als lem Brückenkopf zum Norden Europas durch internationales Format und Flair zu steigern statt durch provinzielle lübsche Nabelschau . Die Ausrichtung im neuen Stadthallen - Iänocenter ab nächstem Jahr könnte zum Anlaß genommen werden , in dieser Hinsicht Boden gutzumachen . ■ 
NORDEUROPA 
tornii'
	        

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