Full text: (1994)

THEMA 
MULTI - KULTI : 
Einwanderer gestern und heute 
Das Kulturhistorische Museum Lund initiierte im Frühjahr 1994 ein Projekt zur Darstellung des 'multikulturellen Schweden' auf regionaler und lokaler Ebene . Resultate der Initiative sind gefächerte Ausstellungen und Dokumentationen über derer in verschiedenen Museen Südschwedens . 
Claudius H . Riegler 
Anstoß für das Projekt war die im Haushaltsentwurf 1992 der dischen Regierung festgelegte derbewilligung von Geldern für „ men gegen Fremdenfeindlichkeit , mus und Antisemitismus " , die es lichte , Personal zu beschäftigen und mittel für Dokumentationsvorhaben und Ausstellungen bereitzustellen . Schon 1987 war auf Initiative des Staatlichen Kulturrats ein ähnliches Projekt unter Einbeziehung von zwölf Museen aus ganz Schweden standegekommen . Damals hatte das sche Museum in Stockholm die rung übernommen und in seinen Räumen die abschließende Ausstellung fast das ganze Jahr 1993 über gezeigt . Dieses erste Projekt bezweckte die Dokumentierung der gewachsenen multikulturellen Wirklichkeit Schwedens . Als geschichtlicher Rahmen galten die letzten fünfzig Jahre scher Einwanderung . Die Museen der den südschwedischen Städte Trelleborg und Ystad erstellten hierzu 1992 eine stellung für ein breites Publikum . Mit Hilfe von Interviews , verschiedenen Aufsätzen aus alten Zeitschriften und schichtlichen Jahrbüchern war es möglich , die lokalen Einwanderermilieus zu struieren . 
Dr . phil . Claudius H . Riegler ist beiter des Stockholmer Instituts zur forschung der Arbeitsbedingungen . 
Das aktuelle Projekt versucht in seumspädagogischer Hinsicht , die historischen Museen an die on gesellschaftlicher Veränderungen in neuester Zeit heranzuführen . Das historische Museum in Lund , bisher eher ein konservativer Vertreter regionaler Museumskonzeptionen , wird nun in der Periode 1994 / 95 aktiv die rung lokaler multikultureller ten in vorerst fünf schonischen Städten koordinieren . Dabei sind den lokalen Projektmitarbeitern - in der Regel lose Volkskundler , ausgebildet an der Universität Lund - große Freiheiten sen , sich auf die lokalen Besonderheiten der Einwanderung und ihrer historischen und sozialen Kennzeichen zu ren . 
Gegen Rassismus und Antisemitismus 
So wird das kommunale Museum in Trelleborg das Leben von frauen ins Zentrum seiner onsarbeit und Ausstellung rücken . Man wird zwei in verschiedenen Perioden der Nachkriegszeit zugewanderte Gruppen untersuchen ; zum einen die in den ger und siebziger Jahren als Arbeitskräfte rekrutierten finnischen , griechischen und jugoslawischen Einwanderer , zum ren die in den achtziger und neunziger Jahren ins Land gekommenen Flüchtlinge 
vor allem aus dem Libanon , dem Iran und Kurdistan . Die hauptamtliche arbeiterin will in erster Linie untersuchen , wie sich das Leben der eingewanderten Frauen vor dem Hintergrund ihrer werbstätigkeit , ihrer Mutterrolle und ihrer Familienzugehörigkeit in einer gut grenzbaren Region des Wohlfahrtsstaats Schweden gestaltete . Hierbei wird Berücksichtigung finden , daß die erste Gruppe vorwiegend körperlich schwere Industriearbeit als Erwerbsmöglichkeit vorfand und dafür von einem großen dustriebetrieb am Ort rekrutiert wurde . Die Frauen , die nach 1984 nach den kamen , fanden in der Regel in typisch weiblichen Berufen in der Kinder - und Altenbetreuung , im Gesundheits - und Krankenwesen sowie im privaten leistungssektor Beschäftigung . Diese Frauen werden gegenwärtig angesichts ner hohen Arbeitslosigkeitsrate oft proportional aus dem Erwerbsleben drängt . 
Pressestimmen zur Einwanderung 
Am Museum in Landskrona , an dem schon seit vielen Jahren Aufsehen gende Ausstellungen zu Zeitproblemen durchgeführt werden , hat man bereits 1980 fünf verschiedene Einwanderergrup - pen dokumentiert , u . a . ner aus dem früheren Jugoslawien . Diese will man nun erneut über ihr Leben in Schweden befragen sowie darüber , wie sie die Entwicklung in ihrem früheren matland beurteilen und welche lung sie zu den neu angekommenen Flüchtlingen aus Teilen Jugoslawiens ben . Daran anschließen soll sich eine standsaufnahme der Berichterstattung in lokalen Zeitungen über Flüchtlinge und Asyl . Ziel dieses Forschungsprojektes ist es , einen Vergleich zwischen den stimmen von 1943 bzw . den ersten kriegsjahren zur Flüchtlingsproblematik und der Berichterstattung über die bewerber der achtziger und neunziger Jahre zu erstellen . Man verspricht sich von dieser Untersuchung Aufschluß ber , ob und inwiefern sich die Einstellung der Einwohner Landskronas gegenüber Flüchtlingen verändert hat . 
Am Museum in Heisingborg will man das Schicksal nach 1985 eingewanderter , vorwiegend aus libanesischen Lagern stammender Palästinenser dokumentieren 
NORDEUROPA 
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