OSTSEERAT : 
Mitten im Teich 
Der Regionalismus wird in der Ostseeregion als Politik entdeckt . Der Ostseerat , Ausdruck dieses Prozesses , feiert in diesem Jahr sein zweijähriges Bestehen . 
Mare Kukk 
Der Prozeß , der in der on seit August 1991 - nach den Unabhängigkeitserklärungen von Estland , Lettland und Litauen - det , ist sowohl auf regionaler wie auf schenstaatlicher Ebene von einer sen Dynamik gekennzeichnet . Die weiten Umwandlungsprozesse , die ordnung der internationalen Kooperation in Europa , und die großen gen auch auf regionaler Ebene der letzten zwei Jahre haben einen nicht zu schätzenden Einfluß auf die arbeit in der Ostseeregion gehabt . Am deutlichsten wurde dies durch die dung des Ostseerates der Außenminister , der der Ausgangspunkt für eine nähere Beschäftigung mit den Entwicklungen in Europas nördlichster Ecke sein soll . 
Die Konzentration auf Regionalpolitik ist in der Regel keiner der Schwerpunkte der Außenpolitik eines Landes . Regionale Organisationen haben daher gewöhnlich auch nicht die Möglichkeiten zum Aufbau außenpolitischer Beziehungen , sie sind höchstens Testfälle für eine formalisierte Form der Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Staaten und Organisationen . Die ihnen zugedachten Aufgaben in der demokratischen und wirtschaftlichen wicklung , der Kulturarbeit , dem mus , dem Bildungs - und Transportwesen gehören daher eher einer zweitrangigen Kooperationsstufe an . Die intensive ordination der Außenpolitik und der cherheitsfragen gehört nicht in ihre ständigkeit . Kurz , die Handlungsspanne , 
Mare Kukk ist Beraterin im estnischen Außenministerium . 
und damit auch das politische Gewicht einer Organisation wie dem Ostseerat ist momentan nur sehr ungenau definiert . 
Dies muß jedoch nicht so bleiben . Die oben erwähnte Dynamik der gen in dieser Region deutet darauf hin , daß es momentan keinen Status Quo in Europa und der Ostseeregion gibt , daß sich alles im Fluß befindet . In einer Welt , in der die wirtschaftliche Leistung eines Landes , einer Region , immer wichtiger für dessen internationale Position ist , gibt es gute Gründe , auf eine Organisation zu setzen , die die praktische beit forcieren will . Auch wenn heitsfragen nicht auf dem Programm des Ostseerates stehen , so hat die Förderung praktischer Zusammenarbeit doch auch direkte Auswirkungen auf die Frage der Sicherheit der Region . 
Der Ostseerat kann als eine tion von Neuentwicklungen betrachtet werden . Seine Arbeit reflektiert die tionen seiner Mitgliedsstaaten und gelt somit die Region mit all ihren starken und schwachen Seiten wider . Aufgrund dieser Tatsache ist ein Blick auf genheit , Gegenwart und Zukunft der seeregion vernünftig , wobei der Ostseerat als Indikator dienen kann , die rungen und vorhersehbaren zukünftigen Schritte auszumachen . 
Ein neuer Akteur in der Arena 
Am Anfang muß die Frage stehen , was das Ostseegebiet eigentlich zu einer on macht , welches die Faktoren sind , die die Staaten , die sich um die Ostsee herum gebildet haben , so eng zusammenbinden , daß sie trotz aller Gegensätze 
arbeiten wollen ? Hier lassen sich schiedene Faktoren identifizieren , die die Region zu einem vergleichsweise nen Gefüge machen und die entscheidend sind für die so hochmotivierte menarbeit : 
• Geschichtliche Umstände : Die Region ist im Gegensatz zu anderen geopoliti - schen Einheiten nicht durch radikal verschiedene Weltreligionen , wie z . B . Islam und Christentum , gespalten . mehr hält ein Spinnennetz aus len , historischen , wirtschaftlichen und anderweitigen Verbindungen die ker der Ostseeregion seit Jahrhunderten zusammen . Auch die Verlagerung der politischen Zentren von den westlichen und südlichen Küsten der Ostsee in die östlichen und nördlichen Gebiete sollte daran nichts ändern . Der fast raubende Anstieg der Kontakte und Wechselbeziehungen zwischen den rainern nach dem Ende des Kalten Krieges liegt hauptsächlich an dieser geistigen Verwandtschaft und dem teresse , das die Völker auf beiden ten füreinander haben . 
• Geopolitische Umstände : Die gion umschließt eine Vielfalt von schen Vereinigungen . Die nordischen Staaten bilden dabei die einheitlichste Gruppe , doch die Anforderungen an diese homogene Gemeinschaft durch die fortschreitende europäische tion sind offensichtlich : Sie können entlang der zukünftigen Grenzlinien der Europäischen Union unterteilt den . Dänemark und Deutschland sind Mitgliedsstaaten der EU , Schweden , Finnland und Norwegen haben die gliedschaft beantragt , aber nur die sten beiden haben gute Chancen , auch im eigenen Land Unterstützung dafür zu erhalten . Polen , Litauen , Lettland und Estland haben ähnliche gangsprobleme zur Demokratie und Marktwirtschaft , besitzen jedoch gleich einen unterschiedlichen tionalen Status : Polen gehört zum vorzugten inneren Kreis der europäischen Länder für EU und NATO , während die baltischen Staaten häufig zum äußeren Kreis gezählt den . Polen ist zudem „ Mitglied " der Zentraleuropäischen Initiative und ner der Visegrad Staaten , während Norwegen , Schweden , Finnland und Rußland den Barentsseerat gegründet 
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