Wird nach dem Kalten Krieg in Europa alles zum Westen ? Die Europäische Union , deren sicherheitspolitischer Arm den cheren Namen Westeuropäische Union trägt , hat eine bis vor wenigen Jahren undenkbare Anziehungskraft auch auf die dischen Staaten entwickelt . Die ostmitteleuropäischen staaten , auch und gerade jene in der Ostseeregion , drängen mit solcher Wucht auf ihre Aufnahme in die NATO , daß sich diese flugs die „ Partnerschaft für den Frieden " einfallen lassen mußte , um nicht den russischen Nationalisten und Altkommunisten noch mehr innenpolitischen Auftrieb zu verschaffen . 
Nicht gesamteuropäische Institutionen , wie vor allem die KSZE , sind die Träger und Anknüpfungspunkte einer sicher - heits - und friedenspolitischen Neuordnung des Kontinents , dern die vom politischen Westen dominierten . 
Wie stellt sich die Sicherheitslage in Nordeuropa und der seeregion dar ? Werden alle Ostseeanrainer - Rußland nommen - über kurz oder lang der EU und der NATO gehören ? Wer und was bedroht ( wieder / immer noch ) welche und wessen Sicherheit ? Bedeutet der Wahlerfolg der russischen Nationalisten unter Führung von Schirinowski ; eine verschärfte Gefahr für die Unabhängigkeit und territoriale Integrität der baltischen Staaten oder gar Finnlands ? Ist die sche Lage Nordeuropas und der Ostseeregion noch einer denspolitisch konstruktiven Gestaltung zugänglich ? Besteht ein politischer Wille hierzu ? 
In der Periode des Kalten Krieges war Nordeuropa von einer relativen sicherheitspolitischen Ruhe geprägt . Während die frontation zwischen den beiden Militärblöcken NATO und schauer Vertragsorganisation in Mitteleuropa eine direkte war , hatten es die Nordeuropäer geschafft , eine regionale mentzone zu errichten : Ost und West waren durch die beiden Neutralen Schweden und Finnland voneinander getrennt , die Stationierungsvorbehalte der beiden NATO - Mitglieder gen und Dänemark trugen ihren Teil zur faktischen fenfreiheit Nordeuropas bei . Das neutrale Finnland besaß 
nerseits eine begrenzte sicherheitspolitische Bindung an die UdSSR - die allerdings niemals zu einer militärpolitischen sammenarbeit geführt hat . 
Aber schon außerhalb der Terrritorien der nordischen Länder war es mit der Ruhe vorbei . In der Ostsee tummelten sich - über und unter Wasser - die Schiffe beider Militärallianzen . Auch in den Meeren nördlich des europäischen Kontinents trafen nicht nur die strategischen Interessen beider Seiten aufeinander , dern auch mal zwei mit Atomwaffen bestückte U - Boote . Dies hat sich noch nicht geändert , und es sieht nicht so aus , als ob Rußland zugunsten der NATO das Feld räumen würde . 
Geändert haben sich allerdings die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit über die Ostsee hinweg ; nicht zuletzt zwischen den baltischen und den nordischen Ländern hat die che , kulturelle und auch die politische Zusammenarbeit stark zugenommen . Gleichzeitig gibt es jedoch auch Anzeichen für das Entstehen einer neuen , abermals konfliktträchtigen Ost - West - Teilung . Sie ist eher eine zwischen arm und reich denn schen zwei Militärblöcken . Die soziale Ungleichheit und rechtigkeit könnte in einen sicherheitspolitischen Gegensatz umschlagen , zumal auf beiden Seiten weiterhin riesige sche Potentiale vorhanden sind und neue ideologische gensätze wachsen . Die Probleme sind vielfältig ; gleichzeitig muß aber betont werden , daß die Zeiten zweier hochgerüsteter litärblöcke vorbei sind - wir haben es stattdessen heute nur noch mit der NATO und einem wirtschaftlich relativ schwachen , vom Westen abhängigen Rußland zu tun . 
Auch die Meinungen über die Problemlage sind vielfältig . So betonen einige Autoren der folgenden Beiträge die neuen cherheiten , die die Lage im Norden prägen , während andere eher zuversichtlich die Chancen regionaler Kooperation bei der windung der noch bestehenden Gegensätze hervorheben . Die Debatte ist eröffnet , und wir hoffen , auch in Zukunft te - und vielleicht provokative - Beiträge zu den tischen Entwicklungen vorstellen zu können . 
NORDEUROPA 
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