Helmut Handzik Politische Bedingungen sowjetischer Truppenabzüge 1925 - 1958 
Die Rückführung der letzten noch auf fremdem Territorium stationierten früheren sowjetischen Truppen soll Mitte der 90er Jahre abgeschlossen werden . Gleichwohl wurden bereits vor Beginn der Ära Gorbatschow mehr als ein Dutzend Länder oder Regionen von sowjetischen Streitkräften geräumt . Welches waren die politischen gungen dieser Abzüge , welche chen und Intentionen lagen zugrunde ? Diesen Fragen wird in einer Reihe von Fallstudien nachgegangen . zeichnet wird die Mehrzahl der ischen Truppenrückführungen aus ropäischen und asiatischen Ländern zwischen 1925 und 1958 . 
Nach dem Präzedenzfall der Invasion und politischen Gleichschaltung der Äußeren Mongolei Anfang der 20er Jahre wurde die Rote Armee während des Zweiten Weltkrieges und bar danach systematisch als Instrument zur Erreichung kommunistischer me in den besetzten Gebieten setzt . Die Mitte der 50er Jahre tete Serie von Truppenabzügen war Ausdruck einer Neubewertung der tegischen Situation der UdSSR , aber auch der Erkenntnis , welche lichen und politischen Kosten der wjetunion aus der langfristigen nierung von Streitkräften auf fremdem Territorium erwuchsen . 
1993 , 320 S „ geb . , 48 , - DM , 338 , 50 öS , 43 , 50 sFr , ISBN 3 - 7890 - 3033 - 3 ( Internationale Politik und Sicherheit , Bd . 34 ) 
I Nomos Verlagsgesellschaft 
mengekratzten Kredite wirtschaftlichen Überlegungen untergeordnet , da wurden traditionelle , aber unmoderne gen von bäuerlicher Landwirtschaft und Selbstversorgung über Bord geworfen , den reicheren Westlern alle Verkehrswege geebnet , und was passiert : Sie sind auf ihren Umweltaltlasten sitzen geblieben , exklusiv und repräsentativ herausgeputzte Städte blieben den Kapitalkräftigen viert ( schon jetzt beginnt Riga wegen stigen Anlagebedingungen und der lichkeit für geheime Nummernkonten zum Eldorado der Banken zu werden ) . Die eigenen Staaten , die im mittelbereich von EG - weit operierenden Konzernen mitversorgt werden , sind im wesentlichen durch die immer höflich bleibenden Angestellten derjenigen bahnraststätten bekannt ( Station „ sches Land " hat bereits lettische kellner ) , welche die durchreisenden schen auf dem Weg zu neuen Zielen bewirten . 
Ideales Reiseland ? 
Eigentlich gibt es nur zwei tungen , die in den baltischen Staaten nach der politischen Wende als sprechend für eine eigene Betätigung gesehen werden : Eine gut dotierte lung in der Wirtschaft oder Aktivitäten im Tourismusgeschäft . Gastfreundschaft geht hier einher mit der Spannung , lich echten Kontakt mit den Menschen aus Westeuropa haben zu können und zu dürfen . Behindert wird diese schaft sich zu engagieren bisher nur von Eifersüchteleien derjenigen leute und Politiker , die einfach an der jetzigen - schwierigen - Situation noch zu gut verdienen . Noch ist in land das Baltikum unter der Schablone „ traditionell deutsch - besiedelt und deutsch - freundlich , alte Schlösser und Herrenhäuser " gut als Reiseland zu kaufen . Die eigentlich kleine Schar der übriggebliebenen ausgesiedelten deutschen ist durch eine vielfach so große Zahl von Kindern und Enkeln gänzt worden , die sich unter den neuen Voraussetzungen plötzlich der ten und Bekannten erinnern , die dort mal geboren wurden . Verkauft wird also immer noch Vergangenheit , und das aus der Perspektive der reich gewordenen Verwandten . Noch deutlicher wird dies 
an der ebenfalls noch ungebremsten selust der Exil - Letten , - Litauer und - Esten , die bereit sind , entweder quemlichkeiten oder erhöhte Kosten in Kauf zunehmen . 
Das Baltikum als Urlaubsland hat sensationshungrigen Urlaubern auch wenig zu bieten . Die höchsten Berge sind gerade mal so um die 300 Meter hoch , die Strände und Wälder weitaus ohne geteerte Fußwege und die gerühmten Herrenhäuser meist alt und baufällig . „ Abenteuerurlaub " machen eben nur zahlungsschwache Studenten oder Selbstversorger im eigenen mobil . Ach so , Sie erwarten ten der Natur , seltene Tierarten ? Dann warten Sie erstmal , bis Sie statt auf niedliche Bärenkinder auf die schwärme der sumpfigen Tiefebenen stoßen und statt Wanderungen an samen Sandstränden von ern durchnäßt auf gottverlassener Landstraße unter einem Baum Schutz suchen . - Nordeuropa - Kenner haben es schon gemerkt : Hier fangen die schen Schönheiten doch erst an ! Da gibt es doch noch was zu entdecken ! Wo im Sommer alle hundert Meter eher Nahrung suchende Störche als ste durchreisender Touristen zu finden sind , da haben gerade Nordeuropa - Liebhaber eine Chance . Und vielleicht haben sie das Glück , die Menschen noch besuchen und kennenlernen zu können , bevor überall Souvenierbuden und städtische Aufräumkolonnen ( in Erwartung der Ordnungsliebe der schen ) Einzug gehalten haben . 
Es lohnt sich , vor großen gen an die Adresse der baltischen Staaten sich die Länder einmal aus der Sicht der einfachen Menschen dort anzusehen . Und dies gerade nicht deshalb , weil diese als besonders hilfsbedürftig zu bedauern wären . Wirklich Hilfsbedürftige sind reits das Ziel einiger Initiativen bekannter Organisationen wie Rotes Kreuz oder tas . 
Eine Brücke nach Osteuropa sollte nicht ausschließlich aus billigen beitskräften gebaut werden , auch wenn damit kurzfristig erstmal alle frieden wären . Viel mehr wert ist die Einsicht , daß sich viele der Menschen außer den rein materiellen Werten les bewahrt haben , wovon auch wir lernen können . ■ 
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NORDEUROPA 
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