Henemark und Paolo Roberto vor einigen Tagen in dieser Zeitung gelungen , die batte über die neue Flüchtlingspolitik der Moderaten zu ersticken , die sie selbst erst in Gang bringen wollten . Das ist lich , denn die Ansichten über Immigrati - ons - und Flüchtlingspolitik , die in dem neulich vorgestellten Manifest der raten , „ Land für Hoffnungsvolle“ , stellt werden , haben eine Diskussion tatsächlich verdient . Teilweise ist es kein schönes Bild von den Moderaten , das da im Abschnitt des Manifests über derungspolitik zu Tage kommt . Unter derem wird eine in einem view mit einer Ausländerin geschilderte Alltagsbegebenheit zitiert : Die Frau te gemeinsam mit ihren Schwestern und ihrer Mutter vor einem Aufzug . Als dieser eintraf , drängelte sich ein gut gekleideter Schwede vorbei , zeigte den Frauen draußen den Mittelfinger und brüllte : „ Verzieht euch , Ausländerpack ! “ 
Wie kommt es zu so etwas , fragen sich die Autoren des Manifests . Ihre Annahme , daß sich die Wut schon über lange Zeit hinweg angestaut hatte , bevor der Mann explodierte , ist vollkommen angemessen . Natürlich gab es eine Vorgeschichte . Aber die im Anschluß skizzierte Vorgeschichte ist verwerflich . Sie läuft darauf hinaus , daß der Mann ein Opfer der schwedischen Wohlfahrtspolitik sein kann , daß Steuern und andere Abgaben seinen Unmut facht und schließlich zum Überkochen bracht haben . Darin liegt eine me Tendenz , das zu trivialisieren , was den Ausländerinnen passiert ist . Es wird nicht besser , wenn die Autoren weiter hinten im Text folgende Präzisierung der Gründe bringen , die nach Ansicht der Moderaten zum Dilemma der bisherigen Politik führt haben sollen : „ Man kann nicht gleichzeitig Steuern aus den Einwohnern eines Landes pressen , diejenigen , die im Lande eine Art Heimatrecht haben , bis auf das Mark aussaugen , und mit der anderen Hand die Leute scharenweise von draußen einladen und ihnen ein , wie es heißt , angemessenes Lebensniveau bieten . Das ist ungerecht . “ Was immer man vom Tonfall und einzelnen Formulierungen halten mag , so sollte sich die Debatte doch auf die Prinzipien der Einwande - rungs - und Flüchtlingspolitik ren , die im Papier der Moderaten genannt werden . Der wesentliche Punkt : es soll eine schlankere Flüchtlingspolitik verfolgt 
werden , die sich auf diejenigen triert , die in Übereinstimmung mit der Genfer Konvention als Flüchtlinge kannt sind . Gleichzeitig soll denen eine neue Tür geöffnet werden , die aus anderen Gründen nach Schweden einwandern wollen und ihre Versorgung selbst werkstelligen können , sei es dadurch , daß sie Arbeit haben , oder daß Freunde und Verwandte für ihren Unterhalt aufkom - men . Dergleichen Modelle sind nicht neu , sie stammen ironischerweise aus Zeiten sozialdemokratischer Regierungen . 
Im Frühjahr 1990 präsentierte eine beitsgruppe der Regierungskanzlei eine Skizze , die just auf eine engere lingsdefinition und Öffnung für derung aus anderen Gründen fußte . Die Skizze wurde weitergeführt und mündete in einen Vorschlag zur Änderung des ländergesetzes , für den die Regierung im vergangenen Herbst im Reichstag unter anderem die Unterstützung der Moderaten fand . Aber da ging es schon nur noch um eine Präzisierung und eine kleinere schränkung des Flüchtlingsbegriffs in sem Gesetz . 
Daß eine radikal neue tik , wie sie im ursprünglichen Modell gesehen war , nicht zustande kam , lag weise daran , daß der Flüchtlingsbegriff der Genfer Konvention veraltet ist . Viele , die dringend Asyl benötigen , würden bei wendung eines so engen griffs nicht als Flüchtlinge akzeptiert den . Diesem Problem müssen sich nun auch die Moderaten stellen . 
Diejenigen , die nicht als Flüchtlinge ten oder keine ausreichenden nitären Gründe angeben können , müssen das Land verlassen . Ohne Pardon . Daß die Betreffenden sich selbst versorgen können oder zumindest Freunde haben , die ihre Versorgung garantieren , ändert daran nichts . Natürlich ist es schwer für diejenigen , die nicht schon in Schweden leben , hier Arbeit zu finden . Wieso aber sollten diejenigen , denen es dennoch lingt , oder für deren Unterhalt von den oder Verwandten gesorgt wird , nicht hier leben dürfen ? Die derzeitigen wanderungsregelungen sind viel zu rigide . Einen alexandrinischen Schwertstreich für die Flüchtlings - und tik , der auf einen Schlag alle moralischen und wirtschaftlichen Knoten lösen würde , kann es nicht geben . Aber als dell zur traditionellen schwedischen 
wanderungspolitik können die Ideen der Moderaten ihren Wert haben . 
POLITIKEN 
25 . Mai 1997 
Ein Wörterbuch voller Rechtschreibfehler 
Ein Wörterbuch , randvoll mit schreibfehlern . Klingt wie die schlechteste Idee , auf die man kommen kann . Aber gentlich ist die Idee gar nicht so dumm . Wenn man nicht weiß , wie ein Wort schrieben wird , kann man es in einem ditionellen Wörterbuch schließlich auch nicht nachschlagen . Wenn aber die falsch geschriebenen Wörter als Lemmata in nem Wörterbuch auftauchen , wird das Buch vielseitig anwendbar . Aus diesem Grunde wird das neue , sechsbändige terbuch des modernen Dänischen , Den Danske Ordbog , das die Dänische schaft für Sprache und Literatur , Det ke Sprog - og Litteraturselskab , in fünf ren herausgeben will , wahrscheinlich voller Rechtschreibfehler sein . „ Nach gen Planungen soll Det Danske Ordbog die falschen Schreibweisen der offiziellen thographie gegenüberstellen“ , erläutert eine der leitenden Redakteurinnen des buchs , mag . art . Ebba Hjorth . zung für eine Aufnahme soll sein , daß die betreffende Schreibweise typisch ist und häufig vorkommt , auch wenn sie nach den Regeln der Sprachhüter verkehrt ist . mentan erwägt die Redaktion , alle falsch geschriebenen Wörter typographisch sonders hervorzuheben , damit die falsche Schreibweise sofort ins Auge fällt . „ Wir gen Wert darauf , daß Den Danske Ordbog kein Leitfaden zur Rechtschreibung sein soll , sondern ein registrierendes buch der dänischen geschriebenen und sprochenen Sprache in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts“ , so Ebba Hjorth ter . „ Wir lehnen den erhobenen Zeigefinger ab , geben aber gern Hinweise . Ich bin ganz und gar nicht der Ansicht , daß dies einen Kniefall vor dem schlechten Geschmack bedeutet . Sprache ist nichts Statisches . Schließlich galten auch viele sen , die heute korrekt sind , noch vor gen Jahren als falsch . “ 
Nr . 4 , 1996 
73
	        

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