Full text: (1995)

Keinem kann es verborgen geblieben sein , daß die Einstellung der dänischen Verbraucher zu ihren Lebensmitteln nen beachtlichen Schritt vorangekommen ist : Ungefähr die Hälfte würde lieber logische Waren kaufen - wenn es diese gäbe . Kaum so bekannt dürfte allerdings die Tatsache sein , daß eine steigende zahl Dänen auch auf andere Weise nen hat , sich persönlich und praktisch für eine fruchtbringendere Lebensform zu gagieren . Die Bewegung Grüne Familien befindet sich in starkem Wachstum , die Anzahl neuer ökologischer Kooperativen steigt kontinuierlich , Initiativen für ökologie , Stadtbegrünungszentren , gische Institutionen und te Beschäftigungsprojekte entstehen . Kreuz und quer gibt es neue Netzwerke , neue Typen der Zusammenarbeit , ein neues Rückgrat für das ment der Bevölkerung . 
Diese neue grüne Bewegung bildet sich in einer Zeit , in der die globalen lungstendenzen so gelähmt wie nur gendwann erscheinen und in den dungen über Probleme der etablierten Umweltorganisationen wie auch der weltpolitiker auf der internationalen ne laut werden . Aber ebenso schend , wie einem die neue Bewegung deshalb Vorkommen mag , so logisch ist sie eigentlich . Denn das neue ökologische Engagement , ausgehend von der Basis , spiegelt nämlich zuallererst wider , daß die Umweltorganisationen - nach nunmehr 25 Jahren - mit ihren Appellen für eine neue Lebensform erfolgreich waren . Der Ernst der anstehenden Probleme wird heutzutage mit so einleuchtender Kraft beschrieben , daß immer mehr Menschen mit ihrem Wissen nur leben können , wenn sie beginnen , da zu handeln , wo sie es können : persönlich , lokal , als cher und Bewohner . 
Ebenso wesentlich und interessant ist es dabei , daß die grüne Bewegung scheinend gleichzeitig eine Reaktion auf die Art und Weise darstellt , in der weltorganisationen , Behörden und schaft bislang die Umweltdebatte und den Kampf für die Umwelt führten . Die batte ist so professionalisiert , so nisch , so ökonomisch und wirtschaftlich unzugänglich geworden , direkt orientiert auf die Entscheidungsträger , daß es für viele Menschen unmöglich geworden ist , sich als Umweltaktivisten im 
len Verständnis zu engagieren . Das Volk dagegen will nicht nur den Kopf , sondern auch den Körper gebrauchen , es will nicht nur protestieren , sondern auch das Richtige tun , das Zufriedenstellende , das Praktische und Konstruktive . Deshalb steht die grüne Bewegung auch nicht aus einer neuen Generation topgetrimmter Umweltaktivisten . Sie besteht aus brauchern , Mietern , Sozialarbeitern , ern , Ledigen , Pädagogen , Architekten , Kulturleuten , ja sogar Lokalpolitikern , die ökologisches Bewußtsein und Praxis - das ist das Neue - in ihr übriges Wirken integrieren . Das wirklich Spannende und Vorwärtsgerichtete ist also , daß es sich um eine sozialökologische Bewegung handelt , die nach einer Reform unserer Arbeits - und Lebensweise strebt . 
Am spannendsten ist natürlich die ge , welche Hoffnungen man an die grüne Bewegung knüpfen darf . Ein - bis send „ Grüne Familien“ , sechzig sche Organisatoren , zwanzig ökologische Dorfgemeinschaften usw . : Da ist es lich ziemlich früh , von einem menwechsel oder einer Revolutionierung des Lebensstils zu sprechen . Die heit der Dänen lebt nach wie vor nur zu gut mit ihrem Konsum , ihren feindlichen Gewohnheiten und ihrem ständig schlechten Gewissen . 
Aber es geschieht trotz alledem etwas Neues . Einige Strategien werden sichtbar und eine Hoffnung flammt auf . 
«HftrillMlluil 
18 . März 1995 
Die Robben , die Bardot und wir 
Das Nordvolk sucht die Gefahr , und diesmal fordern wir ganze Teile der gesellschaft heraus mit unserem schluß , die Jagd auf Robbenjunge wieder aufzunehmen . Wir haben Grund zu etwas weniger Pessimismus als bei der aufnahme des Walfangs vor zwei Jahren . Die Warnungen und düsteren gen in den Massenmedien - Aftonbladet 
eingeschlossen - bezüglich des Umfangs der Reaktionen aus dem Ausland und der Auswirkungen auf den norwegischen port haben sich nicht bewahrheitet . Aber damit ist keinesfalls gesagt , daß auch mal alles automatisch gut gehen wird . Ein Lichtpunkt für die Regierung wie die portwirtschaft ist es jedenfalls , daß die Wortführer der Organisation Greenpeace nun doch die meisten der offiziellen gumente anerkennen . Es scheint auch klar , daß das Anwachsen der stände der Fischereiwirtschaft zum teil gereicht . 
Was für uns Laien ein wenig derlich klingt ist , daß es notwendig sein soll , 2 . 600 Robbenjunge zu erlegen um herauszufinden , wovon sie sich ernähren . So wie die Verhältnisse sind , werden sie sich zum größten Teil von Muttermilch ernähren . Dafür gibt es zwei verhältnismäßig einfache Gründe : Die Milch ist das einzige Angebot , und sie ist die einzige Nahrung , die ihnen mit ihrem hohen Fettgehalt das ben in der Kälte sichert . 
Die Robben haben sich so gesehen ser eingerichtet als unsere Behörden . Denn leider hat man sich auch diesmal nicht genügend auf die Reaktionen aus dem Ausland vorbereitet . Viele sche Auslandsvertretungen waren Ort heftiger Proteste von Tierfreunden , als 1993 der Walfang wieder aufgenommen wurde . Im Gegenzug existierten nur ge Pläne und noch weniger material für die Begründung des schlusses . 
„ Es wird schon alles gut gehen“ , Tautet einer der verbreiteten norwegischen Sprüche . Aber er trifft nicht immer zu , und ein bißchen mehr Vorbereitung det gewiß nicht . 
Der Filmstar Brigitte Bardot hat sich dagegen vorbereitet , und wenn die ration ihrer Kinder sie nicht vergißt , wird sie auch in den neunzigern ein effektiver Vorkämpfer dessen sein , woran sie sichtlich glaubt . Als Kampagneleiterin kann sie uns einiges lehren , und wir ten ihr den Respekt erweisen , uns etwas besser zu rüsten , um ihrer Argumentation und ihren Kampfmethoden gewappnet zu sein . Es ist verrückt , das nicht zu tun . Und teuer kann es auch werden . 
Nr . 2 , 1995
	        
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