Full text: 1995 (1995)

Man dankt A . P . Möller und 0K , man dankt überhaupt einer Menge guter schen , man dankt Unternehmen , aber es ist noch etwas Platz in der linken unteren Ecke . Und dort sollen auch die sen und die Politiker einen Gruß men von den neuen Trendsettern der formationstechnologie , den Heiligen , die uns geben woran uns mangelt - Zukunft , Arbeit , Flexibilität , Vorsprung , Überblick und eine reine Umwelt . 
So lautet die befreiende Ehrlichkeit aus dieser Ecke der Gesellschaft : „ Wir sind viele , die die Solidarität mit den den , Flotten und Normalbegabten satt ben , die zu Hause vorm Videogerät sitzen und denken : Daran ist die Gesellschaft schuld , daß es mir so besch . . . geht . - Auch Du mußt Verantwortung für Dein eigenes Wohlergehen übernehmen . 
Wir , die wir den Fortschritt ankurbeln , können auch nicht akzeptieren , daß man heute in Dänemark 30 . 000 Kronen dienen muß , um 10 . 000 Kronen ren zu können in neue lebenskräftige ternehmen . Der Steuerdruck muß gesenkt werden ! “ 
Also : Ihr wart eine Belastung für uns im vergangenen Jahr , Ihr Arbeitslosen , faule , videogelähmte , teure , fluchende no - goods . Macht Schluß damit . Wir haben keine Lust , auch im nächsten Jahr für Euch zu bezahlen . 
Hier kann man buchstäblich auf das teilte Dänemark hinweisen . Die guten Kunden werden auf der rechten Seite nannt und das untere Dänemark kommt ein paar Backpfeifen auf der ken . In der Mitte ein flottes erwerk . Schönes Neues Jahr ! Das ist so befreiend ehrlich . 
So verschiebt sich ständig die Grenze für das , was man sich laut zu sagen traut . Einige Gebiete sind immer noch sensibel und bedeckt durch eine dünne Schicht politischer Korrektheit oder allgemeinen Anstandes . 
Den anderen bleibt nicht mal das . Im vergangenen Jahr wurde Mogens Lykke - toft , dem aidskranken Thomas und den Arbeitslosen jedenfalls diese Gunst gen . Zum Teil auch den Krebsbefallenen , die immer nur frustriert und bekümmert sind . Das macht einen ja krank . Denk sitiv ! Raus aus dem Sessel , weg mit dem Video , stell Dich ans Fenster und lächle . Und sorg dafür , daß jemand es sieht . 
Pernille Stensgaard 
The 
Economist 
8 . Oktober 1994 
Lektionen aus dem frostigen Norden 
Nokia aus Finnland , einst Produzent von Toilettenpapier und Gummigaloschen , ist Europas führender Hersteller von fonen und weltweit die Nummer zwei hinter Motorola aus Amerika . L . M . Ericsson com ist der weltweit führende Anbieter von digitalen Vermittlungsstellen für fonnetze und der drittgrößte Hersteller von Mobiltelefonen . Gemeinsam beherrschen Nokia und Ericsson etwa ein Drittel des Weltmarktes von insgesamt 17 Mrd . Dollar für Mobilkommunikationssysteme . 
Wie konnten zwei Firmen aus so kleinen Ländern an der Peripherie die Größen ropas so demütigen ? Obgleich die Antwort in der Geschichte , Politik und Geographie der nordischen Länder begründet liegt , birgt sie dennoch drei Lehren für nehmen in der Telecom - Branche überall . 
Wettbewerb zu Hause . Fast in ganz pa gründete man große Staatsmonopole , um das Post - und Femmeldenetzwerk zu schen . Die nordischen Länder wählten einen anderen Weg . Die Finnen planten ihren stand gegen Zar Nikolaj II . am Ende des 19 . Jahrhunderts mit Hilfe von dungen und sind seit damals bei den lokalen Netzen geblieben . Das Land hat immer noch ungefähr 50 autonome lokale Telefonumter - nehmen , deren gewählte Kuratorien per rendum die Preise bestimmen . Diese Armee auf Unabhängikeit bedachter Firmen dert , daß Nokia auf dem heimischen Markt etwas in den Schoß fällt . 
Obwohl in Schweden der Staatsbetrieb Tele - verket bis 1989 das Telefonmonopol besaß , wurde nur wenig regulierend eingegriffen . Das Unternehmen agierte nach chen Grundsätzen . Den Großteil seiner stung produziert Televerket selber und verweist Ericsson im eigenen Land auf Rang zwei . Im Unterschied zu vielen europäischen Pendants mußte Televerket nicht den Postdienst tionieren . Außerdem mit einem eigenen Budget und der Freiheit , Kredite am Markt auizuneh - men , ausgestattet , verfügte Televerket so über genügend Motivation und Kapital , um in ren Service zu investieren . 
Der Blick ins Ausland . Fast überall in ropa haben solche Unternehmen wie Alcatel ( Frankreich ) und Siemens ( Deutschland ) ihr Telecom - Geschäft auf große , beschränkte tionale Märkte und spezielle Verbindungen mit einigen ausländischen Monopolen gründet Das mag die Telecom - Giganten zwar mit einem sicheren Markt versorgt haben , führte aber auch dazu , daß sie konkurrenzun - iähig wurden und nur langsam neue keiten erschließen können . 
Im Gegensatz dazu sind die heimischen Märkte von Nokia und Ericsson nur wenig größer als eine amerikanische Großstadt . Dies bedeutete , daß sie - dort unwillkommen - ausländische Märkte nach Kunden durchstö - bem mußten . Durch internationale on lernten sie frühzeitig , sich an das Wirrwarr der jeweils vorherrschenden technischen Standards anzupassen . Und sie machten sich einen Namen auf den Märkten , die jetzt nach ausländischen Anbietern suchen . 
Investitionen in neue Technologie . 1981 schlossen sich die nordischen Länder men , um das erste zellulare Netzwerk zu fen , bekannt als das Nordische stem . Es gab gute Gründe für diese Pionierleistung : Spärlich bevölkert und lich kalt wäre eine Verkabelung der sten Ecke Europas sehr teuer geworden . Aber gerade dort ist Telekommunikation besonders wertvoll . Die Menschen , die im arktischen Winter mit dem Auto unterwegs sind oder in abgelegenen Häusern wohnen , brauchen ein Telefon , um im Notfall Hilfe rufen zu können . 
In der Folge davon sind Schweden , wegen und Finnland Meister der Drahtlosig - keit geworden : neun bis zwölf Prozent der Einwohner besitzen ein Funktelefon chen mit sieben Prozent in Amerika . Nokia und Ericsson überwanden die heiten noch bevor andere Länder überhaupt über Mobiltelefone nachdachten . 
In diesem Jahr , so die Prognose , werden die Einnahmen von Nokia um die Hälfte und die von Ericsson um fest ein Drittel steigen . Das wird nicht immer so bleiben . Der Vorsprung wird schrumpfen , sobald die Konkurrenz auf den Märkten für Handies stärker wird . Aber beide Konzerne gehen davon aus , daß der wärtstrend noch eine Weile anhält . Asien , teinamerika und Osteuropa investieren riesige Summen in die Infrastruktur . Selbst pa bietet noch eine Möglichkeit : Wenn sich die Telefonmärkte in den nächsten Jahren öffnen , werden neue Marktteilnehmer nach Anbietern suchen , um unabhängig von den großen nopolen zu sein . 
Nr . 1 , 1995
	        
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