BERICHTE & ANALYSEN 
TARIFVERHANDLUNGEN : 
Überlebt das Dänische Modell ? 
Bei unserem nördlichen Nachbarn , der für seinen hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad und ein hohes Maß an politischer Kompromißfähigkeit bekannt ist , brechen längst etablierte Arbeitsmarktinstitutionen des staates zusammen . Ist der dänische Korporatismus am Ende ? 
Henry Werner 
Wenn im März diesen Jahres die 25 . Runde der kollektiven Lohnverhandlungen in mark nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen ist , geht es um wesentlich mehr als nur die Tarife für die kommenden zwei Jahre . 1970 schrieb der Sozialdemokrat Svend Auken : „ Es ist auffällig , wie wenig Änderungen in den grundlegenden turen des dänischen stems der letzten 35 Jahre geschehen sind . “ Diese Aussage läßt sich gut und ne bis 1980 fortführen . Eine Übertragung bis auf den heutigen Tag glückt jedoch nur in bedingtem Maße . Die rungen der vergangenen Jahre lassen gen , wie die Zukunft der kollektiven Lohnverhandlungen in Dänemark ausse - hen wird . 
Von Klassen - zu Gruppeninteressen 
Anders als in Mitteleuropa stieg in nemark die Anzahl der glieder von rund 600 . 000 unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg auf heute rund 2 Millionen . Daraus ergibt sich ein landesweiter Organisierungsgrad von über 80 Prozent . Besonders bemerkenswert ist , daß diese Entwicklung nicht allein in den fünfziger und sechziger Jahren stattfand , sondern sich bis heute konstant fortgesetzt hat . Ein Wunschtraum für deutsche werkschaften ! 
Ein näherer Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen verrät jedoch , daß in den letzten Jahrzehnten nicht allein ein Wachstum der Gewerkschaften , dern auch eine Verschiebung in ihrer Struktur stattfand : Während 1945 über 85 Prozent der gewerkschaftlich sierten Arbeiter waren , sind seit 1980 die Angestellten in der Überzahl , ln welchem Umfang das Einflüsse auf den inneren Zusammenhalt der Gewerkschaften übt , ist nicht zu unterschätzen . Während die Gewerkschaften der Nachkriegszeit in erster Linie Klasseninteressen ten , stehen heute vorwiegend Interessen fachlicher Gruppen im Vordergrund . lein die Annahme , daß die dänischen werkschaften durch die stark steigenden Mitgliederzahlen in ihrer chen Position gestärkt wurden , ist risch , sobald man in Betracht zieht , daß die Mitgliederstruktur während des chen Zeitraumes von zunehmender rogenität geprägt worden ist . 
Dasselbe Argument trifft auch für die Anzahl der Gewerkschaften zu : Während 1945 insgesamt 49 Gewerkschaften stierten , stieg ihre Zahl zwischenzeitlich auf 97 ( im Jahre 1975 ) und befindet sich derzeit bei 81 . Die Gruppe der schaftlich organisierten Arbeitnehmer hat sich also zwar vergrößert , verteilt sich dererseits aber auf wesentlich mehr werkschaften . 
Und während 1945 noch 96 Prozent ler Arbeitnehmer in Gewerkschaften nisiert waren , die dem band Landsorganisationen i Danmark ( LO ) angehörten , sind es derzeit nur noch etwa 70 Prozent . Ein Großteil der neuen Gewerkschaften versucht , eine schaftliche Organisierung außerhalb der mächtigen LO zu gewährleisten . 
Einige Faktoren haben also dafür sorgt , daß sich die Verhandlungsposition der LO nicht proportional zu dem wachsen der Gruppe der gewerkschaftlich Organisierten verbessert hat , was die wicklung der Gesamt - Mitgliederzahlen lativiert . Dennoch bleibt zu betonen , daß trotz der oben genannten Tendenzen heutzutage absolut mehr Arbeiter in der LO organisiert sind als 1945 und die LO mehr Mitglieder ( sowohl Arbeiter als auch Angestellte ) hat als je zuvor - nämlich etwa 1 . 450 . 000 . 
LO geschwächt 
Betrachtet man die Tatsache , daß die LO ursprünglich überwiegend teressen vertrat , seit dem Zweiten krieg sich jedoch immer mehr Angestellte in Gewerkschaften organisieren , ist es nicht weiter erstaunlich , daß eine große Zahl der neuen Gewerkschaften gewerkschaften für höherqualifizierte beitnehmer sind . Bis heute liegt der stelltenanteil bei den Mitgliedern der LO deutlich niedriger als ihr Anteil an den Gesamtbeschäftigten ( 35 Prozent über 54 Prozent ) . Diese Differenz ist nesfalls auf einen niedrigeren tionsgrad bei Angestellten führen , da diese mittlerweile mit einem werkschaftlichen Organisationsgrad von 79 Prozent annähernd zu den Arbeitern ( 82 Prozent ) aufgeschlossen haben . 
Zwei frühe Gründungen von schaften für höherqualifizierte Angestellte waren Fcellesrädet for Tjenestemcend og Funktioncerer ( FTF\ Gemeinschaftsrat für Beamten und Angestellte ) im Jahre 1952 und Akademikernes Centralorganisation ( AC\ Zentralorganisation der ker ) im Jahre 1971 . Obwohl diese beiden Gewerkschaften bis heute nicht so viele Angestellte an sich binden konnten wie die LO , sind sie dennoch ein bedeutsamer Machtfaktor außerhalb der LO . Während 47 Prozent aller Angestellten in der LO organisiert sind , stehen ihr immerhin 31 
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