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schreiten . Beide leben mit ihren nen zusammen , beide studieren Jura , das Leben verläuft schon jetzt in gewohnten Bahnen . Soll das alles gewesen sein ? Schwer angesäuselt und einträchtig beneinander pinkelnd , treffen sie eines Nachts in einem Park eine folgenschwere Entscheidung . Sie wollen noch einmal les riskieren , sie wollen noch einmal alles ausprobieren , wollen sich wechselseitig herausfordem . Absolute Freiheit heißt das Ziel . Wer die Herausforderung ablehnt oder scheitert , muß heiraten . Da trifft es sich gut , daß Martin einen Job als wächter in der Pathologie übernommen hat und ihn seine Rundgänge allabendlich auch in die Leichenkammer führen , wo die jüngsten Opfer eines Massenmörders aufgebahrt werden , der die Stadt unsicher macht . Schon mit den ersten stellungen ahnt der Zuschauer , daß da niges auf ihn zukommen wird . Keine Muße , um in der Popcorntüte zu wühlen oder nach den Mitbesuchern links und rechts zu schauen . Doch zeigt dieser zellente Horrorfilm weniger das gramm eines serial killers , wie bei vielen amerikanischen Filmen derzeit üblich . Aufgerollt wird vielmehr , was passieren kann , wenn man die eigenen Kräfte schätzt . Ein Läuterungsprozeß , der über Frauenleichen führt , was sicherlich einen feministischen Diskurs wert wäre . Die Helden jedenfalls können in letzter te den tatkräftigen Mörder erledigen . Was die beiden erlebt haben , soll sich nie derholen , der Weg zum Altar ist somit frei . Aus zwei halbwüchsigen , chenden Jungmännem sind tungsbewußte Kerle geworden . 
Das Sommerhaus von Richard Hobert aus Schweden ist dagegen eine leichte Komödie . Auch hier gilt das Thema von Abschied und Neubeginn . Der Abschied des älteren Mannes Ragnar von seiner Frau Ellen , von der ihm nur ihre Asche geblieben ist ; der Abschied seines Sohnes Mick von der vermeintlich ewigen Jugend . Mick ist ein windiger Rockmusiker , ziellos mit Bus und Gitarre unterwegs . Mit im Gepäcknetz seine Freundin Catti , ein ges Ding in Lederklamotten . Was Mick noch nicht weiß : Catti ist von ihm schwanger . Gemeinsam machen sie sich auf den Weg , um Ellens Asche im Garten des Sommerhauses zu betten . Es folgt eine leichtfüßige Jagd nach der Urne mit Ellens Asche , die durch verschiedene falsche 
Hände wandert , das übliche Auf und Ab von Mißverständnis und Aufklärung . Nach 86 Minuten geht Ellens Asche ihren Weg , in der Küche des elterlichen merhauses sagt Mick „ Ja“ zu seiner din und dem werdenden Iünd . Und damit die Abschlußszene stimmt , kommt noch hastig eine Nachbarin ins Bild gelaufen , 
Ein erster Show - down mit seinem Rivalen auf Zweck und Zeit findet in einer rentoilette statt ( ! ) . Doch Liv will sich tout holen , was sie braucht . Was flott ginnt , zeigt bald deutliche dramaturgische Schwächen . Zu vorhersehbar sind die zelnen Schritte , über die sich die lung entwickeln wird . Wer wen verwech - 
Über Storch und Stein 
die Ragnar und Ellen gut kannte . Zwei junge Menschen auf dem Weg nach ne , zwei alte Menschen blicken wehmütig , doch versöhnt zurück . Kann man cher sein ? 
Über Storch und Stein 
Dazu paßt gut Über Storch und Stein der Norwegerin Eva Isaksen , wiederum eine Komödie . Liv möchte unbedingt schwanger werden , ihr Mann Erling stützt sie nach Kräften . Als es trotz reicher Versuche nicht klappen will , sen sich beide untersuchen . Erlings Sperma wird nichts ausrichten , ein ernüchterndes Ergebnis . Was tun ? Ein zeugungsfähiger Mann muß her , der ling wenigstens ähnlich sieht . Der wird schnell gefunden , aber können und len die beiden Liebenden ihren Entschluß auch in die Tat umsetzen ? Besonders ling ist sich da bald nicht mehr so sicher . 
seit , was wann passiert , wer bei wem im Bett landet . Daß dieser Film den kumspreis der Lübecker Nachrichten heimsen konnte , zeigt , wie sehr dem Publikum dieses Thema von sucht , Erotik und Eifersucht am Herzen liegt . 
Aus dem Rahmen fiel da die finnische Produktion Der letzte Sommertag von Arto Koskinen . Auch sie gehört zum Sujet des Films über das Erwachsenenwerden . Ganz harmlos fängt es an : Die Eltern der zwölfjährigen Ruska und ihres kleinen Bruders packen überraschend die Koffer . Ab geht es in die Ferien . Doch aus der Reise wird immer mehr eine Flucht . ter färbt sich die Haare , Vater wächst ein Bart , und dann ist da noch ein Koffer er Geld . Auf der planlosen Fahrt durch Lappland verstrickt man sich immer mehr , bis bald nichts mehr geht . Die Stimmung zwischen den Eltern ist gereizt , eskaliert schließlich . Das Mädchen ist es , die in 
Nr . 1 , 1995 
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