p / iwjawaBM 
Baddi , aus den USA wiederkommt , terscheidet sich seine Sprache z . B . durch die Verwendung amerikanischer Idiome deutlich von der seiner Verwandten . Wie bewerten Sie diesen Einfluß auf das ländische ? 
Kärason : Baddis Sprache , seine nismen sind Jugendslang . Slang gab es mer . In den zwanziger und dreißiger Jahren kamen die hippen Worte aus dem schen . Der Einfluß von Slang auf die che ist begrenzt , denn Slang ist zeit - und milieugebunden und veraltet sehr schnell . Wenn ein Erwachsener beispielsweise dig Slang redet , dann klingt das einfach misch . Ich finde es eigenartig , daß im sammenhang mit fremdsprachlichem fluß permanent eine mung herrscht . 
NORDEUROPAforum : Wie stark ist der Einfluß des Englischen auf die sche Alltagssprache ? Was halten Sie von Gesetzen wie es sie in Frankreich gibt , die die Landessprache vor dem Einzug von Anglizismen schützen sollen ? 
Kärason : Im Isländischen ist der Einfluß des Englischen nicht so groß wie zum Beispiel im Dänischen . Wir würden nie auf die Idee kommen , weekend als weekend ins Isländische zu übernehmen . Für alle technischen Innovationen , die nach Island kamen , wie Video , Computer und Telefon wurden immer eigene dische Namen gefunden . Ich erinnere mich daran , daß , als vor einigen Jahren AIDS auftauchte , die ganze Welt nach nem Gegenmittel suchte , während es auf Island ein große Debatte gab , wie das Ding auf Isländisch heißen sollte . 
NORDEUROPAforum : Island ist relativ weit abgelegen von Europa und den USA . Glauben Sie , daß dies ein Vorteil oder ein Nachteil ist ? 
Kärason : Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten . Vielleicht ist die relative lation der Grund für die Nationwerdung Islands . In der Zeit nach den Wikingern war Island für Jahrhunderte isoliert . leicht war dies einer der Gründe dafür , daß die Isländer begannen , ihre eigene teratur zu kreieren . Sie waren ohne zeln , ohne kulturelles Erbe , ohne Familie und Abstammungstafeln isoliert in einem 
neuen Land . Sie mußten ihre eigene thologie entwerfen , um zu erklären , um sie dort waren , wo sie waren . leicht kommen auch die Sagas daher . 
Es war wirklich hart , ein Isländer zu sein . Es gab Flunger und Armut , schiffe aus Dänemark kamen nur ein - oder zweimal im Jahr , manchmal mehrere Jahre überhaupt nicht . Von den Napoleo - nischen Kriegen erfuhren die Isländer erst , als sie bereits vorbei waren . Diese Dinge spielen heute keine Rolle mehr , denn in drei Stunden ist man mit dem Flugzeug im Herzen Europas oder den USA . 
Heute ist die relative Isolation ein Vorteil , denn Island hat nicht die Probleme rer kleiner Nationen wie Liechtenstein oder Luxemburg , seine kulturelle tität zu wahren . Die Tatsache , eine große Insel im Nordatlantik zu sein , schafft eher die Einheit , die notwendig ist , um eine Nation zu bilden . 
NORDEUROPAforum : Was ist Ihrer nung nach typisch isländisch , was trägt dazu bei , ein isländisches Nationalgefühl zu etablieren ? 
Kärason : Das Land selbst , die Insel . Das Land ist ja nicht so klein , fast so groß wie Großbritannien , aber dort leben 50 lionen , und wir sind nur sehr wenige . Fast jeder könnte einen Berg , einen See oder einen Fluß besitzen . Egal wo man kommt : Man denkt immer , daß dieser Platz einem selbst gehört . Und natürlich unsere eigene Sprache . Die meisten der sind sicher stolz auf ihre Sprache , denn es ist ihre alte Sprache , die früher in weiten Teilen Europas gesprochen wurde , z . B . in den nordischen Ländern , auf den britischen Inseln , in der Normandie und in Teilen des alten Rußland . Aber nur auf Island wurde die Sprache in ihrer sprünglichen Form weitgehend erhalten . 
NORDEUROPAforum : Sie erwähnen Keflavik relativ oft in Ihren Büchern . Wie beurteilen Sie die Auswirkungen dieser amerikanischen Basis ? 
Kärason : Der Flughafen an und für sich ist eine gute Sache . Dennoch waren gehörige meiner Generation wie auch ich sehr skeptisch hinsichtlich der sis . Nachdem Island sich nach langer lonialherrschaft Dänemarks 1944 endlich 
34 
die Unabhängigkeit erkämpft hatte , ten die Errichtung einer amerikanischen Militärbasis und die Mitgliedschaft in der NATO für viele Isländer ein politisches Dilemma dar . Gerade viele Intellektuelle und nationalgesinnte Isländer fragten sich damals , warum man so lange für die abhängigkeit Islands gekämpft hatte , wenn man sich dann gleich wieder unter amerikanische Kontrolle begab . Doch mit der Zeit erkannte man , daß die nische Basis nichts mit der isländischen Unabhängigkeit zu tun hatte , ebenso nig wie Deutschland durch die schen Militärbasen ein Bundesstaat der USA wurde . 
Dies war jedoch eine politische on , die bis dato literarisch nicht tet worden war . Dadurch bekamen die Schriftsteller meiner Generation die lichkeit , das Aufeinanderprallen der rikanischen und isländischen Kultur mals zu beschreiben . 
Islands Lage mitten zwischen zwei nenten im Nordatlantik mit relativ kurzen Wegen auch nach Japan , ist unser großer Vorteil , zumal Islands Beziehungen zu anderen Ländern schon immer sehr tig waren . Dies galt für die religiöse , turelle und wirtschaftliche Entwicklung Islands in der Sagazeit und danach , als land durch Kontakte nach Südeuropa , durch die katholische Kirche und die formation beeinflußt wurde . Ohne takte nach außen würde die isländische Kultur verkümmern . 
NORDEUROPAforum : Befürchten Sie im Fall einer EU - Mitgliedschaft Islands eine kulturelle Dominanz Europas ? 
Kärason : Nein , davor habe ich keine Angst . Es geht mir vielmehr darum , daß wir als Teil einer großen Einheit wirklich pher wären . Heute bildet Island für die länder das Zentrum der Welt und wir nen selbst entscheiden , was uns betrifft . Viele Menschen , die in den ländlichen gionen wohnen , haben bereits heute das Gefühl , daß sie keinen Einfluß auf die scheidungen in Reykjavik haben . Wenn sende von Bürokraten in Brüssel den , würde uns die Möglichkeit politischer Initiative vollkommen genommen sein . 
NORDEUROPAforum : Lassen Sie uns noch einmal auf die Bücher selbst zurückkommen . Nach der Lektüre blie - 
N0RDEUR0PA 
fnrutn
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.