meist Kontakt mit Schweden . Jetzt haben hier sieben Deutsche Häuser gekauft . Das ist zuviel . Und jetzt haben wir natürlich vor allem Kontakt zu den Deutschen , wohl wir eigentlich viel lieber mit den Schweden wären . “ 
Inge und Heinz wohnen im 800 meter entfernten Kassel . 
Eine kleine schwedische Flagge weht über der Veranda des chens , das Inge und Heinz vor knapp zehn Jahren gekauft haben - nur einen Steinwurf vom Strand von Bolmsö in Smäland gelegen . 
Wasser , Luft , Natur , Ruhe und che Menschen , „ manchmal frage ich mich , ob wir bei uns genauso nett zu Ausländem wären . “ Natürlich gönnt man seinen dern , Verwandten und Freunden auch nen Platz im Himmelreich . Und die men . Sie mieten , und wenn möglich , kaufen sie . Ein Sohn und eine Nichte haben in der Gegend schon Hausbesitz erworben . 
Ein deutscher Nachbar sagt , halb im Spaß und halb im Ernst , man traue sich kaum noch , Freunde einzuladen , „ denn dann sind wir ja Schuld , wenn das zu le Deutsche hier werden“ . 
Wenn die Deutschen finden , daß zu le Deutsche da sind , was sagen dann die Schweden auf Bolmsö ? Niemand streitet ab , daß es Probleme gibt . Aber alle , wohl die Einheimischen wie auch die Sommerhausbesitzer , sehen sowohl die Vor - als auch die Nachteile mit den ländischen Hauskäufem und Touristen . 
Niemand hat etwas dagegen , wenn die Preise hochgehen . Niemand würde gern , an einen Deutschen zu verkaufen , wenn der am besten zahlt . Aber ein merhausbesitzer in einer Gegend , in der jetzt ein Fünftel der Häuser Deutschen gehört gibt zu , daß er wohl ein anderes Gebiet wählen würde , wenn er sich heute nochmal ein Sommerhaus kaufen würde . 
Wenn man nachhakt , stellt sich häufig heraus , daß Vorurteile auf einem Bus mit johlenden Jugendlichen oder einzelnen menden Campern gründen können . mein gelten die Deutschen als sehr lich , insbesondere diejenigen , die jahrein jahraus kommen . 
Ein wirkliches Problem ist das Alle - mansrätt . Das Recht , die Grundstücke und Strände von anderen zu betreten , wird in Touristeninformationen extensiv vermarktet . Daß die Schweden die de von anderen dennoch nur selten 
nützen , auch wenn es nicht verboten ist , geht nirgendwo hervor . Die Schweden sind der Meinung , daß viele Deutsche ihre Rechte überdehnen . 
„ Ein Informationsproblem“ , faßt ein Einheimischer zusammen . Es kann ern , bis die Rechtsauslegung der stenbroschüren mit den regionalen pflogenheiten übereinstimmt . 
„ Hier ist das reinste Paradies . Der ge Fehler ist , daß man nicht Schwede ist“ , sagt ein deutscher Hausbesitzer . 
Astrid Reichzvald 
Oktober 1995 
Der Fluch der Designer 
Das alte Sprichwort „ My home is my castle“ hat in der norwegischen batte diesen Herbst einen neuen Sinn kommen . „ In mein Haus lasse ich keinen Innenarchitekten“ , heißt es jetzt . Wer fängt gern fremde Besucher und entblößt freiwillig den verschlissenen Schaukelstuhl von Opa neben der High - Tech - Stereoanla - ge , die Unzahl von Kerzenleuchtem auf dem Kaminsims , den Teddybär auf der Couch , die Rüschengardinen - nur um sich von hochnäsigen Experten dann vorwerfen lassen zu müssen , gewöhnliche Leute ten „ keinen Geschmack“ ! 
Nein ! Wir gewöhnlichen Leute wollen ein gemütliches Zuhause . Dieses nis von Gemütlichkeit sei eine norwegische Eigenart , verlautet aus dem Mund der Fachleute . Wir Norweger seien vollständig immun gegen jeden Versuch erzieherischer Einwirkung auf unsere Wahl von Stil , Form und Farbe bei der Einrichtung . 
Wir können es ebensogut gleich ben . Das weltbekannte „ skandinavische Design“ hat sich in Skandinavien nie wirklich durchgesetzt . Das einfache , le , elegante und funktionelle Design , bis ins kleinste Detail durchgeführt , gibt es im Heim des Durchschnittsnorwegers nicht . Im Gegenteil , den Keller stattet er / sie mit schwingenden Saloon - Türen aus , den Flur mit spanischen Bögen , das Bad mit Marmorkacheln , das mer mit Kopien englischer Stilmöbel - 
wie eben der Rest der westlichen Welt es zur Zeit tut . 
Diese einfache Tatsache wird in der stellung „ Wir richten uns ein . Die lung des Geschmacks in der tung 1945 - 1995“ dokumentiert und demonstriert . Über die Schau haben sich die Designer und Innenarchitekten aufgeregt , weil sie von Norwegens „ zei“ Norsk Form zusammengestellt wurde . Das ist eine staatlich geförderte Einrichtung , die sich einer erzieherischen Mission im reich Design und Achitektur verpflichtet fühlt . Anstatt Geld für die Zurschaustellung des miserablen ästhetischen Niveaus in wegischen Heimen auszugeben , hätte Norsk Form lieber gutes , korrektes , beispielhaftes Stilgefühl vorführen sollen , lautet der wurf . 
Untersuchungen des Lebensstandards nach dem 2 . Weltkrieg deckten mangelhafte Hygiene , schlechte Beleuchtung und praktische Möbel , die Staub sammelten , auf . Eine Heerschar junger Designer wurde auftragt , im nationalen Heim chen und zu lüften . Hinaus flog Omas zenverzierter und altmodischer Geschmack . Herein kam das neue Zeitalter - vernünftig , einfach , funktionell , modern - mit einem Wort , das skandinavische Design . 
Aus der Sicht der Norsk Form in ihrer Rolle als „ Geschmackspolizei“ kann man der Ausstellung höchstens vorwerfen , daß sie deutlich zeigt , daß der Schönheitssinn sich nicht parallel mit dem zunehmenden Wohlstand entwickelt hat . Die Norweger geben ihr Gespartes nicht für Designer - Möbel aus , sondern für Kitsch , kopien , Seifenoper - Kulissen oder viel zu teure alte Bauernmöbel . 
Wie konnte das passieren ? „ Norweger sind die Herren im eigenen Haus . Sie machen , was sie wollen . Selbst eine Innenarchitektin kann noch so funktionalistisch sein , in irgendeiner Ecke hat sie bestimmt etwas stehen , was die ästhetischen Normen nicht erfüllt , “ behauptet Kultursoziologe Kjetil Rolness , der für die Ausstellung „ Trautes Heim“ verantwortlich zeichnet und zur Zeit im Kreuzfeuer der tik frustrierter Designer steht . Er trifft den gel auf den Kopf . Wir alle haben irgendetwas in einer dunklen Ecke versteckt . Vater Staat - unoffizieller Weltmeister , wenn es um gnen für gesunde Ernährung , Vitamine , den Sonntagsspaziergang , Moralismus und stirnigkeit geht - ist es nie gelungen , in das lerheiligste , das Allerprivateste einzudringen . My home is my castle ! Inger Bentzrud
	        

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