Full text: (1995)

tung durch die UNO unterliegen . Zeigte sich die jüdische Seite mit dem ersten Plan überhaupt nicht einverstanden , sprach der zweite weder arabischen noch jüdischen Vorstellungen . Der angestaute Mißmut entlud sich schließlich in einem gezielt gegen Folke Bemadotte ten Mordanschlag . Am 17 . September 1948 wurde er bei einem Besuch lems von jüdischen Extremisten auf ner Straße erschossen . 
So begannen die israelisch - schen Beziehungen mit einem Mord an einer in Schweden hochgeachteten sönlichkeit , die zudem dem schen Königshaus angehörte . Diese neswegs erfolgsversprechende basis konnte sich in der Folgezeit auch nicht wesentlich zum Besseren wickeln . Die Ursache hierfür lag in der Tatsache begründet , daß die Führer jener Extremisten , den sogenannten Kämpfern für die Freiheit Israels ( LEHY ) , in den Folgejahren höchste Regierungs - und Verwaltungsposten in Israel bekleiden sollten . Der israelische Außen - und mierminister Yitzhak Shamir ist dafür das offensichtliche Beispiel . Für eine Aufklärung des Attentats erwies sich ser Umstand keineswegs als dienlich . Die Untersuchungen wurden durch die zuständigen israelischen Behörden schließlich bis zur Verjährung des des verschleppt . 
Ganze 47 Jahre später wollen Israelis und Schweden nun gemeinsam an die Verbesserung ihrer Beziehungen gehen . In einem feierlichen Akt im hang mit dem offiziellen Besuch einer schwedischen Delegation in Israel , so meldeten es Dagens Nyheter und Svens - ka Dagbladet vom 15 . und 16 . Mai dieses Jahres , entschuldigte sich der israelische Außenminister bei den anwesenden gehörigen Folke Bernadottes , dem dischen Königshaus und Schweden für das Attentat . Die Ermordung des UNO - Vermittlers sei ein Akt des Terrors sen , eines Terrors , der heute noch jeden Dialog unmöglich machte . Aber , so Shi - mon Peres weiter , mit dem kommen von Oslo sei man endlich ein Stück vorangekommen auf dem Weg , den Folke Bemadotte seinerzeit eingeschlagen hatte . 
Daß trotz der überzeugenden digung , die im übrigen von der Familie Bemadotte wie auch der offiziellen 
schwedischen Vertreterin Monica Sahlin angenommen wurde , noch kein eitler Sonnenschein in den beiderseitigen ziehungen herrscht , zeigte die überstürzte Abreise Frau Sahlins am Tag darauf . Die stellvertretende Ministerpräsidentin hatte auf ihrem Wunsch bestanden , auch mit palästinensischen Vertretern menzutreffen . Die raelische Regierung kritisierte dabei die Absicht als solche , insbesondere aber das Timing wie auch die Wahl des sprächsortes ( das offizielle PLO - Haup - tquartier im Orient - Haus ) als „ send“ . Monica Sahlin wollte sich aber in gener Entscheidung nicht dem schen Willen beugen und reiste , die sicht auf die Familie Bemadotte als wand nehmend , zeitig ab . 
Im schwedischen Außenministerium ist man derzeit bemüht , die Scharte der allzu gen Staatsministerin wieder auszuwetzen und ein elegantes rangement für einen späteren Israel - such Frau Sahlins zu finden . Diese hatte eine Zerreißprobe gewagt und dabei die späte Ehrung Folke Bernadottes als Sprungbrett für einen dikalschlag bei der Aufarbeitung des schwedisch - israelischen Verhältnisses nutzen wollen . Sie überschätzte dabei lerdings die integrative Bedeutung der Person Bemadotte in Israel , wohl auch ihre eigenen Möglichkeiten . Mit tischen Hauruck - Aktionen und dem Fingerspitzengefühl läßt sich nach den Jahren politischer Anspannung in den schwedisch - israelischen gen nichts zu deren Entspannung ken . Israel hatte der Familie Bemadotte 
die Hand und damit Schweden den nen Finger zur Versöhnung gereicht , mehr zunächst nicht . 
Bei der Bereinigung von politischen Krisensituationen haben schwedische Unterhändler in der Vergangenheit ein 
deutlich feiner ausgeprägtes Gespür wiesen . Diese zum Vorbild möchte man dem derzeitigen EU - Vermittler Carl Bildt im ehemaligen Jugoslawien ein ebenso überzeugendes wie feinfühliges Auftreten wünschen . Durch eine wicklung der in der Krisenregion senden schwedischen Soldaten in che Konflikte könnte sich seine Mission schnell als wesentlich komplizierter weisen , als sie es ohnehin schon ist . Mit sturem Willen und überstürztem reisen wäre dann aber wiederum mandem gedient . ■ 
Folke Bemadotte mit seiner Familie 
Nr . 3 , 1995 
37
	        
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