Full text: (1995)

Ein zentrales Element des Abkommens war , daß die UdSSR in Schweden Waren bestellt , aber die schwedische Regierung konnte oder wollte die gewünschten ferungen nicht garantieren . Das zwang Moskau zu direkten Verhandlungen mit der schwedischen Industrie . Faktisch war sie es , die in letzter Instanz entschied , ob das Handelsabkommen durchgeführt wurde . 
Inzwischen warf der Kalte Krieg seinen Schattenriß . Schon im September 1946 stellte die schwedische Regierung fest , daß einige amerikanische Unternehmen auf schwedische Firmen Druck ausüben , nicht an die Sowjetunion zu liefern , und das State Department sandte Schweden eine offizielle Protestnote gegen das Rys - savtalet . 
SKF geriet so zwischen Scylla und Charybdis : Handel mit der Sowjetunion zu treiben bedeutete automatisch , einen Konflikt mit den USA schwören , aber Moskau nicht zu fern , konnte zu einem Verlust des ten Besitzes in Osteuropa führen . Also beschloß man , zwei Herren zu dienen . Offiziell schloß sich SKF der schen Embargopolitik an , insgeheim aber erhielt die Sowjetunion , was sie wollte . Der Schmuggel wurde von der Firma Henry Wallenberg & Co . in Stockholm initialisiert ; die eigentlichen nen organisierte eine Tochtergesellschaft der Wallenbergs , Grammont S . A . in sanne in der Schweiz . SKF Schweinfurth produzierte die Kugellager , die nachts per Lastwagen durch die französische zungszone zur deutsch - schweizerischen Grenze transportiert wurden . Von der Schweiz aus gelangten sie nach Ungarn und Jugoslawien und schließlich - das wurde während des Korea - Kriegs bar - in sowjetische Panzer . Die Sowjets erhielten offenkundig , was sie bestellten , nur nicht auf offiziellem Wege . 
Ähnliches ließe sich von anderen schwedischen Firmen berichten , wie etwa von der Wallenberg - kontrollierten ASEA , einem Hersteller von Elektrogeräten , komotiven , Kraftwerken usw . Eine te Weigerung , die Lieferungen führen , wäre unklug gewesen , denn die schwedische Industrie wollte ihre gen Geschäfte mit Osteuropa nicht fährden . Also schob man übervolle tragsbücher und Arbeitskräftemangel vor oder forderte extrem überhöhte Preise . 
Jacob Wallenberg 1945 auf dem Weg in die USA 
Warum diese Verweigerung ? War das les reiner Zufall ? 
Aalders und Wiebes folgen in ihrer wort der These , daß die Wallenbergs grund ihres Verhaltens während des Zweiten Weltkrieges , das zur Einfrierung ihrer amerikanischen Aktien führte , zwungen waren , die Embargopolitik zu unterstützen , und nehmen zudem eine mündliche Vereinbarung zwischen den USA und den Wallenbergs an . Kurzum : Sabotage des Ryssavtalet im Austausch für die Freigabe ihres in den USA nen Vermögens . Die Kooperation der Wallenbergs sowie deren Kontrolle über die schwedische Wirtschaft machte die fizielle Unterstützung der Regierung flüssig und hebelte die offizielle sche Neutralität partiell aus . 
Das Buch vermittelt einen kritisch schärften Blick für Wirtschaftsblockaden , Geldwäscherei , Wirtschaftsmanipulation und Finanzsabotage . Nur die Namen und Länder haben sich manchmal geändert . ■ 
Gerard Aalders / Cees Wiebes Die Kunst der Tarnung 
Die geheime Kollaboration neutraler Staaten mit der deutschen strie . Der Fall Schweden Aus dem Englischen übersetzt von Ursula Pesch . 
Frankfurt / M . : Zzveitausendeins 1994 , 284 S . , DM 27 , - . 
Christian Deubner 
Deutsche Europapolitik : Von Maastricht nach Kerneuropa ? 
Im Vorlauf zur EU - Revisionskonfe - renz von 1996 zielen die deutschen Reformwünsche für den Maastricht - Vertrag auf eine Fortsetzung der darin angelegten Schritte zur politischen Union . Sie wollen eine spürbare tiefung , Effizienzsteigerung und mokratisierung der EU . Der Autor analysiert Übereinstimmungen und Unvereinbarkeiten mit den gen aus anderen Mitgliedstaaten und versucht , die Chancen zur lichung der deutschen Wünsche zu bewerten . Abschließend stellt er drei Optionen für die deutsche tik vor , wie sie sich aus dieser Analyse ergeben ; eine zur deutlichen fung der Integration in der Logik von Maastricht und über den EU - Vertrag hinaus , eine zur Wahrung des Status quo und eine zur Konstituierung einer Kerngruppe vertiefter Integration in der weiterbestehenden großen EU . 
Die deutschen Interessen dürften sich - nach Meinung des Autors - bei nem Verzicht auf die Weiterführung des Maastricht - Konzepts und mit dem Umsteuem zu einer Kemgruppen - Konstruktion am besten verwirklichen lassen . Zum Schluß wird daher die konkrete Form einer solchen neuen Struktur noch etwas ausführlicher gestellt . 
1995 , 217 S . , brosch . , 38 , - DM , 
281 , 50 öS , 38 , - sFr , 
ISBN 3 - 7890 - 3906 - 3 
( Aktuelle Materialien zur Internationalen 
Politik , Bd . 42 ) 
Nomos Verlagsgesellschaft 
Hr . 3 , 1995 
35
	        
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