Full text: (1995)

PRESSESCHAU 
The Baltic 
INDEPENDENT 
__The weekly newspaper of Estonia . Latvia and Lithuania 
5 . - 11 . Mai 1995 
Realität ä la McDonald's 
Die Second Hand fragt sich , ob die nisatoren der Konferenz über „ Die Ameri - kanisierung Europas : Mythos oder lität“ in Tartu ihr zweitägiges Ereignis sichtlich so legten , daß es mit der großen Eröffnung von McDonald’s in der schen Hauptstadt Tallinn zusammenfällt . 
Die allgegenwärtige Restaurantkette , Ikone des amerikanischen Imperialismus , war für die Wahl ihrer Niederlassung nau gegenüber des historischen Viru - To - res in der Tallinner Altstadt kritisiert den . Gut für sie , schlecht für dickköpfige Denkmalschützer und architektonische Spürnasen , wurde das neue McDonald’s an schockierender Häßlichkeit aber lerweile von einem blasenartigen strum übertroffen , das sich noch ger genau am Beginn der Viru - Straße derließ . 
Kulturvolle estnische Revisionisten ben ihren hochgeschätzten Stadtvätern die Entscheidung leichtgemacht , nald’s die Eröffnung eines Restaurant an einer Stelle zu erlauben , die es zu einem der ersten Häuser am Platze werden läßt , das Besucher beim Betreten der schen Altstadt erblicken . Dabei beruft man sich auf einen Vertrag über eine stauranteröffnung , in dem einfach von nem „ Restaurant“ die Rede ist , ohne daß die Stadtbehörden ahnten , daß es sich bei um eine McDonald’s - Filiale handeln würde . Aber inoffizielle Quellen ten , daß die Stadtoberen ihre erste Probe eines fettigen Big Mac schon vor langem auf einer Dienstreise nach Schweden nießen durften und entschieden , diese quisite Köstlichkeit nach Tallinn zu gen , koste es soviel architektonische grität wie es wolle . 
Die Eröffnung der ersten McDonald’s - Filiale in Tallinn wird ein Thema der Konferenz über „ Die Amerikanisierung Europas : Mythos oder Realität“ werden oder auch nicht . Aber die nehmer , Big Mac - mampfende häupter und nichtsahnende Gebildete en gewarnt : das neue Restaurant piert ein Gebäude , das auch in der 
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Vergangenheit ein Restaurant te . Und der Name des Restaurants war - Europa . 
Wie der Name schon ahnen läßt , trägt die Second Hand Ausschnitte von Satire , Tratsch und Spekulation zusammen , die ansonsten nicht in dieser Zeitung scheinen würden . 
Äii'itpilifflt 
30 . Juni 1995 
Touristen leben gefährlich in Norwegen 
Ausländische Touristen verursachen verhältnismäßig viele Rettungsaktionen im Gebirge und auf See , wie eine neue Untersuchung zeigt . 
Ausländische Touristen waren in 19 Prozent der Unglücke durch Ertrinken , in 25 Prozent aller Schiffbrüche bei booten und in 50 Prozent aller unfälle in Norwegen in den letzten 18 Monaten verwickelt , wie eine neue Studie der Hauptrettungszentrale für gen ( HRS ) berichtet . 
Die Statistiken zeigen deutlich , daß hältnismäßig viele Touristen im Gebirge verschwinden , beim Fjällklettern glücken , bei Raftingtouren oder mit dem Kanu ertrinken . 
„ Die allermeisten Deutschen , die nach Norwegen segeln , haben eine sehr gute Ausrüstung und sind erfahrene Segler . Aber allzu viele sind nicht auf die rigen Wetterverhältnisse hier vorbereitet“ , sagt Heiner Stauche aus Hamburg , der mit seinem meerestüchtigen Segelboot in Stavanger angelegt hat . 
Stauche , der selbst Qualitätsingenieur bei der Lufthansa ist , war seit 1978 schon viele Male auf Segeltour in wegen . Ein wendiges Boot , verschiedene Typen von Navigationsinstrumenten und gute Karten sind unabdingbare aussetzungen , wenn man sicher an wegens Küste entlangsegeln will . „ Die zum ersten Mal nach Norwegen men , kaufen mit Vorliebe ten . Aber diese sind zu schlecht , um 
nach zu segeln , außerdem fehlen mationen zum Fährverkehr“ , meint ner Stauche . 
„ Mir fehlt eine kurze lokale dung in Englisch , Französisch oder Deutsch ein - oder zweimal am Tag“ , sagt Heiner , der selbst soviel Norwegisch lernt hat , daß er Ausdrücke wie Brise , kühlung und Sturm versteht . 
Die norwegischen Metereologen sind äußerst exakt in ihren Angaben , und wenn sie eine Windgeschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde ankündigen , dann wird es auf keinen Fall weniger . Einzelne Ausländer lassen sich auch von Sonnenschein und ruhiger See verführen und sind äußerst überrascht , dann auf eine kühle Brise oder einen leichten Sturm zu treffen , wenn sie die Schären verlassen . 
Viele Deutsche glauben , daß fünf Mann und ein solides Boot bei jedem Wetter klarkommen . Das Boot wird für eine oder drei Wochen ausgeliehen und die Route festgelegt , ohne daß man die hältnisse bei der Rückfahrt genügend denkt . Deshalb legen manche bei tem Wetter ab , um das Boot rechtzeitig abliefem zu können . 
„ Es gibt zuviele unnötige Aktionen , weil nicht genügend Rücksicht auf grundlegende Regeln und die eigene cherheit im Gebirge wie auch im Boot genommen wird“ , sagt der spektor von HRS , Arne Gravdal , zu Af - tenposten . 
Gravdal meint , die allermeisten tungsaktionen im Zusammenhang mit Freizeitbooten könnten vermieden den , wenn die elementaren Seeregeln folgt würden . 
„ Wir wollen keinesfalls die Leute ab - schrecken , Notsituationen zu melden , aber wer sich auf dem Wasser und im birge bewegt , sollte etwas mehr wortung zeigen und Gefahrensituationen vermeiden“ , meint Gravdal . 
Die Statistik des HRS ist Teil einer tersuchung , die der staatliche onsdienst ins Leben rief , um die Touristen besser informieren zu können . 
Trond Bo 
NORDEUROPA 
Гаги» !
	        
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