Full text: (1995)

Wie Schweden verfügt Norwegen bereits heute über eine gut ausgebaute munikationsinfrastruktur . Das zitätsnetz Supernett , das die Universitäten miteinander verbindet , war das erste seiner Art in Europa . Seit dem 1 . Mai 1994 den nach einer längeren Pilotphase ISDN - Dienste , d . h . Informationen aller Art wie Bilder , Texte , Sprache über ein Netz , als Standardservice für jeden angeboten . Bis Ende 1996 sollen neunzig Prozent des des auf ISDN - Basis vernetzt sein und bis Ende 1997 gar siebenundneunzig Prozent der öffentlichen Verwaltung . zwanzig Prozent der Norweger besitzen zu Hause einen PC und weisen zusammen mit den Schweden die höchste Dichte an net - Anschlüssen auf . Seit 1989 wurden die Preise für Teledienste nominell um dreißig Prozent verringert . 
Brechung des Monopols 
Wie bereits erwähnt ist der Aufbau derner Übertragungsnetze mit hoher pazität die technische Grundlage für den Eintritt in die Informationsgesellschaft . Erschwerend wirken dabei allerdings nopolisierte Strukturen , wie se das Netz - und Telefonmonopol der lekom in Deutschland , das erst 1998 abgeschafft sein soll . Die Folge derartiger Monopolisierung des Marktes sind hohe Preise für die Übertragung von on , was wiederum das Interesse , solche Dienste einzurichten , lähmt . 
In Nordeuropa geht man trotz rigkeiten konsequent vor und löste und löst die Monopolstellung von Televerket auf . Dänemark privatisierte als vierte ropäische schaft - hinter British Telecom , der nischen SIP und der spanischen Telefoni - ca - die staatliche Gesellschaft Tele Danmark , und seit April 1994 werden die Aktien an der Börse in New York notiert . Die Privatisierung in den anderen schen Ländern läuft auf Hochtouren , als letztes beschlossen die Norweger Anfang 1994 , einen ersten Schritt in Richtung vatisierung zu wagen und Televerket in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln . Die seit Juli existierende schwedische staatliche Aktiengesellschaft Telia AB , die sich als Folge der Auflösung des lichen Netz - und Telefonmonopols auf den Telefonservice , einschließlich ten - und mobile Dienste konzentriert , 
ging mit der holländischen schaft KNP und der schweizerischen PTT eine Alliance unter dem Namen Unisour - ce ein , um gegenüber der internationalen Konkurrenz gewappnet zu sein . Unisour - ce ist auch in St . Petersburg , den schen Staaten und Ungarn präsent . Mit der Öffnung des schwedischen munikationsmarktes operieren neben lia AB nun auch unter anderem British Telecom , ( vierzig Prozent der Anteile 
INFORWATIOHSTÏKNOLOQIN 
gehören UK’s Cable and Wireless ) , Transpac ( sechzig Prozent gehören der französischen Telecom ) sowie die kanische AT & T . 
Der Aufbau der Logistik ist die eine Seite , aber wie die Technik genutzt den soll , eine andere . Der ehemalige schwedische Verkehrsminister Mats Odell gibt zu bedenken , daß es nicht schwer sei , „ Glasfaserkabel zu verlegen , das Problem ist , wie man sie für die umfassende munikation nutzt“ . 
Im letzten Jahr legten beinahe tig von den jeweiligen Regierungen tragte Expertengruppen in Schweden , wegen und Dänemark ihre mehr oder niger umfangreichen Berichte für die Entwicklung der Informationsgesellschaft vor . Gemeinsam ist den Berichten , daß sie ausgehend von den jeweiligen nationalen 
Möglichkeiten übergreifende Ziele für die Förderung und Verbreitung der onstechnologien formulieren . So ist im nischen einhundert Seiten langen Bericht „ Informationssamfundet är 2000“ ( mationsgesellschaft Jahr 2000 ) zu lesen , daß „ richtig angewandt die technologien eine Quelle für ökonomische Entwicklung , größere Lebensqualität und besseren privaten und öffentlichen Service“ sein werden . Um aber dieses zu erreichen , „ muß eine solche Strategie auf eine breite Anwendung der neuen Technologien entieren , auf Werte wie Offenheit , kratie und Verantwortung für alle in der Gesellschaft bauen , so daß keine lung der Dänen in eine A - und B - Gruppe erfolgen kann“ . Diese Zielsetzung , die sich durch alle drei Berichte zieht , verdient durchaus größere Aufmerksamkeit , da die neuen Informations - und onstechnologien nicht automatisch eine höhere Lebensqualität und mehr tie für alle bringen . Eher stehen sie unter dem Verdacht , wie der Kanadier Harold A . Innis es schon vor vierzig Jahren te , Instrumente der Monopolisierung und Herrschaftsicherung zu sein . Der Aufbau der Infrastruktur kostet bekanntlich viel Geld . Das bedeutet , daß sie nicht beliebig entsteht , sondern in der Regel dann , wenn damit ökonomische Interessen verfolgt und durchgesetzt werden können . Das hat zur Folge , daß der Markt als Triebkraft munikationstechnologischer Revolution , was sowohl in den Plänen der US - nischen Regierung als auch in denen der EU , in dem sogenannten „ Bangemann - port“ nachzulesen ist , eine herausragende Rolle spielt . Dem Markt allein die Rolle im Spiel der Kräfte zu überlassen , reicht aber nicht aus , wenn verhindert weden soll , daß sich die Gesellschaft in die „ information rieh“ und die „ information poor“ tet . Oder schärfer ausgedrückt , wie es der amerikanische Politologe Benjamin R . ber auf dem internationalen kongreß letztes Jahr in Berlin tat : Es ist eine Kommunikationsstruktur zu entwickeln , die sich nicht vom Markt „ dieren“ läßt , da Märkte niemals darauf gelegt sind , das zu tun , was demokratische Politik leisten soll . 
Statistenrolle des Staates ? 
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig , die Rolle des Staates in diesem Prozeß zu 
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NORDEUROPA 
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