Full text: (1995)

THEMA 
Düngesalz und Algenpest 
Das Wissen über die Einflüsse von Düngesalzen auf das marine Milieu ist heute noch gering . Norwegische Forscher chen die Notwendigkeit eingehender Untersuchungen . 
ÖFFENTLICHE ABWÄSSER : 
Robert Sorensen 
Für eine Reihe meeresbiologischer Forschungsaktivitäten ist es wichtig , grundlegende Kenntnisse über die Auswirkungen von Düngesalzen auf das Leben im Meer zu haben . Aufgrund der Kenntnisse über Düngesalze und deren Folgen , haben wir heute eine litik , die sich als verfehlt erweisen könnte . 
Eine andere Seite der derzeitigen wasserstrategie ist , daß man häufig schiedene Stoffe zu einem komplexen bräu vermischt und dieses dann stark verdünnt . Dies trägt zu einer rung des Klärprozesses bei . 
„ Uns liegen heute recht zuverlässige Schätzungen darüber vor , um wieviel die Einleitungsmenge zurückgegangen ist , aber wir kennen weder den genauen halt noch die Wirkungen dessen , was wir heute einleiten“ , sagt tor Dag Oscar Oppen - Berntsen vom wegischen Forschungsrat . 
Die Abwassereinleitungen beeinflussen das Leben im Meer , aber was die standteile dieses komplizierten Cocktails im einzelnen und im Zusammenspiel wirken , wissen wir nicht genau , dere welche Rolle die Düngesalze und welche die Umweltgifte spielen . 
Ein Ansatz zur Lösung dieses Problems wäre , Kläranlagen für kleine lumen so nah wie möglich an der schmutzungsquelle zu bauen . So wäre es uns leichter möglich , die einzelnen Stoffe herauszufiltern und sie unter Umständen besser zu verwerten . In norwegischen 
Wirtschafts - und Forschungskreisen wird diese Frage gegenwärtig erörtert . 
„ Es ist außerordentlich wichtig , daß ganische Umweltgifte und Schwermetalle auf gar keinen Fall in die öffentlichen wasserkanäle gelangen . So können die Düngesalze im Abwasser zu der ce werden , die sie sind . Gesellschaftlich gesehen wird vermutlich viel Geld mit ner derartigen Regelung gespart werden können“ , sagt Yngvar Olsen , Forscher am SINTEF - Zentrum für Meereswirtschaft in Trondheim . 
Die Abwasserpolitik , die heute in wegen und Nordeuropa betrieben wird , basiert auf dem Nordseeabkommen . in haben sich die einzelnen ten zu einer prozentualen Reduzierung der Einleitungen verpflichtet , mit dem gebnis , daß von den sten Gebieten in Nordeuropa weiterhin extrem große Abwassermengen eingeleitet werden . Aus diesem Grund muß man über diskutieren , ob das Reduktionsziel nicht nach der Erzeugergröße bemessen werden sollte . 
Häufig wird die Auffassung vertreten , daß die Bemühungen Norwegens um eine Säuberung der Nordsee erfolgreicher wären , würde man die dafür ten Mittel auf dem Kontinent investieren statt in Norwegen mit seinen relativ gen Einleitungsmengen . 
Das Nordseeabkommen beruht unter anderem auf der Annahme , daß salze im Meer ähnliche Wirkungen entfal - 
ten wie im Süßwasser . „ Aber wie die kung auf das marine Milieu ist , läßt sich schwer sagen“ , meint Oppen - Berntsen . „ Wir werden uns aus der Perspektive der Grundlagenforschung mit Düngesalzen beschäftigen , auch um genauere nisse darüber zu erhalten , wie schiedliche Mengen und zungen solcher Salze die mensetzung von schaften steuern . “ 
In Lagen mit unausgewogenen salzanteilen kann es zu einem Aufblühen giftiger Algen kommen . In der Forschung untersucht man derzeit , ob die lung derartiger giftiger Stoffe eine „ gie“ der Algen im Wettbewerb mit ren Planktonalgen um Düngesalze ist , die ihnen selbst fehlen . In extremen Fällen kann die Ausbreitung der Giftalgen auch ernste Konsequenzen für te Lebewesen im Meer haben . 
Je nach Menge und Zusammensetzung von Phosphaten , Nitraten und Silikaten treten verschiedene Arten von plankton auf . Die Vermutung liegt nahe , daß diese Verhältnisse aus dem wicht geraten sind . Die derzeitige ser - und Einleitungspolitik nimmt darauf wenig Rücksicht . 
Außerdem ziehen Plankton und andere marine Organismen bestimmte giftige Stoffe magnetisch an und nehmen sie in sich auf . Es ist höchst bedenklich , daß solche Umweltgifte auch in den chen Abwässerkanälen vorhanden sind . 
Die Stoffe , die wir am meisten fürchten , sind oft fettlöslich und daher kaum serlöslich . Das bedeutet , daß sie in gischen Organismen in einer viel ren , manchmal bis zu vieltausendfach höheren Konzentration vorhanden sind als in dem Wasser , in dem diese men leben . Außerdem reichern sich che Umweltgifte in der Nahrungskette an . „ Die biologischen Auswirkungen ger Stoffe sind kaum erforscht , aber wir wissen , daß ihr Vorhandensein wichtige Teile des Fortpflanzungsprozesses flussen kann . Im schlimmsten Fall nen sie Unfruchtbarkeit oder schlechtswechsel bei unseren lich wichtigen Fischbeständen bewirken . Dann würden wir ganz schön in rigkeiten kommen“ , warnt Oppe - Bemt - sen . ■ 
Aus dem Norwegischen von Dagmar Lendt 
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NORDEUROPA 
/ «01«
	        
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