THEMA 
DEUTSCHE IM NORDEN : 
Aktuelle Trends 
Der vor allem von Deutschland ausgehende Massentourismus hat gerade In den letzten Jahren seine Auswirkungen auch in den nordischen Ländern gezeigt , wenn ( glücklicherweise ) auch längst nicht in dem Ausmaß wie etwa in den mediterranen Anliegerstaaten . 
Ewald Gläßer 
In Norwegen , Schweden und Finnland werden heute manche Bauerntäler , Wald - und Fjellgebiete oder gruppen - sozio - ökonomisch gesehen - am Leben erhalten durch den Sommer - und z . T . auch Wintertourismus , der sich in zunehmendem Maße von Mittel - nach Nordeuropa richtet . Luxuriöse und chere Hotels , behaglich eingerichtete sionen und vor allem ein weites Netz an komfortmäßig sehr differenzierten stenhütten bieten ein auch finanziell breit gefächertes Angebot an lichkeiten . In entsprechenden Katalogen , auf norwegischer Seite z . B . „ Norsk Hytte - ferie " oder „ Fjordhytter " , werden Jahr für Jahr unterschiedliche Objekte von einsam gelegenen Blockhütten im Fjell oder am Seerand bis zu Ferienhäusern mit tabler Einrichtung angeboten , und zwar für jeden Geschmack und Geldbeutel . 
Zahlreiche nordische Unternehmen sind mittlerweile auf dem deutschen Markt tätig , um den Tourismus nach Nordeuropa zu forcieren . Hierbei wird vornehmlich für Naturlandschaften in der Peripherie ( z . B . Lappland , Lofoten , Ve - sterâlen etc . ) geworben , um und Arbeitsplätze in jenen Absatzräumen zu erhalten . Klischees wie „ Wunderland der Natur " , „ Land der Fjorde " , „ Reich der Mitternachtssonne " oder „ Land der sami - 
Dr . Ewald Gläßer ist Professor am Wirtschafts - und Sozialgeographischen Institut an der Universität zu Köln . 
sehen Urbevölkerung " sollten aber trotz aller faszinierender Begriffsinhalte den mitteleuropäischen Touristen nie sen lassen , die nordischen Länder zu hen , wie sie sind , und nicht , wie man sie sich romantisch erträumt . Damit können im Vorfeld und im Norden selbst manche Un - und Mißverständnisse ausgeräumt werden . 
Die touristische Nachfrage 
Nach einer Studie von H . W . Opascho - wski ( 1990 ) unternahmen im Jahre 1989 schätzungsweise 2 Prozent aller schen Urlaubsreisenden eine Tour nach Dänemark , Norwegen , Schweden oder Finnland . Jene 2 Prozent erscheinen auf den ersten Blick sicher sehr niedrig und mögen den Norden als Reiseland mehr oder minder für Individualisten zeichnen . Andererseits zeigen die wicklungsdaten der deutschen Reisenden nach Nordeuropa einen beträchtlichen jährlichen Anstieg , wobei Dänemark und Schweden tendenziell den stärksten sucherstrom aus Deutschland nen können . 
Vor allem in Schweden findet man eine besondere Variante des Tourismus , die Deutschen in den benachbarten schen Ländern nur in geringerem Maße möglich ist , nämlich der Kauf von häusern bzw . Zweitwohnsitzen . Infolge der zunehmenden Einsiedlung peripherer me stehen dort immer mehr Wohnungen , 
oft ehemalige Kleinbauernstellen , zum kauf an . Deren Nachfrage ist seitens der schwedischen Bevölkerung nur bzw . noch begrenzt , es sei denn , daß es sich um nahe und naturlandschaftlich besonders begünstigte Plätze etwa an den Küsten und Binnenseen handelt . Im Jahre 1987 lag die Zahl der Freizeitwohnsitze in Schweden bereits bei über 625 . 000 . Damit waren mehr als 20 Prozent aller schwedischen Stadthaushalte Zweitwohnsitzeigentümer . Ähnliches gilt für Norwegen . Zwar hen für Deutsche auch in Schweden se Einschränkungen in puncto kauf , indem z . B . der Grunderwerb in den Küsten - und Seeuferbereichen den mischen Antragstellern vorbehalten ist . Für weniger nachgefragte Häuser und stücke , beispielsweise im inneren Sâmland , besteht diese Restriktion aber ( noch ) nicht . Allerdings müssen sich seit 1983 auch in Schweden Ausländer , die dort einen wohnsitz erwerben möchten , einem nehmigungsverfahren unterziehen . 
Zu den monetären Auswirkungen des Tourismus in Norwegen , Schweden und Finnland sei hier hervorgehoben , daß der Saldo der Fremdenverkehrsbilanz , d . h . die Differenz zwischen nahmen und - ausgaben , im Zeitraum 1986 - 89 für Schweden und Finnland sitiv , für Norwegen jedoch stark fallend und 1989 sogar negativ war . Die dings negative Fremdenverkehrsbilanz Norwegens ist auf die wachsende freudigkeit der Norweger selbst führen . So kletterten die Ausgaben der Norweger für Auslandsreisen im Zeitraum 1965 - 87 von 514 Mio . auf immerhin 20 . 108 Mio . NOK , während die kehrseinnahmen von 599 Mio . auf „ nur " 8 . 066 Mio . NOK stiegen . Die kehrseinnahmen halten also nicht mehr Schritt mit den rasch wachsenden verkehrsausgaben . Immer mehr Norweger können sich relativ preiswerte sche Dienstleistungen in weniger teuren Gebieten , z . B . in den mediterranen gerstaaten , kaufen . 
Der deutsche Tourismus nach Norwegen 
Fast 90 Prozent der deutschen gen - Reisenden sind typische Individualur - lauber , auch wenn die Tendenz zu einer Pauschaltour im Rahmen einer Reisegesell - 
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NORDEUROPA 
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