PRESSESPIEGEL 
SVERIWäS STÖHSTA MOKUONTIDNING 
PACEIS YVHETEK 
6 . März 1992 Kohl vor dem Nordischen Rat 
„ Wo und wann ein Politiker auftritt , ist wohl zuweilen genauso bedeutungsvoll , wie was er sagt . " Mit diesen Worten leitete Dagens Nyheter einen Kommentar über die Rede Helmut Kohls am 5 . März vor dem Nordischen Rat in Helsinki ein . 
Spätestens die Anträge Schwedens und Finnlands auf EG - Mitgliedschaft tierten in aller Deutlichkeit , daß die schen Länder durch engere Einbindung in die europäischen Strukturen nach neuer Dynamik für ihre eigene Entwicklung chen , und daß dafür die bisherige sche Zusammenarbeit nicht mehr genügt . 
Das Blatt erinnert in diesem hang daran , daß der frühere schwedische Finanzminister Feldt schon seit längerem anregte , die nordische Zusammenarbeit in ein nordeuropäisches Projekt deln , das - ganz im Sinne der „ neuen se " - den gesamten Ostseeraum zieht . „ So deutlich haben sich die früheren Politiker , die an der Sitzung des Nordischen Rates teilnahmen , nicht ausgedrückt " , fährt das Blatt fort , „ doch daß gerade der sche Bundeskanzler eingeladen wurde , kann als ein Zeichen gesehen werden , daß die Gedanken vieler in diese Richtung hen . . . " . Helmut Kohl war im übrigen der erste Gastredner des Nordischen Rates überhaupt . Die EG - Befürworter im Norden wurden durch den „ versöhnlichen und ständnisvollen Ton " in Kohls Rede und das Versprechen , sich für eine Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands Mitte der 90er Jahre einzusetzen , nicht enttäuscht . 
Dagens Nyheter bemerkt , daß nicht nur nordische sondern auch handfeste deutsche Interessen an einer verstärkten nordeuropäischen Zusammenarbeit stehen . „ Es existiert ein Ungleichgewicht zwischen dem Norden und dem Süden der Bundesrepublik . . . Die Angst davor , an den Rand der dynamischsten Regionen in Europa gedrängt zu werden , kann das nördliche Deutschland und die Länder um die Ostsee näher zusammenrücken lassen . " 
NEWS 
FROM ICELAND 
Februar 1992 
„ Die Entscheidung der isländischen rung , aus der internationalen mission ( International Whaling Commission , IWC ) auszutreten , basiert sowohl auf schaftlichen als auch auf politischen gungen , deren Ausformulierung eine Reihe von Jahren gedauert hat . Die große heit der Abgeordneten des Althings steht hinter dieser Haltung , ebenso die lichkeit des Landes , wie Meinungsumfragen gezeigt haben . Islands Fischereiminister und andere Persönlichkeiten ließen verlauten , daß sich die IWC mehr einer Politik zum Schutz der Wale zugewandt habe als einer vernünftigen Nutzung der Bestände dieser Meeressäugetiere - im Gegensatz zu den Zielen , mit denen die Organisation sprünglich ins Leben gerufen worden war . 
Für Island ist es eine prinzipielle genheit , sein Recht auf vernünftige zung der erneuerbaren Bestände von Meereslebewesen vor seinen Küsten nicht aufzugeben . Diese natürlichen Ressourcen sind für das Land von grundsätzlicher deutung , von ihnen hängt seine Existenz ab . Eine vernünftige Nutzung der Bestände steht ganz und gar im Einklang mit den teressen der Isländer , und es ist ihre zeugung , daß niemand besser als sie selbst einschätzen kann , wie diese Nutzung in ihren Küstengewässern am besten erfolgt . Islands Entscheidung , aus der IWC treten , bedeutet nicht , den Walfang deraufzunehmen . Diese Entscheidung gründet sich vielmehr auf dem selben zip , das der Politik des Landes in den ten Jahrzehnten zugrunde gelegen hat . " 
POLITIKEN 
6 . März 1992 
Das Nordische 
Die Tagung des Nordischen Rates in sinki ist heute beendet . Das passiert , während die Außenminister der liegerstaaten in Kopenhagen kommen , um einen sogenannten „ rat " zu bilden . Er soll sich auf ebene mit mehreren Themen beschäftigen , die ansonsten im Nordischen Rat oder vom 
Nordischen Ministerrat behandelt wurden . Die Gleichzeitigkeit ist möglicherweise kein Zufall . Auf jeden Fall unterstreicht sie , daß die europäische Entwicklung nach ren internationalen Formen der menarbeit verlangt . Die nordischen sterpräsidenten waren sich einig darüber , daß die europäische Integration in den nächsten Jahren „ die Voraussetzungen der nordischen Zusammenarbeit radikal dern wird . " 
Schweden und Finnland klopfen an die Türen der EG . Norwegen wird ihnen früher oder später folgen . Politisch und mental sind diese drei Länder daher derart auf die EG - Frage fixiert , daß sie kaum Augen für anderes haben . Aber es kommt nach sem Tag ein weiterer . Wenn das akute EG - Fieber auf normale Temperatur gefallen sein wird , werden sie vermutlich einsehen , daß regionale Zusammenarbeit weder sinnlos ist noch im Gegensatz zu einer breiteren ropäischen Integration steht . Im Gegenteil , sie kann ein nützlicher Zusatz sein oder werden . Der Ostseerat wird wohl auch bliert , weil man das erkannt hat . Offen bleibt die Frage , womit sich der Nordische Rat beschäftigen soll . Vor wenigen Jahren war der Norden ein Vorreiter im Hinblick auf Integration . In der EG muß er einen noch weitergehenden Abbau der Grenzen akzeptieren als man sich selbst unter den nordischen Ländern hatte vorstellen nen . Aber nach unserer Meinung muß die Anpassung des Nordens an die EG nicht deuten , die nordische Zusammenarbeit zugeben . Eher im Gegenteil . Es wird immer nötig sein , dafür zusammenzustehen , was man schlicht die nordischen Werte nennt . Aber was sind nordische Werte ? 
Wenn die konservativen Kräfte - nicht zuletzt die dänischen - jede Gelegenheit - auch diese Ratstagung - nutzen , um den Nordischen Rat zu kritisieren , geben sie zweifellos ihre eigene negative Auffassung dazu kund . 
Für den Konservatismus gibt es nichts Wünschenswertes an einer regulierten Marktwirtschaft , einer chung , einer Sozialpolitik , die auf dem zip der Hilfe für alle , die sie nötig haben - unabhängig von ihrer Arbeit und gen Versicherung - beruht . 
Kurz gesagt : Das , was das Nordische ausmacht und vor dem die Konservativen durch die EG hoffen flüchten zu können , das ist weder nordisch noch EG - lich . 
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NORDEUROPA 
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