deren Imperfektformen bis 1948 „ skulde , künde , vilde " zu schreiben waren . In der Konjugationsübersicht am Ende des sten , dänisch - deutschen Teils des buches , werden zwar die modernen men dieser Verben im Imperfekt angegeben , aber als offenbar fakultative Varianten zu den alten Formen . Womit der Rezensent seltsame Archaismen in den Übersetzungsarbeiten seiner ten auf einmal durchschaute !
Überhaupt vermittelt das Werk den Sprachzustand von vor mehr als 50 ren , anbei eine kommentierte Auswahl : S . 17 „ arbejderske = Arbeiterin " . Außer in einigen wenigen Fällen ist die kierung bei weiblichen Berufen heute im Dänischen obsolet , „ - inde , - ske " als xe zu vorhandenen Substantiven , die - vormals - ausschließlich männliche fe bezeichneten , sind also nicht mehr duktiv , schlimmer noch , viele weibliche Berufstätige empfinden Sexusmarkierung ihres Berufs als Beleidigung , spiel „ laerer " , - veraltet und pejorativ : „ lae - rerinde " . Nicht zufällig heißt es heute „ Kvindeligt Arbejderforbund " . Den kehrten Weg , daß ehemals ausschließlich mit Frauen besetzten Berufen im Zuge der Gleichstellung der Geschlechter neue zeichnungen für männliche Ausübende des betr . Berufs zugeordnet wurden , gibt es sehr selten , hier ist das beste Beispiel „ sygeplejerske " , das für sowohl männliche wie weibliche Werktätige benutzt wird . „ Han er sygeplejerske " ist also ein kommen normaler Satz im heutigen mark , für die ganz Begriffsstutzigen hat die Sprache die Erweiterung „ mandlig " vor „ sygeplejerske " auf Lager .
S . 65 „ dagligtoj = Straßenanzug , Dame : Tageskleid " ist dem Rezensenten aus seiner Kindheit ( Jahrgang 1946 ) auch nicht mehr bekannt , in „ Nudansk Ord - bog " ( Kbh . , Politiken , 10 . Ausg . , 2 . Aufl . , 1987 ) kommt es auch nicht vor . Die deutung des Verbs „ prodse " ( militärischer Flerkunft , in „ Nudansk Ordbog " nicht zeichnet ) erschließt der Rezensent aus „ Ordbog over det danske Sprog " ( Kbh . , 1918 - 54 , 28 Bände ) , es geht offenbar um Tätigkeiten an Kanonen .
Weitaus schlimmer sind drei Relikte aus der Zeit vor 1945 , die teils als Übersetzung eines dänischen Wortes , „ folkelig " , teils als Eintragungen an sich , unkommentiert ,
stehen - „ folkefœlle " und „ folkefœllesskab " . Das im dänischen Kontext unbelastete „ kelig " durch u . a . „ völkisch " zu übersetzen ist ein Skandal , da das dänische Adj . NICFIT durch die Propaganda des nalsozialismus desavouiert wurde ; es hat zwar eine ideologische Vergangenheit , nämlich die der „ folkehojskole " Grundtvig - scher Prägung , gehört aber glücklicherweise NICHT in den Dunstkreis von „ völkisch " ! Daß „ folkelig " oft mit „ beliebt , populär " übersetzbar ist , verschweigt die Eintragung , „ folkefœlle " = „ Volksgenosse " ist nicht nur veraltet und höchst ungebräuchlich , es gehörte vielmehr zum Wortschatz der schen Nazis , wie auch „ folkefscllesskab " = „ Volksgemeinschaft " . Literarisch verewigt sind beide Wörter u . a . in Hans Scherfigs Roman „ Frydenholm " ( 1962 ) , wo sie immer zur Charakterisierung von Nazi - santen eingesetzt werden .
Es ist also an der Zeit , den deutschen Teil des Wörterbuches einer gründlichen Revision zu unterziehen , altete Wörter zu streichen , bzw . , wenn man sie partout behalten will , zumindest mit einer informativen Abkürzung zu sehen , z . B . „ NS - Zeit " . Auf diese Weise würde Raum frei werden für die genauere Behandlung nicht obsoleter Wörter , wie z . B . „ arbejdsstyrke " und „ erhvervsliv " , auf die ich noch zurückkomme , und der lag , der ja sonst zuverlässige bücher produziert , würde seinem Ruf der Seriosität auch bei „ kleinen " Sprachen gerecht werden . Der Rezensent weiß fig nicht so recht , ob er weinen oder chen soll angesichts von Eintragungen wie „ liglugt " , „ ligstank " ( bei Komposita , die dem Leser als solche sofort erkennbar sind , d . h . , in ihre Bestandteile zerlegbar , könnte viel Raum eingespart werden ) , - oder „ ligtorneoperator " = „ doktor " .
Wer nur mit Hilfe dieses Wörterbuches arbeitet , wird böse Überraschungen erleben .
Auch bei scheinbar einfachen zungsproblemen kommt man schnell ins Schleudern , in den vielen Fällen nämlich , wenn zu einer Eintragung ein zuverlässig erscheinendes deutsches Äquivalent führt wird , z . B . „ arbejdsstyrke = schaft " . „ Belegschaft " - weiß der sprachige Benutzer ja - bezeichnet die „ Gesamtheit der Beschäftigten in einem Betrieb " ( Duden ) .
„ Arbejdsstyrke " hat aber als weitere notation : alle Individuen , die eine telbar oder mittelbar auf Erwerb richtete Tätigkeit auszuüben pflegen , sowohl branchenspezifisch gegliedert als auch auf Landesebene , also schaftlich gesprochen : „ nen " , „ erwerbsfähige Bevölkerung " , in len Kontexten = die Beschäftigten in ( Beruf , Branche ) . „ Arbejdsstyrke " ist m . a . W . auch das Äquivalent für „ labour force " in der englischsprachigen ratur . Die wichtigste Bedeutung von „ vervsliv " = „ Wirtschaft ( sleben ) " wird im dänisch - deutschen Teil angeführt , fehlt aber im deutsch - dänischen Teil ( unter „ Wirtschaft " ) . Im zweiten Teil figuriert - unkommentiert , obwohl 1990 überarbeitet - „ völkisch " = „ national ; folkelig " . Der „ Hühneraugendoktor " fehlt immerhin im zweiten Teil , ein aktuelles Wort wie „ schaft " ist aber nicht aufgenommen den ( Gyldendals Tysk - danske Ordbog , 12 . Ausg . , 4 . Aufl . , Kbh . , 1990 bringt es , dings nur in der urspr . alpinistischen deutung , so daß der Rezensent immer noch nicht weiß , wie er dieses häufig kommende Wort der jüngsten schichte übersetzen kann ) . ■
Langenscheidts wörterbuch der dänischen und deutschen Sprache / Dänisch - Deutsch ; Deutsch - Dänisch
( 18 . Aufl . , Berlin , München , Wien , Zürich u . New York , 1990 )
NORDEUROPA
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