Halldór Laxness 
Halldór Laxness wird 90 
Till Behrend 
Am 23 . April wird Halldór Laxness , der große isländische Dichter , neunzig Jahre alt . Obwohl auch Lyriker , Dramatiker und Essayist , wurde Laxness doch vor allem durch sein lerisches Werk bekannt , für das er 1955 auch mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde . Im Göttinger Steidl Verlag scheint jetzt - endlich - eine deutsche Werkausgabe . 
1902 in Reykjavik geboren , aber auf dem Lande aufgewachsen , reiste der Schulabbrecher 1919 erstmals nach penhagen . Weitere Reisen in das vom Krieg verwüstete Europa folgten . 1922 / 23 verbringt er als Gast in dem schen Benedektinerkloster Saint Maurice de Clervaux , wo er zum katholischen Glauben konvertiert . In Europa sucht der junge Laxness den Anschluß an die sten literarischen Strömungen . Sein Durchbruchswerk , der auf Sizilien verfas - ste und 1927 erstmals erschienene Roman 
„ Der große Weber von Kaschmir " legt hiervon Zeugnis ab . Obwohl von aus tiger Sicht teilweise bizarren sionistischen und surrealistischen ten durchzogen , bleibt der Weber doch dank seiner Intensität ein ungemein selndes Buch . Laxness hierin ähnelnd , reist der Protagonist des Weber , der junge Isländer Stein Ellidi , nach Europa und durchlebt hier einen Seelenkampf . Auf der Suche nach Vollkommenheit und sen zwischen der Liebe zur jungen Dilja und der Hingabe zur katholischen Kirche , entscheidet Stein sich schließlich für ein Leben im Kloster . 
Anders als sein literarisches alter ego löst sich Laxness rasch wieder von der katholischen Kirche , und wendet sich nun weltlicheren Themen und der Schilderung der sozialen Wirklichkeit Islands zu . gleich emanzipiert Laxness sich als rat , entwickelt eine eigene Handschrift , spiriert von der mittelalterlichen 
ratur Islands und der Tradition cher literarischer Überlieferung , die er als Kind in den Erzählungen seiner betischen Großmutter kennengelernt te , die noch die „ Sprache der Kultur , 800 Jahre alt , unverdorben und wunderbar , durchdrungen vom undefinierbaren schmack ihrer Herkunft , wie eine wilde Frucht " ( Laxness ) sprach . 
An die mittelalterliche Sagaliteratur lehnt sich , thematisch wie stilistisch , der Roman „ Die glücklichen Krieger " ( 1952 ) , an dessen Stoff der Großen der - Saga entlehnt ist . Wahrlich , größere Helden haben wir noch nicht gesehen : der zu Heldentaten aufgebrochene Recke Thorgeir und der den Ruhm seiner Taten besingende Skalde Thormod erweisen sich jedoch als feige Tot - beziehungsweise Schaumschläger . Was sich zunächst wie die ( trotz einigen Grauens überaus amü - 
Halldór Laxness [ Werkausgabe ] : 
bisher erschienen 
Bd . 1 : Der große Weber von Kaschmir , 1988 ; 
Bd . 2 : Am Gletscher , 2 . Aufl . Ì 990 ; 
Bd . 3 : Atomstation , 1989 ; 
Bd . 4 : Sieben Zauberer , 1990 ; 
Bd . 5 : Die glücklichen Krieger , 1991 - Göttingen : Steidl . 
nordeuropa 
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