KULTUR
mit , daß ich immer kommen , immer den , immer dabeisein würde - auch wenn ich keine Kraft hatte , wenn ich nicht konnte und drei kleine Kinder hatte . Manchmal fand ich , daß die Partei kommen rücksichtslos war , sowohl den jungen Frauen und Müttern als auch den jungen Vätern gegenüber , die in der Partei waren . Was das betrifft glaube ich , daß die Dänische Kommunistische Partei , wie dere kommunistische Parteien pas , ihre Mitglieder sehr stark ausgenutzt hat .
Die 1941 geborene Dea Trier Merch ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen und Graphikerinnen Dänemarks . Nach ner Ausbildung an verschiedenen mien beschäftigte sie sich mit vielfältigen Kunstformen . Einer abstrakten Phase te die Hinwendung zu einer sozial - schen Darstellungsweise . Als Mitglied der Künstlergruppe „ Rede Mor " verarbeitete sie politische Motive in großflächigen nolschnitten , mit denen sie auch ihre nen Bücher illustrierte . Ihr Roman „ born " verkaufte sich in Dänemark in mehr als 100 . 000 Exemplaren .
Dann gab es außerdem Mechanismen im politischen Aufbau , die ich verkehrt fand . Es gibt einen Sperrmechanismus in der Kommunistischen Partei , so daß du nicht von der Basis zur Spitze gehen und diese ändern kannst , du stößt gegen einen Widerstand . Wir wissen , daß es ihn gibt , er ist an einem bestimmten Zeitpunkt in den kommunistischen Parteien eingebaut . Als ich das erkannte , hätte ich verzweifeln können . Dann gab es Leute , die lich lange die gleichen Posten im gleichen Organisationsmodell innehatten , es muß aber eine Auswechslung stattfinden . Es gab also eine Steifheit im muster , die besonders auf die Jüngeren ritierend wirkte .
Aber als positive Erfahrungen will ich hervorheben , daß ich auf das traf , was Bertolt Brecht den lesenden und den Arbeiter nannte , also auf den Begriff der Arbeiterkultur . Das erlebte ich als was unglaublich Positives in der nistischen Bewegung . Ich meine , daß die kulturelle Schulung in Form von Lese - und Studienkreisen , wie sie tatsächlich stattfand und das Kunstinteresse recht charakteristisch für die Kommunistische
Partei waren . Sie hat ja immer viele ler angezogen und den Künstlern auch holfen . Mir wurde in gewissem Sinne auch als Künstlerin von der Partei geholfen , die froh über meine Arbeit war . Das Positivste war die Arbeiterkultur , denn es gab viele Menschen , die mir erzählt haben , daß es gar keine Arbeiterkultur gibt . Ich glaube , das ist eine Lüge , ich habe sie selbst in verschiedenen Ländern gesehen und an ihr mitgewirkt . Diese Arbeiterkultur kann sehr schön sein .
Dann gab es auch eine Form von plin in der Kommunistischen Partei , die ich sehr mochte . Wenn wir große Festivals in den Parks arrangierten , brachten die Kommunisten danach immer alles schön in Ordnung , alle Kabel wurden mengerollt , das Gras geharkt , die Stühle auf ihre Plätze gestellt , alles war lich . Ich finde , das war völlig richtig . Es gab auch eine Form von Kameradschaft und Hilfsbereitschaft unter den sten , die ich gut leiden konnte . Ebenso fiel mir auch sehr die internationale tion der Kommunistischen Partei in ihrer besten Bedeutung , also etwas , das mit Brüderlichkeit über die Grenzen hinweg zu tun hat .
H Dein bisheriges schriftliches und grafisches Werk steht in engem sammenhang mit deiner sozialistischen Lebensanschauung . Hat sich durch die umwälzenden weltpolitischen gen der letzten Zeit dein Weltbild dert ?
In einem Großteil meiner Arbeit gibt es ein sozialistisches Element oder einen zialistischen Ton oder Hintergrund . Aber in einigem was ich gemacht habe ist er nicht besonders deutlich oder fast bar , und das wird oft vergessen . Ich habe zum Beispiel auch einiges für eine sche jüdische Zeitschrift mit einer ganz anderen Problemstellung gearbeitet , und ich habe schwierige Gedichte und die Werke anderer Verfasser illustriert . Ich glaube also , daß es nicht in all meinen Werken so deutlich zum Vorschein kommt .
Uns allen ist im Moment gemeinsam , daß es Veränderungen gibt . Es gibt etwas , das die Situation in Europa auf me Weise verändert hat - der Fall der Mauer . Die physische und die geistige , diese unangenehme , eiskalte geistige
er sind weggefallen . Und wir haben nun dieses große , äußerst interessante Europa , das vom Atlantik bis vielleicht zum Ural und von Gibraltar bis hinauf zur lotte reicht . Wir haben dieses riesige , tinationale , multikulturelle Gebiet mit hochentwickelten und sehr schwach wickelten Gebieten , und wir müssen es schaffen , alle miteinander zu leben . Das , glaube ich , ist wirklich gut . Aber es kann auf die armen Gebiete der Welt , auf ka , auf Lateinamerika , vielleicht schreckend wirken , daß wir jetzt so stark werden .
Ja , mein Weltbild hat sich verändert , dein Weltbild hat sich verändert . Europa ist zu etwas völlig Neuem geworden mit fantastisch vielen Möglichkeiten . Aber es gibt wohl einen Punkt , an dem sich mein Weltbild nicht verändert hat , denn ich glaube , daß wir in einer schaft leben , dieser Gedanke ist geblieben . Hier in Deutschland höre ich zum spiel die ganze Zeit , daß die Ostdeutschen im Vergleich zu den Westdeutschen lich sehr arm sind . Aber wer arm ist , ist ja nicht weit davon entfernt einer se anzugehören . Also , ihr bekommt jetzt eine neue Form von Klassenstruktur , und Politik ist unter anderem ein Ausdruck für die Verhältnisse der Klassenzugehörigkeit . Es ist klar , daß die Arbeiterklasse eine dere Politik als die Mittelklasse und diese eine andere als die Oberklasse hat . Und es soll und muß doch eine Politik geschaffen werden , die die Interessen der klasse auf vernünftige Weise wahrnimmt . Nach der Kommunistischen Partei muß jetzt eine neue politische Manifestation folgen . Und sie muß und wird kommen , es muß wieder eine Arbeiterkultur geschaffen werden . Für die Arbeiter ist es nicht gut , eine Oberklassenkultur zu haben , sie len ihre eigene Kultur .
Es werden einige sehr interessante ge in Deutschland geschehen . land ist schon immer ein interessantes Land , im guten wie schlechten Sinne , wesen , ein Land der Ideen . Und es den neue Ideen kommen , wir sehnen uns nach neuen Ideen , auch wenn sie jetzt noch nicht sichtbar sind , so werden sie doch kommen . Ihr habt in Deutschland einige herausragende Verfasser und eine Tradition tiefgehender Selbstkritik . Und das , was eure Verfasser sagen , hat großen Einfluß darauf , wie wir anderen die sche Situation verstehen . Ich denke an
nordeuropa
Jbriil "

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