BERICHTE &
Von norwegischer Seite müssen wir den Umgang mit Rußland intensivieren und die Anstrengungen fortsetzen , eine regionale Zusammenarbeit im Norden zu entwickeln . Das läßt sich nicht nur durch eine kurze , tensive Kraftanstrengung tun ; dazu ist mehr eine langfristige Perspektive lich , und wir müssen darauf vorbereitet sein , daß es dauern kann , bevor konkrete Ergebnisse erzielt werden . Die schen Einwände , die wir gegen eine sammenarbeit mit der ehemaligen union hatten , existieren nicht mehr . Rußland ist allerdings noch immer eine Großmacht , und das Land verfügt über weit größere Ressourcen als wir .
Politische Initiativen
Unter diesen Voraussetzungen hat die Regierung die Initiative ergriffen , eine Ba - rentsregion zu schaffen - das heißt eine gionale Zusammenarbeit , die geographisch Nordnorwegen , das finnische Lappland , Norrbotten in Schweden sowie die zen Murmansk und Archangelsk in Rußland umfaßt . Der hohe Norden ist vom sichtspunkt der Sicherheit her weiterhin von Bedeutung ; wir haben jetzt aber auch Gelegenheit , Strukturen für eine neue Ära der Zusammenarbeit und des Friedens zu entwickeln . Auf der renz in Kopenhagen im März 1992 wurde die Bildung eines Ostseerates beschlossen . Der Rat besteht aus den Außenministern der zehn Ostseeländer : Dänemark , land , Norwegen , Schweden , Deutschland , Polen , Litauen , Lettland , Estland und land . Die Ostsee stellt ein bedeutendes tentielles Wachstumsgebiet dar . Die pe von Ländern ist wichtig : Vier sind nordische Länder ; die baltischen Länder gehören dazu ; zwei sind EG - Länder , und zwei große europäische Länder nehmen an dieser Zusammenarbeit teil . Rußlands änderte Position in dem Gebiet bewirkt , daß Norwegen - auch auf dem Wege über dieses Forum - ein starkes Interesse an gen und guten Kontakten mit Rußland hat . Die baltischen Staaten werden in Zukunft wichtige Zusammenarbeitspartner sein . Das Ostseegebiet ist somit in weit höherem Maße als bisher „ norwegisches " gebiet .
Man kann in zunehmendem Maße die Ostsee als einen Kern der russischen Politik des Nordens sehen . Das bedeutet eine
wisse Gewichtsverlagerung im Verhältnis zu den Gebieten in Nordwestrussland , dem bisherigen strategischen Schwerpunkt im Norden . Das Ostseegebiet wird als dungsglied zwischen dem hohen Norden und der breiteren europäischen lung wichtiger . Um auch den hohen den einzugliedern , hat Norwegens minister Thorvald Stoltenberg in einer Rede am 25 . April 1992 Pläne für eine Barentsre - gion dargelegt . Die Region wird eine sammenarbeit über die Grenzen gens , Rußlands , Finnlands und Schwedens hinweg umfassen . Stoltenberg ist der fassung , daß die Öffnung der russischen Grenze und die Aussicht auf eine finnische , schwedische und möglicherweise sche Mitgliedschaft in der EG große lichkeiten bieten und es sinnvoller machen , im Norden eine regionale Zusammenarbeit zu schaffen . Die Barentsregion könne als Norwegens Beitrag zur neuen schen Architektur betrachtet werden , bei diese Architektur auch die erforderliche nordische Dimension erhalte . ster Stoltenbergs Initiative hat von dent Jelzin in seiner Rede auf dem KSZE - Gipfel in Helsinki im Juni 1992 Unterstützung gefunden . Die ster der nordischen Länder haben sich der Idee dieser Region auf ihrem letzten Treffen in Spitzbergen angeschlossen .
Barentsregion als Stabilisierungsfaktor
Ein Hauptziel der Barentsregion wird es sein , zu einer politischen , wirtschaftlichen und ökologischen Stabilisierung und wicklung der nordwestlichen Regionen Rußlands beizutragen . Das gramm der norwegischen Regierung für den Beistand für Osteuropa mißt diesem Gebiet besonderes Gewicht bei . Auf diese Weise wird die Barentsregion ten für eine wirtschaftliche Expansion in Nordnorwegen schaffen .
Es besteht nicht die Absicht , daß der Ba - rentsentwurf die bestehenden Formen der Zusammenarbeit im Norden ersetzen soll . Einige Strukturen gibt es bereits - sowohl auf lokaler Ebene als auch zwischen len Behörden . Wir hoffen , daß die neue itiative der bestehenden Zusammenarbeit mehr Durchsetzungsvermögen verleiht , daß sie zur Schaffung neuer Foren schen lokalen Behörden führt , und daß sie den Weg für eine umfassende
chung unserer bilateralen Beziehungen mit Rußland im Norden pflastert .
Die Barentszusammenarbeit kann mit wohl geographischen als auch funktionalen Begriffen definiert werden . Die Region zeichnet sich durch klimatische , liche , demographische , kulturelle , sche und sonstige Charakteristika aus , die sie von den südlichen Regionen det . Unser Ziel ist es , im nördlichen Teil des nordischen Gebiets einen Treffpunkt zu schaffen , wobei die Charakteristika dieser Region berücksichtigt werden . Während die Ostseeregion vielerorts dicht besiedelt ist und über ein großes industrielles tial verfügt , hat die riesige Barentsregion nur etwa vier Millionen Einwohner , die ihr Einkommen in erster Linie aus der tung natürlicher Ressourcen beziehen .
Vom 18 . Jahrhundert bis zur volution blühte der Handel zwischen norwegen und dem Gebiet von gelsk . In diesem Zeitraum diente Norwegen als Bindeglied zwischen westrußland mit seinen reichen natürlichen Ressourcen und dem übrigen Europa . Diese Blüte im Norden war nicht nur auf den genannten Pomor - Handel zurückzuführen , der örtlich verankert war . Sie war dem der Tatsache zu verdanken , daß norwegen eine Art Zwischenstation auf bem Wege zwischen Westeuropa und Rußland war . Beide Teile zogen Nutzen aus dieser Situation . Sie räumte Nordnorwegen auf der Europakarte einen zentralen Platz ein . Was wir hier vorschlagen , ist in lichkeit nichts anderes , als wieder da setzen , wo wir 1917 aufgehört haben .
Heute steht Nordnorwegen zwei hauptsächlichen Herausforderungen genüber . Die eine geht vom Süden aus , vom europäischen Integrationsprozeß ; die andere kommt von Osten , von der wjetischen Gesellschaft und von der nung der russischen Grenze .
Herausforderungen aus dem Süden
Die vom Süden herrührende derung hat bis jetzt die meiste samkeit auf sich gelenkt . Ergebnis ist das EWR - Abkommen , das wichtigste nordische Abkommen der Geschichte . Aufgrund eines ganzen Bündels von wirtschaftlichen geln unter unseren Ländern übertrifft es alle vorherigen nordischen Abkommen . Schweden und Finnland allerdings sind
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NORDEUROPA

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