Von guten und bösen Homosexuellen
Öffentliche Resonanz
Feindbilder :
Unter den norwegischen Schwulen und Lesben wird ein Gesetz , das es ermöglicht , die eigene Partnerschaft staatlich zu ren , allgemein begrüßt . Ablehnen will es so direkt eigentlich niemand . „ Der Signaleffekt des neuen Partnerschaftsgesetzes ist für uns wichtiger als eventuelle Steuervorteile " , ten beispielsweise Torhild und Guri , zwei freundete lesbische Frauen , in einem view gegenüber der führenden norwegischen Homosexuellenzeitschrift Blikk im Juli dieses Jahres . Die beiden gehen davon aus , daß ein Partnerschaftsgesetz es den milienangehörigen von Schwulen und ben erleichtere zu akzeptieren , wenn diese einen Partner bzw . eine Partnerin des chen Geschlechts haben . Das sehen jedoch nicht alle so . Der ehemalige Leiter des DNF - 48 , Claus Drecker , etwa behauptet , ein nerschaftsgesetz für Schwule und Lesben , das eine öffentliche Registrierung nötig macht , habe gerade zur Voraussetzung , daß der einzelne Schwule und die einzelne Lesbe bereits ein gutes Verhältnis zur eigenen milie hat . Desgleichen müßten sie es auch wagen , z . B . am Arbeitsplatz offen zum nen Schwul - bzw . Lesbischsein zu stehen . Da dies aber nur die wenigsten können , könne das geplante Gesetz auch nur für bereits blierte und erfolgreiche Schwule und Lesben in Partnerbeziehungen von Vorteil sein . nen Schritt weiter geht in einem Kommentar der Tageszeitung Klassekampen der list 0ystein S . Ziener . Ohne das schaftsgesetz an sich ablehnen zu wollen , stellt er den Schwulen und Lesben doch die kritische Frage , ob sie es riskieren sollen „ daß die Grenze zwischen akzeptabler Heterose - xualität und unakzeptabler Homosexualität jetzt verschoben wird und eine Grenze schen Schwulen und Lesben selbst wird , schen den von der Gesellschaft akzeptierten monogam in Gemeinschaft Lebenden und den nicht - akzeptierten allein Lebenden " . ne kritischen Äußerungen in bezug auf eine Sichtweise , nach welcher zwischen „ guten " Schwulen und Lesben auf der einen Seite und promisken „ Schmuddelkindern " auf der anderen etwa unterschieden werden könnte , stießen bei Befürwortern und Promotern des Partnerschaftsgesetzes allerdings auf harsche Ablehnung - derart , daß man fast daraus schließen möchte , unter Homo - Aktivisten in Norwegen sei das Partnerschaftsgesetz „ eine heilige Kuh " , an der keine Kritik öffentlich laut werden dürfe .
In den norwegischen Medien - die sich nicht gerade loben können , über Schwule und Lesben im Allgemeinen positive erstattung zu leisten - wird ein Partner - schaftsgesetz für Homosexuelle weitgehend bejaht . Dagbladet , die größte Tageszeitung des Landes , widmete „ der Brandfackel in der norwegischen Gesellschaftsdebatte " , wie es das Gesetz bezeichnete , im Mai dieses Jahres seine Titelstory und ließ seine Leser eigens eine Telefonabstimmung für oder gegen das Gesetz durchführen . Tags darauf verkündete es triumphierend , zwei von drei Anrufern meinten , es sei nun an der Zeit , daß sexuelle Paare endlich die gleichen Rechte und Pflichten bekommen wie le . Recht nüchtern im Vergleich , aber nicht weniger wohlwollend geht Aftenposten , die größte norwegische konservative tung , die Angelegenheit an . Sie sieht hinter dem Gesetzentwurf nichts weiter als ein Recht auf Schutz durch das Gesetz , den alle Mitglieder einer Gesellschaft haben sollten .
Allgemein wird davon ausgegangen , daß das norwegische Storting den wurf mehrheitlich annehmen wird . Das stehende dänische Gesetz ist unter Verweis auf die traditionelle nordische heit bereits ein Argument dafür . Die ge Bevölkerungsgruppe in Norwegen , die den Gesetzentwurf strikt ablehnt , sind die Christen - und mit ihnen die Kristelig Fol - keparti . Ihr Sprecher , Svein Alsaker , zeichnet ein Gesetz zur Registrierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften als „ eine genauso große Bedrohung für die Werte der Familie wie die norwegische gliedschaft in der EG " . Welcher Art die drohung für die Werte der Familie durch die norwegische Mitgliedschaft in der EG ist , sei dahingestellt . Nichts desto trotz hat er für seine einschlägigen Äußerungen den diesjährigen „ Homophob - Preis " erhalten , der alljährlich während der schwul - lesbi - schen Festlichkeiten der Homo - Woche Ende Juni in Oslo vergeben wird .
Ob Dänemark und Norwegen mit ihren Gesetzen zur staatlichen Registrierung mosexueller Partnerschaften wegweisend auch für andere Länder werden , wird sich vielleicht schon bald zeigen : Schweden , Finnland und die Niederlande stehen reits im Begriff ihrem Beispiel zu folgen .
Raimund Wolfert ist Skandinavist und freier journalist in Berlin .
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Wo sind sie geblieben ?
Der Kalte Krieg ist zu Ende , aber der Abschied von liebgewordenen Feindbildern und militärischem ken fällt auch in Nord europa schwer .
Gregor Putensen
Von den Massenmedien in aller heit registriert und kaum beachtet , eignete sich Ende Februar in den hen Gewässern der russischen Halbinsel Kola ein Zwischenfall , der Militärs wie tikern eigentlich das Blut in den Adern te gefrieren lassen müssen .
Ein kernwaffentragendes , nuklear triebenes Unterwasserschiff der USA dierte in der Barentssee in Tauchfahrtlage in gar nicht allzu großer Entfernung vom wichtigsten Marinebasisgebiet der gen Sowjetunion mit einem gleichartigen russischen Atom - U - Boot . Der stoß verlief bis auf einige Beulen an beiden Schiffskörpern glimpflich , niemand kam zu Schaden . Das russische Außenministerium beschränkte sich im Grunde genommen darauf , Gesicht zu wahren , indem es im Rahmen gebotener Routinepflichten beim US - State Departement verhaltenen Protest gegenüber der navigatorischen keit der amerikanischen U - Bootbesatzung erhob .
Dennoch verdient der Vorgang merksamkeit : Zum einen unter dem winkel der denkbaren katastrophalen tischen und militärischen Folgen eines derartigen Zwischenfalls unter den gungen der zugespitzten on des Kalten Krieges . Abgesehen einmal davon , daß sich die nukleartechnischen Konsequenzen unter den Umständen nes schlimmeren Kollisionsverlaufs auch heute als nicht absehbar hätten erweisen können . Beide Gesichtspunkte legen gentlich konsequente Abrüstungsschritte nahe , vor allem auf dem Gebiet des her weitgehend ungebremsten maritimen Wettrüstens .
NORDEUROPA
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