Haltungen in der Gesellschaft zum ven zu ändern .
In Dänemarks Fußstapfen
In den achtziger Jahren ist wohl AIDS das Thema gewesen , über das die on von Schwulen und Lesben in den schaften der westlichen Welt am sten geprägt wurde . Auch die norwegische Politik gegenüber Schwulen und Lesben konzentrierte sich seit Anfang der achtziger Jahre vordergründig auf die beit in Bezug auf AIDS . Von Seiten der Schwulen - und Lesbenverbände wurden seit Einführung des Antidiskriminierungsschutzes neben Forderungen im Umfeld von AIDS gegenüber den staatlichen Autoritäten vor allem auch Forderungen nach einem Recht auf Ehe , auf Adoption und auf künstliche fruchtung erhoben . Die Debatte um eine gesetzliche Regulierung homosexueller nerschaften bekam dabei wie in vielen ren Ländern schließlich auch in Norwegen frischen Aufwind , als im Herbst 1989 in nemark das Gesetz zur Registrierung geschlechtlicher Partnerschaften in Kraft trat . Dänemark war das erste und bis heute einzige Land der Welt , das ein Gesetz zur Regulierung von homosexuellen schaften verabschiedet hat . Der text selbst ist sehr kurz , er umfaßt nur fünf Paragraphen . In ihnen wird ganz einfach festgelegt , daß all die Gesetze , die für paare gelten , auch für homosexuelle Paare gelten , sofern sich diese registriert haben lassen . Ausgenommen aber sind das Recht auf Adoption und das Recht auf kirchliche Trauung .
Das dänische Partnerschaftsgesetz galt weltweit als eine Sensation . Es wurde von den meisten Schwulen und Lesben als ein großer und wichtiger Schritt auf dem Weg zu verstärkter Akzeptanz und Integration gefeiert . Aber es wurde auch von kritischen Stimmen begleitet . So wurde die te Partnerschaft nach dänischem Gesetz alsbald von vielen als „ Ehe zweiter Klasse " bewertet , da sie Schwulen und Lesben eben nicht das Recht auf Adoption räumt . Viele Kritiker sahen das Gesetz als Schritt in die falsche Richtung in einer Zeit an , da sich die westlichen Gesellschaften zunehmend vom überlieferten schaftsmodell lösten und sich weitgehend die Erkenntnis verbreitet habe , daß die Ehe
als patriarchale Konstruktion auf der minierung der Frau beruht . Bezeichnend mag sein , daß in Dänemark bis zur wende 1991 / 1992 rund eintausend mosexuelle Partnerschaften registriert den . Drei Viertel von ihnen wurden von schwulen Männern gestiftet , nur ein Viertel von lesbischen Frauen .
Zugunsten des politisch Machbaren sind auch die norwegischen Schwulen - und Lesbenverbände von ihren gen von Anfang der achtziger Jahre gehend abgerückt . So akzeptieren auch sie jetzt , daß die Rechte auf Adoption , auf künstliche Befruchtung und auf Trauung und kirchliche Zeremonien von einem Gesetz zur registrierten Partnerschaft geschlossen sein sollen . Abgesehen von
Eigil und Axel .
Kopenhagener Rathaus 1 . 10 . 1989 .
diesen Ausnahmen fordern sie aber für schwule und lesbische Paare die gleichen Rechte und Pflichten , wie sie elle Paare dadurch erreichen können , daß sie eine Ehe eingehen . Dem entsprechend hat die norwegische Regierung jetzt ein Partnerschaftsgesetz für Homosexuelle vorgeschlagen , das sich im wesentlichen am dänischen Modell orientiert . Es wurde Anfang Juli 1992 vom Ministerium für Kinder und Familie mit einer chen Begründung an über 70 instanzen übersandt . Es beinhaltet in ster Linie die Pflicht der Partner auf gegenseitigen Unterhalt und räumt ihnen das Recht ein , voneinander zu erben und niedrigere Steuern zu bezahlen . Neben Steuerfragen berührt der Gesetzentwurf in erster Linie Vermögens - und rungsfragen . So betrifft er die cherung , die Rente und die waltung . Er spricht in Übereinstimmung mit dem dänischen Gesetz schlechtlichen Paaren aber auch nicht das Recht zu , Kinder zu adoptieren oder sich
kirchlich trauen zu lassen . Wie im setz wird in ihm nicht die Forderung hoben , daß die Partner , die ihre schaft registrieren lassen wollen , zusammen wohnen . Anders als in jenem wird für die Registrierung einer xuellen Partnerschaft aber zur zung gemacht , daß einer der beiden ner seinen Wohnsitz in Norwegen oder die norwegische Staatsbürgerschaft hat .
„ Ehe " oder „ Partnerschaft "
Auch der norwegische Gesetzentwurf zur Registrierung homosexueller ten bedeutet keine Gleichstellung zwischen diesen und der Ehe , so spricht er quent von „ Registrierung " und „ schaft " . Die Begriffe „ Trauung " und „ Ehe " sind der heterosexuellen Ehe mit ihrer logischen und religiösen Sonderstellung behalten . Denn die Ehe als tragende Säule der Gesellschaft will die norwegische rung ausdrücklich nicht antasten . Ein Gesetz zur Regelung homosexueller ten sieht sie jedoch im wesentlichen darin begründet , daß das Zusammenleben von Schwulen und Lesben weitgehend ben Konsequenzen habe wie eine Ehe unter Heterosexuellen . Homosexuelle Paare haben das gleiche Bedürfnis danach , ökonomische und juristische Punkte untereinander seits und zwischen der Partnerschaft und der Gesellschaft andererseits zu regeln wie heterosexuelle Paare , argumentiert sie . Sie führt jedoch auch an , daß die eigene mosexualität dem Einzelnen trotz erfolgter Entkriminalisierung und trotz Antidiskrimi - nierungsschutz wegen immer noch weit verbreiteter ablehnender Haltungen in der Gesellschaft auch heute häufig große sönliche Probleme bereite . Folglich erwartet sie , daß das vorgeschlagene Gesetz dazu beitragen kann , Schwulen und Lesben das soziale Leben zu erleichtern und ihre hungen zu stabilisieren . Durch die Wahl ner formellen , registrierten Partnerschaft len nach Ansicht der norwegischen Regierung homosexuelle Paare die keit erhalten , ihr Zusammenleben ber der Familie , Freunden und der schaft sichtbar zu machen und positive Rollenmodelle zu vermitteln . Nach einer ersten Schätzung geht sie davon aus , daß sich ( zunächst ) etwa 3 - 400 schlechtliche Paare jährlich registrieren lassen werden .
Nr . 4 , 1992
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