sehenswert , jedoch auf der Basis einer nauen Analyse der herrschenden Lage .
Dr . Stefan Tschirpke ist Leiter des sprachigen Dienstes YLE - Radio Finnland .
Erwiderung Rasso Knoller :
Der Leserbrief von Herrn Dr . Tschirpke enthält neben einigen aktuellen gen , für die ich als Autor des Artikels „ Das Rauschen im AH " dankbar bin , leider auch Aussagen , die nicht unwidersprochen genommen werden können .
In den letzten Jahren hatten fast alle landssender unter dem abnehmenden esse Ihrer Geldgeber , meist sind das die weiligen Regierungen , zu leiden . Aufgrund der immer besser werdenden lichkeiten der Satellitenempfangstechnik , aber auch aufgrund der politischen Öffnung Osteuropas ( erinnern wir uns , viele sender wurden gegründet , um die schen in Osteuropa über den Westen zu formieren ) sparen viele Länder die Kosten für ihre Auslandssender ein .
Um aber trotz beschränkter Ressourcen Programme machen zu können , gibt es nur zwei Möglichkeiten : Entweder wenige , aber qualiätvolle Programme produzieren , oder eine Vielzahl weniger gute . Vor diese Wahl ist man auch in Helsinki gestellt .
Her Tschirpke stimmt mir darin zu , „ daß die meisten deutschsprachigen Sendungen von 'Radio Finnland' auf Übersetzungen ruhen , die vom englischsprachigen Team vorbereitet werden . "
Ich halte diese Arbeitsweise aus den Gründen für nicht zeitgemäß :
1 . Deutschsprachige Hörer haben digerweise ein anderes Interesse als lischsprachige . Während beispielsweise der Besuch des deutschen sters in Helsinki für einen Hörer in ney kaum von Interesse sein dürfte , möchte wahrscheinlich ein Finnland - Fan in Dresden über einen solchen besuch informiert werden .
2 . Übersetzungen führen logischerweise zu Zeitverzögerungen .
Da Radio Finnland die sendungen des Vorabends auch am sten Tag mehrmals wiederholt , bekommt der Hörer nicht immer aktuelle nen geboten . Die Behauptung , die
lige Wiederholung einer Sendung würde an deren Aktualität nichts ändern , scheint mir etwas naiv . Man stelle sich einmal vor , die allabendliche Tagesschau würde in veränderter Form am folgenden tag um 16 . 30 wiederholt !
Herr Tschirpke behauptet zwar , daß mindest die 16 . 30 Sendung aktualisiert werde , doch da darf ich ihm hier den Rat geben , bei seinen eigenen Sendungen „ besser hinzuhören " . Der aufmerksame Hörer wird selten , und dann nur gige , Änderungen bemerken .
In einem Nebensatz habe ich in meinem Artikel auch erwähnt , daß bei Radio Finnland in den vergangenen drei Jahren etwa zwei dutzend Mitarbeiter gearbeitet haben . pke widerspricht dem , obwohl er es besser wissen müßte . Ich selbst habe bis Juni 1991 in der deutschsprachigen Redaktion von dio Finnland gearbeitet und bin daher über die dortige Personalpolitik bestens informiert .
Trotz aller Kritik und Uneinigkeit lassen mich die im September 1992 ten Programmänderungen hoffen , daß man jetzt auch bei Radio Finnland die Zeichen der Zeit erkannt hat und Schritte in Richtung „ hörbares " Kurzwellenradio unternimmt .
In diesem Sinne wünsche ich meinem ehemaligen Arbeitgeber alles Gute .
Rasso Knoller
RECHTSEXTREMISMUS IN SKANDINAVIEN :
Wieder Wind in den Segeln
Noch vor wenigen Jahren war der dinavische Rechtsextremismus ein bedeutendes Thema . Unter dem Einfluß steigender Flüchtlingszahlen und der Frage nach nationaler Identität in einem Europa der Umwälzungen hat sich das Bild allerdings gewandelt . Flassenhaß und Rechtsextremismus werden fähig .
Unter den gewalttätigen sten , die im Spätsommer 1992 stock , Cottbus , Notting Hill in London und viele weitere Städte verwüstet hatten , fanden sich auch junge Neofaschisten aus den skandinavischen Ländern .
Da mehrere ihrer „ Führer " zur Zeit haftet sind , haben sich die schwedischen Rechtsextremisten - vorläufig - neue Schlachtfelder außerhalb Schwedens sucht . Der erschreckend schnell wachsende Neofaschismus im vereinigten Deutschland und in Osteuropa bietet ihnen dabei neue Gelegenheiten , ein europäisches tremes Netz weiter zu festigen .
Dieser „ Reiseextremismus " bedeutet doch nicht , daß Schweden von den dischen Neofaschisten in Zukunft verschont bliebe , vielmehr haben sie ihre aktive kehr auf die Straßen Schwedens schon für diesen Winter wieder angekündigt .
Das Bild der Skandinavier , die bisher rall in der Welt als besonders tolerant und beral gesonnen eingeschätzt wurden , ist gekratzt . Auch in diesen Ländern kommt es zu Angriffen auf Ausländer , die mit denen in Deutschland vergleichbar sind . Flüchtlinge werden verfolgt , mißhandelt und sogar getötet . Es wird sich zeigen , wieviel sich von dem ehemals positiven skandinavischen ge in den nächsten Jahren halten kann .
Dabei war der schwedische mismus noch vor einigen Jahren ein kaum beachtetes und nur wenig bedeutendes Thema . Die damals existierenden stischen Gruppen erschienen in ihrem lierten Dasein eher kurios als bedrohlich , und auch in der sogenannten partei in Dänemark und Norwegen war der Populismus noch nicht braun gefärbt . Die Entwicklung des europäischen mismus und Radikalismus und eine gleiche Entwicklung in Skandinavien werfen Fragen auf , die zu erörtern sind :
Wie kann der skandinavische tremismus beschrieben werden ?
Von der Organisation und formalen Struktur her ist der skandinavische extremismus und Radikalismus ein schen - und innerstaatlich äußerst nes Gebilde . Zwei Hauptströmungen lassen sich ausmachen : Die erste ist die de rechtsradikale Szene , die von den mentarischen Fortschrittsparteien in mark und Norwegen und ihrem Gegenstück Ny Demokrati in Schweden bis zu den härteren Gruppen wie Sverige - De - mokraterna ( SD ) und den norwegischen Nasjonaldemokraterna reicht . Ein Spektrum von Parteien und Gruppen also , die der direkt ausländerfeindlich sind oder hin -
Nr . 4 , 1992
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