BERICHTE & ANALYSEN
Dagmar Schiek
Nachtarbeitsverbot für Arbeiterinnen
Gleichberechtigung durch Deregulierung ?
Frauenarbeitsschutzbestimmungen stehen der Chancengleichheit von Frauen am Arbeitsmarkt entgegen . Gleichzeitig tragen sie - re im Arbeitszeitschutz - soweit sie gelten , der zusätzlichen Belastung von Frauen durch beiten Rechnung . Ein sches Dilemma - soll den Frauen der Schutz vor gesundheits - und schädlichen Arbeitszeiten im Namen der Gleichberechtigung genommen werden ? Die Verfasserin - tin im hessischen Frauenministerium - analysiert die Auswirkung des Nachtarbeitsverbotes für nen ( § 19 AZO ) auf die marktlage von Frauen ebenso wie die Interessen der Wirtschaft - auch im Zusammenhang mit dem EG - Binnenmarkt - nach mehr Frauen in der Nachtschicht . Sie erörtert die Vereinbarkeit des § 19 AZO mit dem verfassungs - und EG - rechtli - chen Gebot der Gleichbehandlung von Frauen und Männern sowie die Bindungen , die sich bei der Reform des Rechts der Nachtarbeit aus der Pflicht zum Schutz der Gesundheit aus Art . 2 Abs . 2 GG sowie dem EG - rechtlichen Gebot zur rung von Lebens - und gungen ergeben und entwickelt einen Vorschlag für ein neutrales Nachtarbeitsgesetz .
1992 , 447 S . , brosch . , 98 , - DM ,
ISBN 3 - 7890 - 2677 - 8 ( Schriftenreihe zur Gleichstellung der Frau . Bd . 6 )
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War die Trennung unvermeidlich ? Aus diesem Erfolgserlebnis heraus haben die Finnen die 11 Jahrzehnte der tumszeit verdrängt als „ den ryska paren - tesen i Finlands historia " . In Wirklichkeit ist der moderne finnische Staat mindestens zur Hälfte eine Schöpfung der Zaren . Sie gaben dem Land , was es zuvor nie gehabt hatte : 100 Jahre Frieden und das Recht , alle Einkünfte des Landes zu eigenen Zwecken zu verwenden und damit die eigenen Ver -
der russischen Presse an , ohne darauf zu reagieren . Sein Nachfolger Nikolaus II . war diesem Kraftakt nicht gewachsen . In seiner Schwäche geneigt , jedem geben , der ihn zu besonderer Härte forderte , ließ er sich 1899 von einer tion von „ Finnenfressern " in Armee und Kriegsministerium dazu aufhetzen , in Finnland mit dem Februarmanifest von 1899 endlich für Ordnung zu sorgen .
Objektiv hatte er sogar recht - die dischen gesetze waren ja niemals plizit bestätigt worden . Und selbst wenn :
Man konnte nicht ein gesetz , das für einen staat gemacht wurde , jetzt auf Finnland allein anwenden und so tun , als sei das Land nicht 1809 durch nen vertrag Teil des Eero Nelimarkkas Gemälde „ Der 6 . Dezember russischen Ge - Qie einzige Darstellung des Verfassungsakts . samtstaates worden . Aber was nützte das - der „ Virus Mechelin " , die Meinung , daß Finnland 1809 durch einen Separatfrieden ein ner Staat geworden war , steckte tief im nischen Volk ; in den Beamten , die immer wieder die Anwendung von Gesetzen weigerten , weil sie auf dem Februarmanifest beruhten , in den Richtern , die Klagen mit der gleichen Begründung abwiesen , in den einfachen Leuten , die sich nicht zur rung stellten , und schließlich in der terschaft , die in der Revolution von 1905 nicht gegen den Klassenfeind , sondern für die finnische Verfassung auf die Barrikaden ging . Mehr noch : Es steckte in der tionalen öffentlichen Meinung . Sobald das russische Reich nicht mehr gegen land als Bundesgenosse taugte , trug Me - chelins Public - Relations - Arbeit Früchte : Man wußte einfach in Europa , daß Finnland schon lange ein Staat war , und daß es nur logisch war , wenn es sich von dem lenden Rußland löste . Probleme mit der ternationalen Anerkennung wie die Balten , die Ukraine , ja selbst Polen hatte Finnland nicht .
hältnisse zu gestalten . Eine große Chance ist allerdings nichts ohne den , der etwas daraus macht .
Vor diesem Hintergrund ist meine gangsfrage leicht zu beantworten : weder das von 1809 noch das von 1917 aus rechnete Jubiläum können richtig auf ein Ereignis bezogen gefeiert werden - 1809 wurde der Staat nicht gegründet , aber 1917 war er längst fertig . Die Daten sind wichtig : ohne das Zeichen von Porvoo hätte Finnland nicht zum Staat heranreifen können , und die Abnabelung von 1917 war - trotz international günstiger gungen - wagemutig und schmerzhaft nug , um sich an sie immer wieder zu nern . Gefeiert werden muß aber eigentlich dieses ganze „ lange Jahrhundert " - und gentlich haben die Finnen das auch immer getan , und zwar leise : Wer wirklich reif ist , pflegt seine Volljährigkeit nicht lärmend zu feiern .
Dr . Robert Schweitzer ist Leiter der Stadtbibliothek Lübeck .
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NORDEUROPA
fnrutn

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