Tone Danìelsen als Frau Inger im „ Fru
Dem schloß sich auch Ellen Horn , die neue Chefin des Norwegischen naltheaters an . Sie bezeichnete den schen Peer Gynt als dekadentes Theater . Arbeiderbladet und Dagbladet hielten gegen , die neuen Ansätze in der tation Ibsens anerkennend . Deutlich de , daß es bei dieser Kontroverse um mehr ging als um die Frage , ob ein Stück gut spielt und inszeniert worden war : Es ging
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um den Kampf der „ Traditionalisten " und „ Reformer " unter den Theaterkritikern , um eine ( Neu - ) Definition des Theaters .
An dem Dilemma , es beiden Seiten recht machen zu wollen , krankte das Osloer Ibsen - Festival . Einerseits versuchte man den Ibsen - Traditionalisten dadurch gerecht zu werden , indem man „ Alles " spielte und auch weniger gelungene
gendstücke Ibsens zur Aufführung te , andererseits aber mit dem ten Festivalmotto „ Ibsen - alive and kicking " und Interpretationen wie der Düsseldorfer Peer Gynt Aufführung die Erwartung schuf , einen wirklich gen , auf die Gegenwart bezogenen Ibsen anzubieten .
Während sich bei den Kritikern „ tionalisten " und „ Reformer " noch die ge hielten , überwogen beim überwiegend älteren Publikum diejenigen , die im Theater lieber keine Experimente sehen wollten . Dementsprechend waren die größten Publikumserfolge die Aufführungen , in nen die Schauspieler durch hervorragendes Spiel und die Regisseure durch möglichst wenig Kreativität auffielen .
Zumindest bei den Organisatoren des Festivals wurden nach den heftigen Diskussionen die richtigen Schlüsse zogen : Sie gönnen sich im nächsten Jahr eine Denkpause und laden erst in zwei Jahren wieder zu einem internationalen Ibsen - Festival ein . Dann soll sich der Schwede Ingmar Bergmann an den Peer Gynt Stoff heranwagen .
Es bleibt zu hoffen , daß dann auch die jüngeren Generationen wieder ins Theater gelockt werden können , um die rung , die bei vielen älteren Norwegern vorhanden ist , auch auf die jüngeren zu übertragen . Nur dann wäre Ibsen wirklich „ alive and kicking . " ■
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ANDERS EHNMARK
Im Gegensatz zu Kartoffeln besitzen Spaghettis ein eigenes Leben . Sie bedürfen keiner Sauce und sie sind mit eigenen Qualitäten ausgestattet , die leicht zu entdecken sind .
Man kann Spaghettis selbst herstellen . Das geht schnell : Weizenmehl , Eier , Öl , Wasser , sowie schmacksgebende Ingredienzen wie beispielsweise Spinat oder Brennesseln . Zu einer dünnen Schicht ausrollen und über Stuhllehnen hängen . Die sche Methode . Eine traditionelle Trattoria kurz vor dem Mittagessen erinnert an eine Wohnung , in der die Möbel für den Sommer verhängt wurden . Dann den Teig in Streifen schneiden und kochen .
Die Spaghettis etwas zu kurz kochen . Sie sollen noch Biß haben . Mit Butter und Grana , dem harten Käse aus Emilien , verrühren . Das ist alles . Und gentlich auch schon das Beste . Die Hartgrießnudeln , die es hier seit neuestem zu kaufen gibt , sind ragend dazu geeignet .
Zur Verfeinerung kann man aber auch eine einfache Sauce bereiten . Diese hier lehrte mich der Maler Giulio Turcati . Nach einem langen Abend in den Vierteln um die Piazza del Popolo , längs der Route Rosati , eine Trattoria hinter dem Markt , Rouge et Noir am Fluß . Früh am nächsten Morgen beendeten wir die Nacht , oben bei Giulio , direkt am Markt , mit Knoblauch - spaghettis .
Alle waren sie da . Diejenigen , die halbprofessionelle steller werden wollten , Rote Brigaden , diejenigen , die do Bertolucci oder Carla Accardi werden wollten , sowie nigen , die einfach nur nette Menschen werden wollten . Zu den Spaghettis servierte Giulio in dünne Scheiben geschnittenen und in Olivenöl gedünsteten Knoblauch mit Petersilie . Pro Person etwa eine halbe Knoblauchzehe , die am Rand noch was knirschte , zugleich aber trocken und saftig war . Eine erhörte Sensation , während die erste Morgensonne einen Strahl gleich einem Florett in die Via Ripetta sandte und die Ecke Via de Penna traf .
Anders Ehnmark ist lournalist und Schriftsteller .
Sein Beitrag wurde zuerst in Moderna Tider veröffentlicht .
Übersetzt von Gudrun Hebel .
Nr . 4 , 1992
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