zweite Kross - Tubin - Oper „ Reigin Öppeta - ja " - das estnische Gegenstück zu Brittens Peter Grimes - sowie die wundervolle nische Oper „ Reitersmann " von Aulis Sal - linen beinhaltete , war ein Höhepunkt in einer Stockholmer Opernsaison , die nach scheinbar überwundenen Krisen noch viel zu viel Schlendrian bietet . Das Ereignis wurde aber leider weder im Fernsehen noch im Rundfunk übertragen .
Anders als Kross konnte Tubin sich der sowjetischen Oppression entziehen . Seit Oktober 1944 lebte er im Exil in den . Aber im Gegensatz zu den übrigen gut 30 000 Esten in Schweden erhielt er
Aufträge aus Sowjetestland und führte se aus . Zu Uraufführungen machte er ze Besuche in Tallin und Tartu . Kann sein , daß einige Unwissende ihm das übel men , aber seine Distanz zum mus war klar . Seine Aufträge aus Tallin haben sein künstlerisches Schaffen sehr gefördert . Die damaligen schwedischen Pflichtaufführungen seiner Werke waren aus heutiger Sicht erstaunlich erfolglos . Mit der Tätigkeit als Notenkopist für die Barockopereinstudierungen der Drott - ningholmer Oper war er zwar nicht frieden , sie konnte ihn aber nicht erfüllen . Sehr viel Geld haben die sowjetestnischen
Aufträge - beispielsweise das riumsstück für Kontrabaß oder das zert für Balalajka - nicht gebracht .
Wahrscheinlich hätte Tubin auch dische Opern komponieren können . Der Hauptteil seines Gesamtwerkes ist physisch in Schweden entstanden . schaftler machen den Versuch , ihn der schwedischen Musikgeschichte ben . Meines Erachtens müssen die den sich damit abfinden , daß Tubin mit nem jetzigen Weltruhm ein estnischer Komponist ist . Fast sein gesamtes Œuvre ist auf CD erschienen , viele Stücke in der pretation des Stardirigenten Neeme Järvi . ■
GÖTEBORGER BUCHMESSE :
Allen Unkenrufen zum Trotz
Die alljährlich in Göteborg stattfindende Buchmesse beweist ihre Existenzberechtigung . Die Besucherzahlen geben Anlaß zu neuer Hoffnung .
Gisela Kosubek
Bereits zum achten Mal fand sie in Göteborg statt , die Buch - und bliotheksmesse vom 10 . - 13 . tember , und , obwohl in vergangenen ren mehrfach totgesagt , war sie ger denn je . 80 . 000 Besucher , 10 . 000 mehr als im Vorjahr , sind eine druckende Zahl . Zum ersten Mal hielten sich auch Kosten und Einnahmen die Waage , wie der Initiator und Arrangeur der Messe , Bertil Falck , zufrieden teilte . Was die neunhundert Aussteller und die übrigen Mitwirkenden aus undzwanzig Ländern - Autoren , setzer sowie prominente ten aus Kultur , Bildung und Politik -
Gisela Kosubek ist Lektorin und freie Übersetzerin . Sie lebt in Berlin .
hier zuwege brachten , geht bei weitem über den Rahmen einer kommerziellen Buchmesse hinaus . Mögen die einen sie „ das kulturelle Tivoli des Jahres " nen , die anderen sie mit dem Markt in Kivik vergleichen - und zweifelsohne hat das Ganze ein wenig Spektakelcharakter - , in einem sind sich alle einig : Hier geht es wahrhaftig noch um Buch und Leser , kann das Werk betrachtet und zum sten Mal auch direkt am Verlagsstand gekauft , dessen Autor hautnah erlebt und befragt , und dessen Wirkung - auch und gerade die pädagogische anläßlich des 150jährigen Jubiläums der schen Volksschule - in den beinahe stündlich wechselnden Punkten des Konferenzprogramms ausführlich tiert werden .
Schwerpunkt der Messe
Finnland , das in diesem Jahr seine 75jährige Selbständigkeit feiert , galt sondere Aufmerksamkeit . Doch auch die zum ersten Mal vertretenen Autoren aus Grönland und die Kultur der Färöer zogen das Interesse auf sich . Hatte man ein blem , dann war es das , sich zwischen den vielen , gleichzeitig stattfindenden staltungen entscheiden zu müssen . Noch eben hatte man Per Olov Enquist am Stand des Verlages Norstedt oder P . C . Jersild bei Bonniers aus ihren neuesten Werken lesen hören , da galt es auch schon zu Speakers Corner zu eilen ( vier davon gab es an der Zahl ) , um die Diskussion über die ungewisse Zukunft der ken nicht zu verpassen - ein test am ersten Messetag rückte sie ins Licht der Öffentlichkeit - und schließlich in letzter Minute ein Autogramm von Amoz Oz , Kenzaburo Oe oder Wolf mann zu ergattern ( mit Peter Schneider dachte er über „ Deutschland gestern , te und morgen " nach ) bzw . der on finnischer Gegenwartsliteratur wohnen . Am Sonntag , dem letzten Messetag , lockte zudem die Non Stop - Le - sung nordischer Schriftsteller und das ganztägige Programm mit Autoren der Li - teraturzeitschrift „ 90 - Tal " . Wer auch nur einen Bruchteil der 150 Programmpunkte absolvieren wollte , hatte die vier ge ununterbrochen zu tun . Doch bleibt kein Zweifel , ob man sich nun auf einen Rundgang durch die von quirligem Leben erfüllte Ausstellungshalle beschränkte oder von Konferenzsaal zu Konferenzsaal
Mr . 4 , 1992
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