JAN KROSS UND EDUARD TUBIN :
Große Namen estnischer Kultur
Mit schwedischer Hilfe - Kapital und Technologie - hat man in den 1920er Jahren angefangen , die reichlichen kommen im nordöstlichen Estland zu verwerten . Heute ist ses Gebiet westlich von Narva eine Mondlandschaft . Die ner die noch dort wohnen , kämpfen mit den Erscheinungen einer vergifteten Umwelt - Frühgeburten , Kahlköpfigkeit , krankheiten .
Ingemar Lagerholm
Ein bedeutender Teil des schen Romans „ Rakvere " von Jan Kross spielt in diesen Gegenden . Der Bericht über den Streit der Stadt vere um ihre städtischen Privilegien gegen das mächtige baltendeutsche schlecht Tiesenhausen gibt Kross die lichkeit , diese Landschaft , wie sie im Jahre 1766 ausgesehen hat - genau zu ben , schön aber auch gefährlich .
Der Rakvere - Roman aus dem Jahre 1983 ist keine Allegorie oder eindeutige Sowjetkritik in historischer mung . Das wäre damals in der Zeit der Stagnation unter Breschnew nicht bar gewesen und gerade das ist der risch - künstlerische Reiz an Kross' eher timer Machtanalyse , daß sie sich nicht durch einen Dietrich öffnen läßt . Ob es den gräflichen Emporkömmling wirklich gegeben hat , geht aus dem Nachwort nicht hervor . Seine Beziehungen zu den nen Elisabeth und Katharina brachten schließlich nicht den ersehnten Sieg seiner Heimatstadt über die Tiesenhausens . Auf seinem Gut Waivara konnte man einen
Ingemar Lagerholm war Lektor für Schwedisch und Norwegisch an der Universität Erlangen - Nürnberg und terrichtet heute als Deutschlehrer in Saltsjöbaden .
Hügel mit einem Höllenloch besichtigen - „ die Hintertür des Teufels , die direkte bindung von hier nach der Hölle und zurück " .
Das Eilte Waivara - auf keiner neuen Landkarte zu finden - lag 20 Km östlich von Narva unweit der Küste und etwas nördlich von der Eisenbahnstrecke . Heute befindet sich hier in unmittelbarer Nähe Sil - lamae mit einem atomar verseuchten lichen See - Abfallkippe sowjetischer waffenherstellung . Aktuelle Messungen zeigen 17 milli Sievert pro Jahr auf dem maligen Gutsgelände des Grafen Sievers .
Jan Kross ist Jahrgang 1920 . Als junger Universitätslehrer in Tartu wurde er 1946 nach Sibirien deportiert . Acht Jahre später durfte er nach Tallin men . Seit der Perestroika schreibt er auch über die jüngste Vergangenheit . Er wird oft als künftiger Nobelpreisträger erwähnt .
Wir haben Jan Kross zwei de Opernlibretti für den Komponisten Eduard Tubin ( 1905 - 1982 ) zu verdanken . Tubin ist gleich Kross kein ler Modernist . Er kennt und verwendet neue Techniken , in seiner Künstlerseele ist er aber ein breiter traditioneller phoniker mit vielen lyrischen Neigungen , genau so wie Kross in erster Linie Epiker und auch Poet ist .
Die erste Gemeinschaftsproduktion Kross - Tubin stammt aus dem Jahre 1969 . Zwar erscheint hier ein Geistlicher in sitivem Licht entgegen den harten Regeln der damaligen sowjetischen Repression . Fast fünfzig ausverkaufte Vorstellungen waren Anfang der siebziger Jahre am nia - Theater in Tallin möglich , weil die Behörden in der Oper „ Barbara von Ti - senhusen " keinen richtigen Angriffspunkt fanden .
Wie im Rakvere - Roman geht es um die Machtposition des baltendeutschen geschlechts Tisenhusen , diesmal im 16 . Jahrhundert und ohne e und a kürzer schrieben . Die junge Barbara geht ihren genen Weg . Sie fügt sich nicht in das , was die Brüder für sie entscheiden , und muß es mit dem Leben bezahlen . Sie wird anno 1552 im Wirzsee / Vörtsjärv ertränkt . Tubin hat den Text als großartige Chaconne poniert , die unentwegt ihrem Ende zugeht . Von wenigen folkloristischen Elementen sind die Tanzmelodien , die - ganz anders gestaltet - auch Strawinsky in seinem lingsopfer verwendet hat . Strawinsky ist in Oranienbaum / Lomonosov aufgewachsen und Tubin in Kallaste am Peipussee , keine 200 Werst voneinander entfernt .
Eine neue Inszenierung von „ Barbara von Tisenhusen " , mit der das Estonia - Theater Ende Januar 1992 in Stockholm gastierte , war gewagter . Nicht aber durch aufsehenerregend dekolltierte Kleidung der Ballkönigin Barbara , sondern durch die estnischen Nationalfarben der der - blau , schwarz und weiß . Bei dem rigen Stockholmer Gastspiel des Estonia - Theaters 1985 , kurz vor der eigentlichen Perestroika , mußte auf jegliche nationale estnische Manifestation verzichtet den .
Jetzt aber wird estnisch gesungen , wohl es kaum vorstellbar ist , daß die Ti - senhusens sich anders als deutsch drückt haben . Für die Gattung Oper hat aber ein solcher Realismus keine keit . Die Barbara reiht sich in die struktur nicht ein und erleidet eine sönliche Niederlage . Und ab dem 18 . Jahrhundert beherrscht die einheimischen Esten eine Art symbiose Macht vom Zaren und den Baltendeutschen , bis Hitler 1939 etliche Zehntausend heimholt für ben in den zu verdeutschenden Teilen lens .
Dieses Gastspiel des Estonia - Theaters an der Stockholmer Oper , das auch die
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