che Auffassungen miteinander : Eine teborger Gruppe um Ference Marton ruft sich ausdrücklich gegen Herbart ( und die deutsche Didaktik ) auf das ihrer Meinung nach umfassendere tikverständnis bei Comenius und sieht in der Didaktik etwas prinzipiell Neues in der schwedischen schaft . Eine zweite Gruppe um Ulf P . Lundgren , Erik Wallin und Tomas Eng - lund ( Stockholm und Uppsala ) sieht in der Didaktik eine Fortsetzung alter men unter neuen Überschriften , allenfalls eine Erweiterung , keinen Neubeginn . Eine dritte , vermittelnde Position nen in jüngerer Zeit beispielsweise Lars Owe Dahlgren ( der erste schwedische Professor für Allgemeine Didaktik ) oder auch Gerd und Gerhard Arfwedson zunehmen , die Didaktik im klassischen Sinne als Unterrichtslehre für Lehrer treiben ( Didaktik för lärare 1991 ) . Bei letzteren ist dann mit der Berufung sondere auf Herwig Blankertz und sen auch hierzulande immer noch bertroffene Einführung in Theorien und Modelle der Didaktik ( deutsches Original 1969ff . in vielen Auflagen ; schwedische Übersetzung 1987 ! ) wieder ein expliziter Theorietransfer aus Deutschland treffen .
Natürlich entspricht die nene Didaktik nicht exakt ihren dengekommenen Vorläufern . So wie in ihren Mutterlanden hat auch die navische Didaktik einen doppelten del vollzogen : Zum einen hat sie sich der Kritik und Herausforderung der Curricu - lumforschung gestellt , konservierend und unkritisch zu sein . Didaktik versteht sich heute nicht mehr als bloße Explikation vorgegebener Lehrplanentscheidungen , sondern tritt selbstbewußt als eigene scheidungsinstanz im Planungsprozeß auf . Sie macht damit ernst mit den bei menius vorgezeichneten , aber auch bei den Herbartianern und der retischen Didaktik vertretenen sprüchen , Schule müsse primär didaktisch gelenkt und begriffen werden . Zum ten ist auch die skandinavische Didaktik wie ihr deutsches Vorbild ausdifferenziert in unzählige Fachdidaktiken , die hend vom je besonderen halt , seiner pädagogischen Natur und nung Unterricht definieren ( in der engen Bindung an inhaltliche Aspekte lag ja mer schon eine Stärke der Didaktik
genüber den curriculumtheoretischen sätzen ) .
Skandinavischer Brückenschlag
In einem ist die skandinavische sche Diskussion sogar der deutschen weit voraus . Anders als in der Bundesrepublik , wo sich sowohl der Aufstieg der Curricu - lumforschung als auch die Renaissance der Didaktik ohne ernsthafte diskussion vollzogen , haben die navier sich intensiv mit beider Zuordnung beschäftigt . Zwei gegenläufige gen bestimmen das Feld : Für die einen ist Didaktik primär ein die Substanz der schung nicht verändernder Sammeltitel für bereits vorhandene Aktivitäten : sprechend unterscheidet beispielsweise Tomas Englund in seinem Didaktikreferat ( Didaktik - vad är det ? 1984 ) zwischen einer mehr an der Was - Frage orientierten Theorie der Inhalte und einer mit der Wie - Frage befaßten Methodik . Er verdoppelt so die aus der angelsächsischen Tradition stammende Unterscheidung von Curricu - lumtheorie und pädagogisch - scher Lehrforschung . Für die andere , etwa durch Bjorg B . Gundem und Britt Ullstrup Engelsen repräsentierte Richtung , ist daktik der umfassendere Titel , während Curriculum nur in etwa ein Äquivalent zum traditionellen Lehrplan besetzt . Ein vermittelnde Position nimmt hier spielsweise Pertti Kansanen ein , der auf den umfassenden Planungsanspruch der Curriculumtheorie so wenig verzichten will wie auf die Eigenständigkeit der daktik - und konsequent für jedes culum eine eigene Didaktik verlangt .
Die einmalige Erfahrung in Sachen rievergleich und - Verbindung hat die dinavischen Kolleginnen und Kollegen zwischen zu gefragten Sachkundigen nicht nur in der Bundesrepublik , sondern auch im angelsächsischen Bereich werden lassen . Denn dort ist - mit der Einführung cher Lehrplanarbeit nach nord - und leuropäischem Muster in England und les , vielen Gliedstaaten des Commonwealth und in einigen US - Bundesstaaten - der um die Jahrhundertwende abgerissene sprächsfaden wieder angeknüpft , Didaktik als mögliche Bereicherung der Curriculm - forschung entdeckt worden . Getragen wird diese Neuorientierung von der Begegnung der curriculumtheoretischen und der
pädagogisch - psychologischen Forschung an einem gemeinsamen , laut lan Westbury ( Herausgeber des führenden Journal of Curriculum Studies ) lange Jahrzehnte nachlässigten Punkt : der bei zentralen Lehrplänen unvermeidlichen setzung mit der unterrichtlichen tion der vorgegebenen Inhalte . weise hat die von Lee Shulman ( Stanford ) ausgelöste Diskussion um pedagogical tent knowledge , das Wissen des Lehrers über unterrichtliche Eigenschaften der halte , nahe Verwandschaft zur deutschen fachdidaktischen Diskussion . Bemerkt und in der angelsächsischen schaftlichen Fachpresse erstmals siert haben diese Verwandschaft zunächst skandinavische Kolleginnen wie Bjorg Gundem ( Oslo ) und Sigrun Gudmundsdot - tir ( Trondheim ) .
Im übrigen ist die Didaktik - Renaissance kein skandinavischer Sonderweg . gleichbare Neuorientierungen werden nicht nur aus West - und Mitteleuropa , sondern auch aus den romanischen und schen Ländern berichtet . deckungen didaktischer Begriffe sind sogar aus Neuseeland und Australien zu melden . Wie weit diese Didaktik - Renaissance chen wird , ist jetzt noch nicht abzusehen . Man kann nur hoffen , daß sie nicht wie der Import der angelsächsischen theorie an übertriebenen Erwartungen und unverstandenen Eigenheiten zerrieben wird . Der besondere nordeuropäische trag dazu könnte die aus langjähriger existenz und Kooperation unterschiedlicher Forschungsrichtungen erwachsene tenz sein , aus der Vielfalt pädagogischer Strategien transferfähige Kombinationen länderübergreifend zu erarbeiten . Vielleicht führt diese Vermittlerrolle auch endlich dazu , daß der skandinavischen wissenschaft wenigstens ein Bruchteil der Aufmerksamkeit im deutschen Sprachraum geschenkt wird , den sie der deutschen Pädagogik immer entgegengebracht hat . Verdient hat sie das allemal . ■
Dieser Beitrag stützt sich auf Erfahrungen aus einem unter anderem vom Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften ( IPN ) geförderten Projekt über Didaktische Theorien und Modelle im internationalen Vergleich ( Didactics meet Curriculum ) , in dem deutschsprachige , angelsächsische und skandinavische Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten .
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