KULTUR
WILLKOMMEN WARST DU , WIKING :
Normannen in Berlin
Die Wanderausstellung über die Wikinger fand In Paris mit über 400 . 000 Besucherinnen und Besuchern ein hervorragendes Echo . Berlin gab sich etwas bescheidener ; doch auch hier stießen die skandinavischen Kulturen des Mittelalters auf außergewöhnlich großes Interesse .
Birgit Brüns
Vom 2 . September bis 15 . ber war die Ausstellung „ Viking og Hvidekrist , Norden og pa " unter dem Titel „ Wikinger - Waräger - Normannen , Die Skandinavier und ropa " im Alten Museum auf der Museumsinsel in Berlin - Mitte zu Gast . Über 80 Museen haben ihre Schätze zu Verfügung gestellt : „ Mehr als 600 gnummern mit weit über 2500 jekten - von federleichten Textilresten bis zu tonnenschweren Runensteinen , von reichen Goldschätzen bis zum hen Stabkirchenportal , vom Schiffsfund bis hin zu den berühmten Sagabüchern - , alles was für skandinavische Geschichte zwischen 800 und 1200 n . Chr . von deutung ist , . . . " vermerkt das Begleitheft zu dieser XXII . Kunstausstellung des roparates nicht ohne Stolz . Kopenhagen wird der nächste Ausstellungsort sein , vor die Objekte an ihre Leihgeber zurückgehen . Gelegenheit zum lungsbesuch gibt es dort vom 26 . ber 1992 bis zum 14 . März 1993 im Nationalmuseum .
Mit einer festlichen Veranstaltung , gelockert durch Lurenspiel und helme der Bronzezeit , wurden die nate am 1 . September einer zunächst kleinen Öffentlichkeit zugänglich macht . Catherine Lalumière , Generalse -
Birgit Brüns ist Skandinavistin und Kunsthistorikerin in Berlin .
kretärin des Europarates , wies in ihrer Eröffnungsrede auf die hungen zwischen der wikingischen benskultur und der ihrer Nachbarvölker hin und wagte den Zeitensprung in die Gegenwart mit der Aufforderung , sich den Herausforderungen eines teten Europas mit dem Mut und der Dynamik der kingerinnen und Wikinger zu stellen .
Die kulturhistorische richtung dieser Ausstellung bezweckt zum einen , nologie und Geistesleben der damaligen Zeit zu erklären , zum anderen , die „ sierung " des Nordens zeigen . Eine Art „ se " soll die Besucherinnen und Besucher für die nate sensibilisieren . Die zu diesem Zweck eingesetzte Ton - Dia - Schau konnte in den hier zur Verfügung stehenden lichkeiten jedoch nicht , wie vorgesehen , als Passage für das Publikum dienen . Statt dessen wurden im Abseits eines benraumes akustisch wie optisch reindrücke gegeben , in die Aufnahmen von archäologischen Fundstücken blendet wurden , um es den den zu erleichtern , sich in die Lebenswelt der Wikingerinnen und Wikinger fühlen .
Im darüber liegenden Raum fing es dann „ richtig " an . Als erstes liches Exponat wurde ein gotländischer Bilderstein aus Ardre mit der typischen Szene der Ankunft eines Kriegers in hall gezeigt - sozusagen als Einstieg in den heidnischen Glauben , der später durch die Vitrinen mit Grabbeigaben vertieft wurde . Doch vorher ging es noch um das Thema , das das Mittelfeld des Steines beherrscht : das Verkehrs - und Kommunikationsmittel Schiff . Daneben wurden weitere wegungsmittel präsentiert , wie etwa die Mittelfußknochen eines Schweines , die zum Eisgleiten benutzt wurden ( bei uns heute noch als „ Eisbein " bekannt , wenn auch in etwas anderem Zusammenhang ) .
Alltägliche Gebrauchsgegenstände so wie diverse Schatzfunde verdeutlichten die verschiedenen Kunststile der Wikinger , an denen wir die „ Europäisierung " des Nordens ablesen können . An zwei chenportalen wurde besonders gut bar , daß heidnische und christliche Motive nebeneinander und miteinander lebten . Die Beibehaltung eigener Traditionen wie die Verarbeitung neuer , europäischer Aspekte waren diesen Menschen aus dem Norden sowohl in ihrem Kerngebiet als auch in den vielzähligen neuen Siedlungen
möglich . Übrigens wird nur die Zeit von etwa 800 bis 1050 n . Chr . Wikingerzeit nannt ; danach waren die Königreiche mit der Staatsreligion des Christentums so weit gefestigt und der kontinentale Anschluß so weit vollzogen , daß die Normannen wieder nach ihrer Herkunft aus dem Norden zeichnet wurden .
Am Ende des Rundgangs durch die Ausstellung wurde der zunehmende tinentale Einfluß deutlich , etwa durch ei -
Wikingerschiff - Nachbau vor dem Alten Museum in Berlin
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NORDEUROPA
forimi

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