wirkt . Grundtvigianismus und Freischulen in Dänemark , egalitäre und demokratische Schulentwicklungen wie in Norwegen und Schweden waren leichter mit der mpädagogik nach US - amerikanischem Vorbild , insbesondere mit John Deweys ( 1859 - 1952 ) großartigem Modell einer demokratischen Bildung für alle , vereinbar als mit den selbst als Reformpädagogik vergleichsweise konservativ - etatistischen Traditionen preußischer Prägung . In gerer Zeit sorgte darüber hinaus die sächsische Vorherrschaft im len sozialwissenschaftlichen Diskurs für die Annäherung einer sich auch in den skandinavischen Ländern seit den ger Jahren zur Sozialwissenschaft delnden Pädagogik an die wissenschafts - und bildungstheoretischen Traditionen der britischen und US - amerikanischen tional sciences . Und nicht zuletzt men seit rund vierzig Jahren durch derungen des Schulcurriculums simple Sprachbarrieren hinzu : sche Pädagogentagungen - finden nicht ten auf Englisch statt ! Deutsch verstehen , anders als noch zu Weimarer Zeit ( wo Kenntnis der deutschen Literatur verständlich war ) , nur noch wenige .
In der Summe hat die hier indizierte Entwicklung dazu geführt , daß Ende der sechziger , zu Beginn der siebziger Jahre an skandinavischen Hochschulen und schungseinrichtungen Unterrichts - in der Regel als Curriculumfragen nach sächsischem Vorbild behandelt wurden . Darin unterschieden sie sich freilich nicht von ihren deutschen Gegenübern , die geleitet mit Saul B . Robinsons rung zu einer Bildungsreform als sion des Curriculums ( 1967 ) ebenso dazu übergegangen waren , statt Didaktik Curri - culumforschung zu betreiben . Dem men nach wenigstens : Denn hier wie dort , im deutschsprachigen Raum wie dem ganzen Norden , führte die Orientierung am Curriculummodell nicht zur me der damit verbundenen Schul - und Aufsichtsstrukturen . Staatliche planung , interpretiert und ausgefüllt durch örtliche Unterrichtsplanung , blieb der Normalfall der Schulentwicklung und Lehrerarbeit ( auch in Dänemark , das zwar als einziges skandinavisches Land keine verbindlichen Richtlinien , sondern nur staatliche Lehrplanempfehlungen kennt , die freilich nicht weniger wirksam sind ) . Man kann gleichsam sagen : Die
pädagogische Sprache war nun lum - ihre praktische Umsetzung immer noch Didaktik , wenn auch das Wort nun vermieden wurde . Der kräftige Impuls durch die Curriculumbewegung verhalf immerhin der skandinavischen Schule zu jener grundlegenden inhaltlichen nisierung , die mit der Durchsetzung der Gesamtschule als Regelform angestrebt , aber noch nicht abgeschlossen war .
Renaissance
Genausowenig wie beim Niedergang ist eindeutig zu erkennen , was die Rückkehr der Didaktik in den letzten zwanzig Jahren
ausgelöst hat . Gewiß haben auch dabei außerwissenschaftliche Motive ( etwa der Aufstieg Westdeutschlands zur ischen Macht ) sowie endogene Faktoren ( das Beharrungsvermögen der len Lehrplanarbeit ) eine Rolle gespielt . Die Renaissance der Didaktik vollzog sich in allen skandinavischen Ländern genauso wie in der Bundesrepublik fast subkutan und ist erst in den achtziger Jahren zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen worden . Dabei sind freilich deutliche tionale Unterschiede zu beobachten : • In Finnland und Dänemark war das teresse für Didaktik nie ganz den , Didaktik auch in den sechziger und siebziger Jahren Gegenstand der mischen Lehre und Forschung . Das Pädagogische Institut an der Universität Kopenhagen hat zum Beispiel sam mit Lehrerbildnern an der schen Lehrerhochschule in Kopenhagen für die Übersetzung und Verbreitung der in Deutschland auf die schaftliche Pädagogik folgenden tisch - konstruktiven Didaktik gesorgt , wie sie insbesondere von Wolfgang Klaf - ki ( Marburg ) entwickelt worden ist und
die deutsche Lehrerbildung heute noch prägt . In Finnland entstanden - tragen etwa von Pertti Kansanen an der Universität Helsinki - erste gen , Curriculumtheorie und Didaktik stematisch aufeinander zu beziehen .
• Norwegen hatte eine lange Tradition genständiger didaktischer Literatur ( wie Ernst Kapers Kortfatted didaktikk ud fra praksis von 1911 ) , die aber hend vor - oder außerakademisch ben war . Erst schrittweise seit Mitte der siebziger Jahre und nach langen , harten Auseinandersetzungen gelang es spielsweise , Didaktik als selbständiges Lehrgebiet an der Universität Oslo zu etablieren . Neben Torstein Harbo aus
Trondheim ( Innforing i didaktikk 1966 ) haben am Wiederaufschwung vor allem die Osloer Beiträge der Gruppe um die eingangs erwähnte Bjorg Brandtzœg Gundem erheblichen Anteil gehabt , die aufbauend auf norwegische Traditionen systematisch - eklektisch versuchen , aus der ganzen Bandbreite der Didaktik zu lernen ( von der Berliner schen Didaktik über die kritische daktik Wolfgang Klafkis oder Herwig Blankertz' bis hin zu jüngeren , integrati - ven Entwicklungen wie der sogenannten kommunikativen Didaktik und der neueren Lehrplantheorie ) . Bjorg Gun - dems einschlägiges Lehrbuch ( Skolens oppgave og innhold . En studiebok i daktikk . 19833ff . ) setzt dafür Standards .
• Ausgerechnet in Schweden - wo die deutsche Tradition am vollkommensten getilgt schien und die Rede von der daktik Jahrzehnte vor den anderen dinavischen Ländern ins senschaftliche Abseits gedrängt worden war - wurde der weitestgehende Schritt vollzogen : Dort ist Didaktik seit 1984 / 85 verbindlicher Bestandteil jeder dung ! Dabei konkurrieren
mehr als bloße Explikation vorgegebener Lehrplanentscheidungen , sondern tritt selbstbewußt als eigene instanz im Planungsprozeß auf .
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