ensvotum für ihre Europapolitik . Das heißt : die Zustimmung zu einem Antrag ihrer Regierung auf EG - Mitgliedschaft an der Seite von Schweden und Finnland . Erst wenn diese Zustimmung vorliegt , kann Frau Brundtland mit dem Antrag nach Brüssel gehen . An der Basis rumort es . EG - Gegner innerhalb der Partei nen , diese intellektuelle Stadtfrau aus der besseren Wohngegend der Hauptstadt habe überhaupt kein Verständnis für die Belange des Fußvolks in der Peripherie oder der Arbeiterklasse . Sie schwebe viel zu hoch über den Alltagssorgen ihrer teimitglieder . Frühere Parteiführer waren keine Akademiker , sie kamen aus der beiterklasse . Dennoch hat es Gro Harlem Brundtland bisher vermocht , ihre Partei in einer stürmischen Zeit halten . Vor 20 Jahren wurde die Partei durch die Europadebatte vor dem rendum in ihren Grundfesten erschüttert , und brauchte lange Zeit um sich zu len .
Ein Jahr vor den nächsten wahlen zeigen die Umfragen kein chelndes Bild für die Arbeiterpartei . Die Sozialdemokraten sind stark abgefallen ( von einem Anteil von 34 , 3 bei den en 1989 auf ca . 25 - 26 Prozent in diesem Sommer ) . Die langandauernde schaftskrise des Landes mit hoher beitslosigkeit trägt unter anderem dazu bei . Dennoch , für „ Gro " , wie die rungschefin in Norwegen heißt , gibt es vorerst keine reelle Alternative . Ihre Führungsqualitäten sind unumstritten . Bei Umfragen , die die Beliebtheit gischer Politiker messen , schneidet Gro Harlem Brundtland immer gut ab . Auch Leute , die bürgerlich wählen , schenken ihr das Vertrauen . Vielleicht liegt das auch daran , daß sie bei all ihrer keit auch Gefühle zeigen kann . tional hat sie sich durch ihr globales gagement für den Umweltschutz und ihren Einsatz für einen gleichgewichtigen Anteil von Frauen in der Regierung und in anderen Gremien einen Namen macht . Seit kurzem ist sie Vizepräsidentin der Sozialistischen Internationale .
Vor genau zwei Jahren , im November 1990 war die bürgerliche Dreierkoalition , die nach den Wahlen im Jahre 1989 und einem bürgerlichen Wahlsieg die rungsgeschäfte übernommen hatte ,
einandergebrochen . Der Grund : te Differenzen zwischen den partnern ( Konservative , Zentrumspartei und Christliche Volkspartei ) bei der beit mit den Verhandlungen über den Europäischen Wirtschaftsraum ( EWR ) . Der Zentrumspartei ging die beabsichtigte Anbindung Norwegens ( über die EFTA ) an die Europäische Gemeinschaft ( EG ) schlichtweg viel zu weit . Seither kämpft die Zentrumspartei mit allen Mitteln wohl gegen den EWR als auch gegen die EG - Mitgliedschaft Norwegens . Und her regiert Gro Harlem Brundtland mit ihrem achtzehnköpfigen Kabinett in der Minderheit , darunter neben ihr selbst ben Frauen .
Die Stellungnahme zu Europa ist in Norwegen zur Schicksalsfrage geworden . Seit Jahren dominiert dieses Thema den politischen Alltag . Derzeit nähert sich die Stunde der Entscheidung : zunächst im Oktober durch die Ratifizierung des trags über den EWR . Im November folgt vermutlich das Klarsignal zum schen Antrag auf Mitgliedschaft in der EG durch den Parteitag der Arbeiterpartei . Danach ist allerdings eine erneute abstimmung über das nis und den EG - Beitritt geplant .
ANNE ENGER LAHNSTEIN ( DIE GRÜNE )
Gro Harlem Brundtlands schärfste tische Gegnerin in Bezug auf die politik ist zur Zeit Anne Enger Lahnstein ( 43 ) , die Parteivorsitzende der partei ( frühere Bauernpartei ) . Anne Enger Lahnstein wurde im Frühjahr 1991 an die Spitze der Zentrumspartei , der früheren Bauernpartei gewählt . In dieser Partei ist kaum ein einziger EG - Befürworter zu den .
Mit einem entwaffnenden Lächeln gegen die EG
Anne Enger Lahnstein ist weniger pulsiv als ihre derzeit stärkste cherin , Frau Brundtland . Aber auch sie hat , wenn es darauf ankommt , eine fe Zunge . Sie überzeugt ihre Anhänger durch ihre Aufrichtigkeit , natürliche Selbstsicherheit und Bodenständigkeit .
Diese Eigenschaften helfen ihr , die schen Gegner zu verwirren . Anne , auch sie wird mittlerweile in den Medien beim Vornamen genannt , entwaffnet nelle EG - Befürworter durch ihr mildes Lächeln , ihre Ruhe und ihre Botschaft von den „ ganz besonderen Werten " , die das Vier - Millionen - Volk der Norweger gegenüber den Mächtigen draußen zu teidigen habe . Sei weiß ganz genau , was für Norwegen richtig und gut ist . „ Ja , wir sind anders als die anderen , haben andere Lebensbedingungen und Traditionen . Diese gilt es zu verteidigen . Eigentlich geht es um die Freiheit , so zu sein wie wir sind und sein wollen " , sagt sie . „ Durch eine zu enge Anbindung an die EG sind Bürgernähe und unsere besondere nalpolitik bedroht . "
Dritter Weg
Auch in der Marktwirtschaft und der politischen und wirtschaftlichen Union sieht Anne Enger Lahnstein ein Übel . nenpolitisch verficht sie einen „ dritten Weg " . Es gibt nicht nur sche und konservative Alternativen , die Zentrumspartei zeigt neue Wege auf , sagt sie stolz . Gegner von Anne Enger stein nen , sie sei ein gutes Beispiel für einen Wolf im pelz . Sie herrsche die Spielregeln der Ver - f ü h r u n g .
Anne Enger Lahnstein kämpft zur Zeit vehement sowohl gegen die rung des EWR - Vertrags als auch gegen eine eventuelle Mitgliedschaft Norwegens in der EG . Unter ihrer Parteiführung hat sich die Zentrumspartei den Umfragen zufolge zur viertgrößten Partei in gen entwickelt . Bei den Wahlen im Jahre 1989 erhielt die Partei einen teil von 6 , 5 Prozent . Die Umfragen in sem Sommer schwanken zwischen 13 und 15 Prozent . Die Zentrumspartei zieht derzeit offenbar EG - Gegner aus denen Parteien auf ihre Seite .
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