leiten lassen , wenn Schweden - z . B . ein Mann und eine Frau , womöglich setzte^ ) und Untergebene ( r ) - einander , wenn sie deutsch sprechen , auch in der Öffentlichkeit duzen und mit dem men anreden . Eine solche Anrede sagt vermutlich gar nichts über ihr ches Verhältnis zueinander aus . Nur : der Rollenwechsel , der nötig wäre , damit Schweden dazu übergehen , einander mit Sie und dem Nachnamen anzureden , fällt den meisten wohl allzu schwer .
Mimik und Gestik
Die Mimik der meisten Schweden ist sparsam , sparsamer als die der meisten Deutschen und viel sparsamer als die von Südeuropäern . Eine wichtige Ursache für die sparsamere Mimik der Schweden dürfte in der Weise , wie das Schwedische artikuliert wird , zu suchen sein : eine korrekte Aussprache des Schwedischen setzt geradezu voraus , daß die Lippen nur äußerst sparsam bewegt werden ( eine Eigentümlichkeit , die von vielen disch sprechenden Deutschen nicht beachtet wird , was dann zu schen Aussprachefehlern führt ! ) . haupt haben Schweden eine sparsame Mimik , man kann an ihr nicht immer lesen , was sie denken und wie sie ren . Man sollte sich aber davor hüten , die sparsame Mimik eines Schweden primär so zu deuten , er sei desinteressiert oder wolle sich bewußt mit einer Aura der durchschaubarkeit umgeben - bei den meisten handelt es sich nur um das ganz alltägliche Verhalten .
Ähnliches gilt für die Gestik : Schweden reden , zugespitzt formuliert , nicht mit den Händen . Im Umgang mit Schweden sollte man auf ausladende Gesten , durch die sie sich nur gestört fühlen , möglichst ten .
Schweigen
Viele Schweden lassen sich ungern von einem Wortschwall , wie er hauptsächlich Südeuropäern zugeschrieben wird , decken . Schweden , die dauernd reden , sind selten und gehen ihren eigenen Landsleuten auf die Nerven . Ein scher Fernsehjournalist , der aus Berlin berichtete - es war wohl der Tag der
schen Wiedervereinigung - , war von dem , was sich da vor seinen Augen abspielte , so bewegt , daß er für schwedische hältnisse ungewöhnlich viel te . Sogleich meldeten sich bei ihm die Studioredakteure aus dem Stockholmer Funkhaus , allerdings ohne daß sie das für die Sendung bestimmte Mikrophon schaltet hätten , und riefen ihrem Kollegen in Berlin zu : „ Olle , du behöver inte prata heia tiden ! [ Olle , du brauchst nicht die ganze Zeit zu reden ! ] "
Manche Schweden , besonders schweden , machen einen bedächtigen Eindruck , sie scheinen - mit deutschem Durchschnittsmaß gemessen - lange zu überlegen , bevor sie auf eine Frage oder einen Vorschlag reagieren oder selbst nen Vorschlag machen . Man sollte sie deshalb nicht für langsam oder für schwer von Begriff halten und auch nicht chen , um jeden Preis entstehende Pausen durch Reden zu füllen , sondern sich eher der Tatsache bewußt sein , daß manche Schweden längere Pausen und längeres Schweigen sogar ganz absichtlich als Kommunikationsstrategie einsetzen - sie lassen den anderen so lange reden , bis er sich verplappert und vielleicht Dinge sagt , die er gar nicht sagen wollte und die er vielleicht nur sagt , um kein ihm selbst peinlich erscheinendes Schweigen hen zu lassen .
Verhandlungsstil
Die Schweden sind meist sehr sachlich und halten small talk im Zusammenhang mit Geschäften für überflüssig . Manche Zeitungsberichte zeugen davon , daß viele Schweden selbst eine Schwäche in dieser Abneigung gegenüber nichtgeschäftlichen Gesprächen sehen . Schwedische schäftsleute haben angeblich nicht nur von der Kultur des Landes ihrer partner oft keine Ahnung , sondern nicht einmal von der schwedischen Kultur . Im September 1991 berichtete das sche Wirtschaftsmagazin Veckans affärer ( 39 / 1991 ) die angeblich wahre Geschichte von einem schwedischen Geschäftsmann , der von seinem deutschen ner nach Abschluß harter Verhandlungen um einen Gefallen gebeten wird . „ Ich teressiere mich sehr für schwedische sik " , sagt der Deutsche . „ Könnten Sie mir dabei behilflich sein , die Noten von 'Fred -
mans Episteln' zu beschaffen ? " - „ Na klar , kein Problem " , sagt der Schwede , „ aber gen Sie mal , wie hieß der doch gleich mit Vornamen ? "
Streben nach Sachlichkeit und vität sowie Verzicht auf alles für unnötig gehaltene Beiwerk sind also wichtige Kennzeichen schwedischer onsstrategie . In merlwürdigem Gegensatz dazu scheint eine oft zu beobachtende drucksweise zu stehen , durch die sich Deutsche nicht selten verwirren lassen . Oft sagen Schweden : „ Ich glaube „ leicht . . . " usw . , Ausdrücke , in der Deutsche Unklarheit , Unsicherheit , Zögern usw . zu erkennen meinen . Aber meistens wollen die Schweden gar nichts Entsprechendes ausdrücken ; diese Ausdrucksweise ist Teil einer sprachlichen Konvention , nämlich des von vielen Schweden geliebten statements . Natürlich kann es nichts den , wenn man sich als Deutscher heitshalber erkundigt , was damit gemeint sei , wenn ein Schwede auf die Frage : „ nen Sie die Ware am 15 . Mai liefern ? " so oder so ähnlich antwortet : „ Ja , das glaube ich ! " , aber die Formulierung sollte dem Schweden nicht gleich nachteilig ausgelegt werden , weil mit schwedischen rungen wie „ Det tror jag nog ! " oder „ Ja , det tror jag ! " im allgemeinen eine feste Zusage gemeint ist .
Wenn man mit Schweden direkt handelt , hört man von ihnen - selbst wenn sie schon wissen , daß sie an dem Geschäft , um das es in den gen geht , nicht ernsthaft interessiert sind - selten ein klares Nein ; lieber sagen sie , sie müßten sich die Sache nochmals legen , sie möchten zu einem späteren Zeitpunkt auf die Sache nochmals rückkommen usw . Ein klares Nein wird von vielen Schweden als Taktlosigkeit aufgefaßt , als Element einer on beinahe , und wenn Schweden eines hassen , dann sind es nen , insbesondere solche , die sich in der 'Öffentlichkeit' zutragen ; 'Öffentlichkeit' aber ist für einen Schweden auch schon durch Verhandlungen unter mehr als vier Augen hergestellt . Ein Schwede schleudert einem Gesprächspartner selten ten' ins Gesicht , bekommt aber auch gern selbst welche ins Gesicht dert . Schweden reagieren in dieser Beziehung fast mit japanischer lichkeit , und sie handeln auch selbst sprechend : Konflikte aller Art , die
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NORDEUROPA
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