ESSAY

handeln , aber man darf nicht vergessen , daß es sich bei diesen ja nicht um die Annahmen desjenigen delt , der Ratschläge erteilen soll , sondern daß sie mein kursieren und oft eine erhebliche Macht über die Vorstellungswelt der schen haben .
Das Bild der Schweden von den Deutschen
aber die Nähe ist oft nur scheinbar - und scheinbare Nähe verleitet oft zu schlüssen .
Wer jemandem Ratschläge erteilen soll , wie er sich im Umgang mit Menschen derer Nationalität verhalten oder nicht verhalten soll , der tut gut daran , immer den Vorbehalt anzumelden , daß solche Ratschläge notwendigerweise mit der in vielen Fällen sehr heiklen Annahme vom Vorhandensein von so etwas wie nalcharakteren und Wertvorstellungen , die von den meisten Angehörigen eines Kulturkreises geteilt werden , verbunden sind . Nun haben solche Annahmen durchaus etwas mit Vorurteilen sam , weil sie auf Verallgemeinerungen sieren , von denen es natürlich tausend Ausnahmen gibt und zu denen beinahe jeder zahllose Gegenbeispiele anführen kann : genauso wenig , wie es 'den' schen gibt , genauso wenig gibt es 'den' Schweden , und in beiden Ländern gibt es neben den selbstverständlichen ellen Unterschieden auch noch che regionale Unterschiede . Gewisse meinsamkeiten lassen sich trotzdem nicht übersehen , und ohne gen läßt sich über ein Thema wie das hier gewählte gar nicht reden . Sicher mag es sich vielfach um Klischeevorstellungen
Wie durch die eingangs geschilderte Begebenheit bereits angedeutet , kann es von erheblicher Bedeutung sein zu wissen , wie man von einem ausländischen Gesprächspartner - und zwar vorab aller chen Kenntnis - schätzt wird . Wollte man erklären , wie sich das Bild , das die Schweden von den Deutschen haben , herauskristallisiert hat , müßte man einen tiefen Gang in die Geschichte der deutsch - schwedischen Beziehungen antreten , die hier nur in sehr vereinfachter und verkürzter Weise dargestellt werden kann . Noch bis in die erste Hälfte dieses Jahrhunderts kam der stärkste von außen auf Schweden kende kulturelle Einfluß aus land , das in vielerlei Beziehung für Schweden Vorbildfunktion besaß . Dann setzte in kultureller Hinsicht die ziemlich radikale Umorientierung auf die sächsischen Länder ein , die sich aus den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs klären läßt . Spätestens seit den sechziger Jahren sind jedoch die hungen zur Bundesrepublik immer enger und wichtiger geworden , was auch das Interesse an Deutschland wieder verstärkt hat - ein Interesse , das im hang mit der Wiedervereinigung einen neuen Kulminationspunkt erreicht hat , wobei allerdings die Besorgnis vieler Schweden , ein allzu starkes und nantes Deutschland sei im Entstehen , nicht zu übersehen ist .
Das Bild , das die Schweden von den Deutschen haben , hängt sicher auch sammen mit der Vorstellung von dem Bild ,
das die Deutschen nach der Schweden gener Meinung von ihnen haben : viele Schweden glauben , die Deutschen sähen auf sie als „ die dummen Schweden " herab - ein Klischee , in dem sich manche den in beinahe masochistischer Weise fallen , das aber in Deutschland gänzlich unbekannt ist . Die meisten Schweden sen gar nicht , welchen Goodwill sie in Deutschland genießen und welch hohes Maß an Sympathie ihnen besonders als Einzelpersonen von den Deutschen vorab entgegengebracht wird .
Deutsche , die es fertigbringen , die nen von Schweden im allgemeinen schriebenen Eigenschaften - siehe oben ! - zurücktreten zu lassen , gewinnen bei sen schnell Sympathien - sie werden eben als Ausnahmen bestaunt . Umgekehrt : wenn Deutsche Anzeichen von sung , Schulmeistertum und rei ( besserzvisser ist im Schwedischen ein dem Deutschen direkt entlehntes wort ! ) erkennen lassen , verfallen sie fort dem Verdikt : typisch unangenehmer Deutscher ! Diesen Klischees begegnet man in Schweden immer wieder , und nicht selten wird dabei ein Popanz baut , der bei näherer Kontrolle in sich sammenfällt , aber : der Popanz ist nächst einmal da ! Dazu ein Beispiel aus jüngster Zeit .
Vermutlich aus Enttäuschung darüber , daß bei der Fußballeuropameisterschaft 1992 Schweden gegen Deutschland im Halbfinale ausgeschieden ist , macht ein sich zur seriösen Tagespresse des Blatt wie Sydsvenska Dagbladet ( 26 . 6 . 92 ) vor dem Endspiel Deutschland gegen Dänemark unverhüllt Stimmung gegen die Deutschen : Hauptaufmacher des Tages auf S . AI ist die Schlagzeile „ Danmarks sak är vàr ! [ Dänemarks legenheiten sind unsere eigenen ! ] " - jeder Schwede versteht sofort , daß damit auf die Parole „ Finlands sak är vâr ! " spielt wird , mit der 1939 schwedische Freiwillige für den finnisch - sowjetischen Winterkrieg angeworben wurden ! Der reißerische Artikel unter der Schlagzeile wird mit dem an den Bundestrainer Vogts gerichteten Vorwurf eröffnet , er habe auf einer Pressekonferenz Nonchalance und Arroganz gezeigt . Folgt man dem Hinweis auf den Sportteil ( S . Cll ) , so findet man dort in der Überschrift des den Artikels den Vorwurf der Arroganz wiederholt . Hat man sich daraufhin seine
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NORDEUROPA
foruB !

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