der Strukturen und neu geschaffener mien mit Zurückhaltung behandelt . Als ben dem von Regierungsseite im März 1992 gegründeten Ostseerat bestehendes Gremium , will es die renz vermeiden , zu stärkerer Bürokratisie - rung und Schwerfälligkeit im dungsapparat beizutragen . Die Aufgabe soll vielmehr darin bestehen , vorhandene Strukturen auszubauen und effektiver zu nutzen , und mit der jährlich im Turnus stattfindenden Konferenz ein Forum für länder - und parteiübergreifende kation zu schaffen . Zweifel sind aber an der Durchführbarkeit dieser lobenswerten sätze durchaus angebracht , denn sowohl das Konsensprinzip , als auch die große Zahl von Teilnehmern und nen und die momentan noch sehr renden Interessen sprechen gegen eine entscheidungsfreudige keit . 
TAGUNG : 
Deutsche Gefahr ? 
Besteht Grund , ein starkes Groß - deutschland in der Mitte Europas zu fürchten ? Oder sollte uns statt sen die Aussicht beunruhigen , daß ein finanziell krisengeschütteltes Deutschland allzu schwach werden könnte ? Und welche Verantwortung für die Sicherheit und das Wohl des neuen Europa trägt der Norden ? 
Maria Falk 
Auf einem vom finnischen schen Institut organisierten Seminar wurde im Frühjahr „ die deutsche Frage " aus einer nordischen Perspektive diskutiert . Ganz oben auf der Tagesordnung standen aber die Fragen und Befürchtungen sichtlich Deutschlands neuer Rolle in pa als Ganzem . 
Solange die Deutschen keine völlige veränität besaßen , sahen sie gerne , daß die übrigen Westeuropäer Macht auf die meinsamen europäischen Institutionen in Brüssel übertrugen . Heute will Deutschland die zurückgewonnene Souveränität nicht 
aus der Hand geben : gerne eine sche Währung , aber nur unter deutscher Kontrolle , und am liebsten unter der zeichnung D - Mark . 
Diese pessimistische Einschätzung züglich des deutschen Willens , die sche Zusammenarbeit zu vertiefen , äußerte der an der Universität in Tampere tätige deutsche Politologe Burkhard Auffermann . Laut Auffermann sind die essen der übrigen Europäer unvereinbar mit dem deutschen recht . Er wies auf das „ unrealistische verständnis " der Deutschen und auf den nie wirklich erfolgten Bruch mit deutschem Obrigkeitsdenken hin . 
Auf eine solche Sichtweise kann man überall in Europa treffen . Die meisten nehmer des Seminars außerhalb Helsinkis waren allerdings der Meinung , daß sich diese Auffassung vor allem auf Vorurteile und mangelnde Kenntnis des Deutschlands gründen , das sich nach dem Zweiten krieg entwickelt hat . Laut Ingo Peters von der Freien Universität Berlin gibt es keinen Grund , das neuentstandene Deutschland zu fürchten . „ Fortschreitende Multilaterali - sierung " sei die wichtigste Komponente deutscher Außenpolitik : Weder könne noch wolle Deutschland außerhalb von EG , NATO , KSZE und anderen multilateralen Institutionen agieren . 
Auch wenn die Grundsätze der schen Politik beibehalten werden , hat die Vereinigung andere Länder in scher Hinsicht zum Umdenken gezwungen . Das gilt nicht zuletzt für die nordischen Länder . 
Der Leiter des finnischen schen Instituts , Tapani Vaahtoranta , hatte bereits in der Begrüßungsansprache das Neue der Situation betont : Vor einigen ren wäre ein solches Seminar in Finnland undenkbar gewesen , da Deutschland dort nicht als wichtig betrachtet wurde . 
In der Zwischenzeit haben die Finnen ihre neue Unabhängigkeit gegenüber Rußland demonstriert , unter anderem durch ihren Antrag auf EG - Mitgliedschaft und durch die Bestellung von zeugen in den USA . Und Deutschland ist Finnlands wichtigster Handelspartner worden . 
Auch Norwegen hatte bis vor kurzem ein etwas gestörtes Verhältnis zu Deutschland . Nicht vor Anfang des Jahres 1989 konnte man in Oslo eine deutsche Teilnahme an NATO - Manövern auf norwegischem Gebiet 
akzeptieren . Jetzt sind die Beziehungen nicht nur normal , sondern „ herzlich und sehr nahe " , wie es Arne Olav Brundtland ausdrückte . Zwei Schreckensszenarien nannte er , beide seien jedoch äußerst wahrscheinlich : 1 ) eine militärische selbständigung Deutschlands und 2 ) Chaos aufgrund eines wirtschaftlichen und len Kollaps , was wiederum zu einem mokratischen System und Militarisierung führen könnte . 
Darüber , daß Deutschland heute misch und sozial geschwächt ist , gibt es keinen Zweifel . Die ausgedehnten Streiks im Frühjahr zeugen von zunehmender zialer Unruhe . Gleichzeitig wird die D - Mark durch die hohen Kosten der gung geschwächt . Das Haushaltsdefizit nimmt weiter zu , das Wirtschaftswachstum geht zurück und die Inflationsrate ist höher als in den meisten anderen dern . 
Diese sollten aber nicht fürchten , in die deutsche Krise hineingezogen zu werden , sondern statt dessen die relative Schwäche Deutschlands nutzen , meinten einige der deutschen Teilnehmer . 
Wolfgang Kleinwächter aus Leipzig warnte die west - und nordeuropäischen staaten , den Aufbau der osteuropäischen Länder nicht zu verschlafen . Wenn diese Länder in fünf bis zehn Jahren lich langsam auf die Beine kämen , werde es von großer Bedeutung sein , wer beim deraufbau geholfen habe - nur land oder auch andere westliche Länder ? Solle Deutschland volle Kontrolle über europa gewinnen ? 
Laut Kleinwächter muß der bau Osteuropas im Westen ein Umdenken erzwingen . Jetzt gilt es nicht Überschüsse , sondern Unterschüsse zu verteilen . Das Erbe der kommunistischen Planwirtschaften anzunehmen , kostet Geld . 
Sind die Westeuropäer zu solchem neuen Denken bereit ? Die Zeitschrift 'Der Spiegel' hat das Deutschland des Jahres 1992 als " Republik der Egoisten " beschrieben . leicht ist der Egoismus der Deutschen , und unser eigener , die größte Gefahr für das neue Europa . 
Maria Falk ist Mitarbeiterin des schwedischen Außenpolitischen Instituts in Stockholm . 
Übersetzt von Norbert Götz . 
NORDEUROPA 
fortini 
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