Wendejahr 1947 war , zeigte die finnische Reaktion auf den Marshall - Plan . Noch vor die Weisung der Kontrollkommission einging , die amerikanische Einladung lehnen , hatte die Regierung in Helsinki reits von sich aus eine höchst reservierte Antwort verfaßt . Die Ratifizierung des densvertrages mit Finnland im September 1947 , der den Abzug der sion beinhaltete , erfolgte daher ohne bleme . Und als Stalin Anfang 1948 dent Juho Kusta Paasikivi den Abschluß eines Militärabkommens nach dem Muster der sowjetischen Knebelverträge mit den Staaten Ostmittel - und Südosteuropas schlug , rückte er aufgrund der negativen Reaktion Finnlands davon bereitwillig der ab . Er erklärte sich einverstanden , dessen auf der Grundlage eines finnischen Entwurfes über einen „ Vertrag über Freundschaft , Zusammenarbeit und seitigen Beistand " zu verhandeln . In sem Vertrag vom 6 . April 1948 wurde erfolgreich Sicherheit gegen System - und Souveränitätserhalt gehandelt . Zentraler Punkt war , daß bei einem deutschen griff auf Finnland oder über finnisches biet hinweg auf die Sowjetunion diese an ihren Nachbarn „ im Bedarfsfall che Hilfe [ leistet ] , über deren Gewährung die Vertragsparteien sich untereinander vereinbaren " ( § 1 ) . Der Vertrag enthielt also keine allgemeine tung sowie keine allgemeine sche Konsultationsklausel , wie die schen Verträge mit den Volksdemokratien . Damit waren die Grundlagen für die jetisch - finnischen Beziehungen der menden vierzig Jahre gelegt . 
Krasse Ausnahme oder im Rahmen bleibender Sonderfall ? 
Eine Bilanz der sowjetischen tik nach den beiden Kriegen von 1939 - 1940 und 1941 - 1944 ergibt , daß aus Moskauer Sicht einiges gegen die Sowjetisierungsopti - on , vieles aber für die Neutralisierungsvari - ante sprach . Die fehlende sowjetische penpräsenz , der beschränkte Einfluß der sowjetisch dominierten Kontrollkommission , das eklatante Versagen der Führung der nischen KP , die wenn nicht sowjetfeindliche , so doch klar sowjetisierungsfeindliche stellung der großen Mehrheit der Finnen , die noch immer beträchliche Kampfkraft der finnischen Rest - Armee und schließlich die im 
52 
Vergleich zu Osteuropa ausgeprägte dität des politischen Systems Finnlands ten die Umsetzung der erstgenannten on nach 1944 zu einem riskanten Abenteuer werden lassen . Dies hätte die che antagonistische Kooperation mit den westlichen Siegermächten zusätzlich stet und darüberhinaus unzweifelhaft wirkungen auf die schwedische Neutralität gehabt . Denn ein Vorrücken der on an den Bottnischen Meerbusen hätte Schweden über kurz oder lang zu einer tisch - militärischen Westbindung genötigt . 
Für die Neutralisierungs - Option gen sprachen vor allem zwei gewichtige Gründe : Zum einen waren die ren militärischen Sicherheitsbedürfnisse der Sowjetunion sowohl im finnischen sen wie an der Eismeerküste bereits 1944 gestillt , Nachbesserungen aus Moskauer Sicht also nicht erforderlich . Zum anderen aber besaß die politische Elite Finnlands , zumal die im Zuge des Kriegsaustritts ans Ruder gekommene zweite Generation , nen deutlichen sowjetischen nus . Das zurückhaltende Auftreten lands als Besatzungsmacht in den sowjetischen Teilen Kareliens in den Jahren 1941 - 1944 , mehr noch die reibungslose und weitgehend vollständige Umsetzung der Waffenstillstandsbedingungen durch die finnische Regierung in extrem kurzer Zeit - ab Dezember 1944 hatte die trollkommission praktisch nichts mehr zu tun - , ließen die nichtkommunistischen Parteien Finnlands , neben den kraten vor allem die Agrarier , als ge Garanten einer Sicherheitspartnerschaft erscheinen . Besonders der Führer der genannten , J . K . Paasikivi , der zwischen 1939 und 1948 mehrfach und über lange Zeiträume der Verhandlungspartner Stalins , Molotows und Schdanows war , galt in Moskau als glaubwürdiger Exponent einer finnischen Neutralitätspolitik . 
Zum Schluß sei als Versuch einer wort auf die gestellte Frage „ gescheiterte Sowjetisierung oder planmäßige sierung ? " die These aufgestellt , daß wohl beides , wenngleich zeitlich versetzt , jetisches Kalkül war . Allerdings ist die in den sowjetisch - finnischen Verhandlungen vom Herbst 1939 , im sowjetischen Angriff sowie in der Bildung einer sowjetfinnischen Marionettenregierung klar zutage tretende Sowjetisierungsstrategie zunächst litärisch - am Widerstand der finnischen mee - , dann auch diplomatisch - am 
außenpolitischen Sinneswandel Hitlers - gescheitert . Aber nach der Wende des Zweiten Weltkriegs 1943 fand keine kehr zu dieser Strategie statt ; vielmehr hat die sowjetische Finnlandpolitik von nun an Kurs auf eine Neutralisierung genommen . Daß dieser von den äußeren Umständen - Haltung der Westalliierten , militärpolitische Lage in Finnland - mitbestimmt wurde , versteht sich dabei von selbst ; doch delte es sich durchaus um eine zielstrebig verfolgte politische Linie , also nicht lich um eine temporäre Option , die sten der Sowjetisierungsvariante ben man jederzeit bereit gewesen wäre . Diese Linie ist dann selbst in der Phase heblich vergrößerter sowjetischer flußmöglichkeiten auf Finnland , also in den Jahren der Kontrollkommission , nicht mehr in Frage gestellt worden . Und sie blieb auch über das kritische Jahr des plans und der Kominformgründung hinaus gültig , wie Stalins Kompromißbereitschaft bei der Formulierung des sowjetisch - schen Vertrages von 1948 deutlich machte . Die „ Paasikivi - Kekkonen - Linie " einer wohl die Interessen der Sowjetunion wie diejenigen Schwedens berücksichtigenden Neutralitätspolitik kam dem Sekuritätsbe - darf der neuen Großmacht im Osten also mehr entgegen als der unkoordinierte tionismus der finnischen Kommunisten . Im Rahmen des offensiven tes , wie es die Sowjetunion praktisch seit ihrer Existenz verfolgt hat , stellte Finnland also zwar in der Tat einen Sonderfall , aber keineswegs eine Ausnahme von der Regel dar . 
Dr . Stefan Troebst ist Historiker in Berlin und beschäftigt sich mit der Geschichte und geschichte Südost - und Nordosteuropas . Er ist derzeit Stipendiat der Deutschen gemeinschaft . 
NORDEUROPA 
form»
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.