REISEFÜHRER NORWEGEN :
Perlen und Peinlichkeiten
Unter der deutschsprachigen Reiseliteratur zu Norwegen gibt es eine ganze Reihe empfehlenswerter Bände . Teilweise treibt einem das , was man da liest , aber auch den Schweiß auf die Stirn , oder es stellt sich ein Runzeln derselben ein .
Till Behrend
Man weiß nicht , soll man lachen , soll man weinen : „ Der Lappe ist klein , untersetzt , kurzbeinig , dunkelhaarig , liebt bunte Farben und hafte Ornamentik , hat kein sonderliches Verhältnis zur Staatsausbildung und tik [ . . . ] . Der Lappe ist pfiffig und lebhaft , wenn es darauf ankommt auch sehr schäftstüchtig " .
So geschrieben von Katharina mann - Lange in ihrem Führer über gen . Die deutschsprachige Reiseliteratur ist reich an Kuriositäten und unfreiwilliger Komik , doch das Porträt des Lappen als munterem Fjell - Kobold scheint in dieser Hinsicht doch konkurrenzlos . Kunzmann - Langes Norwegen - Band , der hier in der 12 . Auflage vorliegt , bedarf dringend der redaktionellen Überarbeitung !
Überliest man nämlich derartige chronismen , erweist sich der Band als senswert und informativ . Der knappen landeskundlichen Einführung folgt eine Beschreibung der wichtigsten Routen ( d . h . hier : Straßen ) samt Sehenswürdigkeiten . Dem Auto - Touristen ist damit ein bares und preiswertes ( 19 , 80 DM ) mittel an die Hand gegeben .
Der moderne Tourist will allerdings meist mehr , als das Land und seine schichte an Hand seiner ten kennenzulernen . Reinhold Deys wegen - Band versucht eine umfassendere Darstellung . Er folgt nicht den ten ( Hinweise dazu gibt er im Anhang ) , sondern nähert sich dem Land über schiedene Themen . Dey und seine
chen Koautoren sind dabei um eine nalistische Darstellungsweise bemüht , die allerdings zum Teil geschwätzig wirkt , und in Peinlichkeit umschlägt , wenn ein kel über eine alte Saga spekulativ mit „ . . . ein Porno aus uralten Zeiten . . . " telt wird . Das ist keine flotte Schreibe , das ist nur dämlich ! Ansonsten informiert der reich bebilderte Band durchaus umfassend über die verschiedenen Aspekte des bens in Norwegen wie Geschichte , Kultur , Sport etc .
Trollstigen
Um Hintergrundwissen ging es auch Gerhard Austrup und Ulrich Quack in ihrem Band , der in der Beck'schen Reihe „ Aktuelle Länderkunden " erschienen ist . Die zweieinhalb Seiten mit praktischen Reisehinweisen kann man getrost sen . Die landeskundliche Darstellung Norwegens hingegen ist sehr lesenswert . Austrup und Quack verzichten auf sche Mätzchen und belästigen den Leser auch nicht mit Mitteilungen über ihre gene Norwegenbegeisterung . Sachlich und
informativ berichten sie über Geschichte , Politik , Wirtschaft und Kultur des Landes , denen jeweils mehrere Kapitel gewidmet sind . Es bleibt zu hoffen , daß der Verlag gelegentlich aktualisierte Auflagen des preiswerten Taschenbuchs ( 18 , 80 DM ) , das auf Illustrationen weitgehend tet , herausgibt . Anschaffung empfohlen !
Nicht immer aktuell ist Heinz Barüske in seinem Kunst - und Reiseführer . Warum er bei seiner Darstellung des schen Erwerbslebens etwa auf terial von 1970 zurückgreift , bleibt haft . Doch dies ist nur ein geringer Einwand gegen Barüske . Das Buch ist kenntnisreich und sachlich geschrieben und informiert umfassend .
Einer guten landeskundlichen und storischen Einführung folgt eine lung der Bildenden Künste und tur , die besonders hervorzuheben ist . Wer sich etwa für Stabkirchen interessiert , det hier , was er sucht . Zahlreiche dungen und Grundrisse illustrieren und vervollständigen den Text . Es folgen führungen in die Literatur und die Musik des Landes .
Der zweite Teil des Buches porträtiert die wichtigsten Städte und einige routen . Auch hier liegt das merk auf dem Historischen und den sten . Die praktischen Hinweise im dritten Teil sind nicht immer aktuell , auf sie hätte man wohl auch verzichten können .
Barüskes Band wendet sich an die sischen Bildungsreisenden mit der großen Neugier auf Geschichte und Kultur . Eine empfehlenswerte , wenn auch teure ( 68 , - DM ) Anschaffung .
Einen weiteren interessanten Ansatz verfolgt Ewald Gläßer : In seinem Band nähert er sich dem Land über eine turräumliche und kulturgeschichtliche schreibung der norwegischen ten . Eine Einführung „ Norwegen im Überblick " versucht , den menhang herzustellen .
Dies gelingt nur zum Teil : Während die getrennte naturräumliche Darstellung der Regionen einsichtig ist , fehlt in der lung der Kulturgeschichte des öfteren der große Bogen . Die Darstellung bleibt mentarisch , wenn etwa Henrik Ibsen nur unter „ Geschichtliche Einführung " , unter seinem Geburtsort Skien sowie unter „ Gud - brandstal " , der Heimat Peer Gynts , führt wird . Der kulturhistorisch interessierte Leser ist besser bei Barüske aufgehoben .
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NORDEUROPA
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