die Fähigkeit zu fühlen . Der Film bezeugt Achtung . Statt die Schicksale der lichkeit preiszugeben , dokumentiert er und überläßt dem Zuschauer das Urteil . Bengts scheint die Tracy Chapman des Films zu sein . Ihr nächstes Projekt handelt von nophobie , was zur Zeit vielen die Zunge verbrennt .
Härlig är jorden
Der schwedische Regisseur Roy Anders - son dagegen entschied sich in seinem turefilm „ World of Glory " ( Härlig är den ) , der auch in Oberhausen gezeigt wurde , für eine ganz andere Lesart der genwärtigen Gesellschaft . Sein Thema ist der moderne Mensch an sich . Ein nymus , dessen Geburtsstunde mit einem Gastrauma zusammenfällt , das die Opfer zermarterte , aber die übrigen unbetroffen zuschauen ließ . Die gegenwärtige Welt , eine große Lebenslüge , bestehend aus Auto , Job und - nicht zuletzt bedingt durch die unbewältigte Geburtsstunde - aus eisiger Gefühlskälte . Den schen Trägern des Systems wird ein mutszeugnis ausgestellt , nackt und nungslos , wie buchstäblich die einstigen Opfer des Herrenmenschentums , gestehen sie sich das universale Versagen ihrer Zivilisation dennoch nicht ein .
Daß der provokante Film ins Schwarze traf , bestätigte gewissermaßen eine sche Dokumentation von Jon Micke „ My Favorite Thing " ( Min Favorit Ting ) . Otto Normalverbraucher sollte etwas , was ihm lieb und teuer war , mit ins Filmstudio bringen und den Zuschauern vorstellen . Was früher ein Talisman , ein onsring oder ein alter Teddybär gewesen sein mochte , wurde abgelöst von der TV - Fernbedienung , einer Bierflasche oder der Kreditkarte . Entindividualisierung auf ganzer Linie , Roy Anderssons Parodie wirkt angesichts dessen so wenig ben .
Die Krise und Ratlosigkeit der ehemals kulturell und politisch zerschnittenen Welten wurde auf diesem Festival von len Perspektiven aus ins Visier genommen und mehr oder weniger ans Licht gezerrt . Der Austausch unter den Künstlern mit ihren allzu verschiedenen Erfahrungen mag zumindest einen fruchtbaren sionsprozeß in Gang gesetzt haben , wo ner vom anderen lernen konnte . ■
östlichen Filmemacher , die sich der chen Konkurrenz stellen müssen , ein blem . Koproduktionen zwischen Ost und West lassen diesbezüglich einiges erhoffen .
Der estnische Regisseur und Leiter des „ Parnu Visual Anthropology Festival " , Marc Sosaar , baut schon seit 1987 auf ternationale Zusammenarbeit . Sein Film „ State Eider " ( „ Riligivanem " ) bot ein schauliches Resultat . Der Zuschauer wird sehr schnell in den Strudel der Geschichte Estlands gesogen . Ausgehend vom Schick -
Nation . Regelrechte Schimpfkanonaden und Lobeshymnen füllten die finnischen Gazetten . Auch Festivalbesucher waren teilter Meinung . Der eigentliche Zündstoff des Filmes war wohl die Zerstörung eines Mythos : Das fleißige , reiche und glückliche Finnland entpuppte sich in Bengts Film als Rabenmutter . Das Ferientraumziel des dens erbleicht im Angesicht des Alltags der Ungekannten und Übergangenen . Bengts vermag es , die Türen der ländlichen pherie zu öffnen .
sal des ersten estnischen Präsidenten stantin Päts entspannt sich ein ches Szenario , das die ganze Tragödie des kleinen Staates bloßlegt . Päts , ein ker mit Vertrauen und Kampfgeist für den 1917 gegründeten Staat , muß 1944 den Anschluß an Sowjetrußland nen . Sein Ende war die Psychiatrie . Viel Archivmaterial , Interviews und kommentare wurden geschickt mengesetzt . Bis zum Schluß bewahrte der Film seine Spannung .
Riksväg Átta
Daß auch Schicksale der kleinen Leute nicht auf einer langweiligen persönlichen Ebene bleiben müssen , bewiesen der in Deutschland längst berühmte Film „ Komm in den Garten " von Jochen Wisotzki und Heinz Brinkmann sowie „ Highway 8 " ( Riksväg Ätta ) von Ulrika Bengts . Nichts Spektakuläres brachte den Film der schen Filmemacherin zum Schwingen , und doch spaltete er gleich die ganze finnische
Riksväg Atta
Auf dem Highway 8 , der von Süden nach Norden durch das Gebiet der schwedisch sprechenden Minderheit in Finnland führt , macht eine Autofahrerin Stippvisiten lang der Straße . Sie kehrt ein bei Bauern , die die Überproduktionspolitik der rung zu Hörigen der Banken gemacht hat , folgt dem schlafwandlerischen Gang einer alten Frau durch starren Eiswald hinaus zur schneebedeckten Küste Finnlands . Sie trifft auf eine Lehrerin , die dort oben die Welt verbessern wollte und sich schließlich gniert in die Malerei vergrub . Eine andere hatte den Kampf als zugereiste finnisch sprechende Ehefrau durch Anpassung bitter gewonnen . Ein weltenbummlerischer fahrer , ein Amateurtheaterspieler , ein Künstler , der keiner ist , aber glücklich ner Einbildung frönt . Durch den inneren Monolog der Reisenden werden die Figuren kommentiert . Figuren , die in Städten nicht leben können . Stille Charaktere - alles dere als repräsentativ für eine sellschaft . Ein Film , der zunächst wie jektive Schwarzmalerei wirkt , entschleiert langsam eine Fähigkeit der Unerkannten :
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