Der nordische Film boomt 
Der Nordische Fonds für Film und Fernsehen hatte einen fliegenden Start . Es entstanden mit Unterstützung dieses Fonds 1990 und 1991 , in den ersten beiden Jahren , insgesamt 81 abendfüllende Spielfilme , Dokumentär - und Kurzfilme sowie Fernsehproduktionen in tion . Die nordischen Fonds , die zur Beteiligung an Filmen und anderen audiovisuellen fungen zur Verfügung stehen , betragen bis 1995 rund 45 Mio . DKK ( etwa 12 Mio . DM ) . Der Nordische Fonds für Film und Fernsehen indes mißt seine Beteiligung auf andere Art , wie durch die Zahl der Filme insgesamt oder pro Land . 
Die Produktionen haben Zugang auch zu anderen Quellen , wie privaten Filmgesellschaften , nationalen Filminstituten oder die öffentlich - rechtlichen Fernsehgesellschaften der Länder . um machen die Gelder des Fonds nur etwa ein Viertel des finanziellen Gesamtvolumens scher Koproduktionen aus . 
Während des Einleitungszeitraums vom Juli 1990 bis Dezember 1991 nutzten Schweden und Dänemark mit 28 und 18 koproduzierten Filmen die Möglichkeiten der Filmfonds am stärksten . Finnland war an 15 Filmen beteiligt , Norwegen - wie auch Island - an zehn . „ Die Isländer sind kreativ , unabhängig davon , wie wir ihre Teilnahme messen " , sagte Bengt Forslund , Direktor des Filmfonds , über das Volk der 250 . 000 Menschen . 
Die Koproduktionen ergaben vier nordische Spielfilme , die im offiziellen Programm des jährigen Filmfestivals von Cannes als spezieller Blick auf das nordische Kino gezeigt wurden . Aus Dänemark kam Die / ungen von St . Petri über einige dänische Schüler , die während des Zweiten Weltkriegs ihr eigenes Sabotageprogramm durchführten . Island zeigte mit Auf Erden wie im mel das Schicksal eines Bauernmädchens , das sich einem Fluch aus dem 14 . Jahrhundert setzt . Das Herz des norwegischen Kriegers bringt eine Liebesgeschichte mit dem finnischen Win - terkrieg als Hintergrund , während Haus der Engel ein Film über die Ankunft eines Nachtclubsängers und eines Transvestiten - Entertainers in einem kleinen schwedischen Dorf ist . 
Bille August - zum zweitenmal Goldene Palmen 
Der wirklich atemberaubende nordische Film in Cannes war The Good Intentions , der zwei Goldene Palmen gewann . Regisseur war Bille August aus Dänemark , das Drehbuch te von Ingmar Bergman , ausgehend vom Leben seiner Eltern . Die Goldene Palme als beste Hauptdarstellerin erhielt Perniila Östergren August für ihre Rolle als Anna Àkerblom , die Mutter von Ingmar Bergman . 
The Good Intentions wurde als Spielfilm ( 150 Minuten ) und vierteilige Fernsehserie von der schwedischen Fernsehgesellschaft SVT - 1 produziert , mit Unterstützung anderer nordischer sehgesellschaften und einer Gruppe europäischer Investoren . 
Die TV - Serie wurde während der Weihnachtstage 1991 gleichzeitig in allen fünf nordischen Ländern gezeigt . 
haben , und dadurch auch eine besondere Art , die Natur zu schildern . Dramaturgisch macht sich das in vielen Filmen bar . Schon bei schwedischen Stummfilmen fällt das ins Auge . 
1st es wichtig , im schwedischen Film pisch schwedisch zu sein , oder ist es vielleicht gar nicht interessant , typisch Schwedisches zu zeigen ? 
Sicher ist das interessant , ich glaube aber , daß ein Ausländer unvoreingenommener urteilen und die Unterschiede leichter hen kann . 
Gibt es in Schweden einen Nachwuchs , und was bedeutet Ingmar Bergman für diesen Nachwuchs ? 
Er hat sicher eine sehr große Bedeutung , auch eine negative , da er eine so große Kapazität ist ; er schreibt seine eigenen Drehbücher und ist dann auch Regisseur . Das kann nicht jeder Filmemacher , wohl es alle tun möchten . Manche chen es und es geht schief . Es kann also zu einem Komplex werden , zum „ Berg - man - Syndrom " . Künstlerisch hat er lich einen großen Einfluß gehabt . dischen Nachwuchs gibt es schon . z . B . wurden Anders Grönros und Clas berg kürzlich mit dem Preis des schen Filminstituts „ Guldbaggen " lohnt . Dann haben wir Colin Nutley , der zwar nicht Schwede ist , aber schwedische Filme macht und in Schweden tätig ist . 
Gibt es - noch schwedische Schauspieler und Regisseure , die in anderen Ländern gut bekannt sind ? 
Ja , z . B . Max von Sydow ( „ Utvandrarna " ) , Erland Josephson ( in vielen Bergman - Fil - men ) , Ingrid Bergman ( „ Casablanca " ) . Heute sind immer noch die alten Bergman - Schauspieler bekannt . Dann haben wir auch Lena Olin ( „ Varats olidliga lätthet " ) , die eine Weltberühmtheit ist . Der mann Sven Nykvist ist auch ganz berühmt . Die Agentenfilme , die in Schweden gedreht worden sind , nach Vorlagen von Romanen Jan Guillous , sind auch mit deutschen produzenten gemacht worden , mit Stellan Skarsgârd , der auch in Deutschland kannt ist , u . a . durch den Film „ Guten Abend , Herr Wallenberg " . Im Februar hatte der Regisseur Jan Troell einen großen folg beim Berliner Festival mit seinem Film 
„ II Capitano " . Er hat dort einen silbernen Bären bekommen . Andere hervorragende Schauspieler sind z . B . Gunilla Röör ( in zanne Ostens „ Schutzengel " ) , Peter mare ( in Allan Edwalls „ Mälarpirater " ) . Was das technische Personal betrifft , sind wir Weltklasse . Die schwedischen leute sind hervorragend . Filmkomponisten gibt es auch einige : Björn Isfält , Ragnar Grippe , Stefan Nilsonn . 
Meinen Sie , daß es sich bemerkbar chen wird , daß Kjell Grede Direktor des Dramatischen Instituts geworden ist ? 
Er wird das Schreiben von Drehbüchern besonders fördern . Drehbuchautoren sind heute Mangelware . Es ist wichtig , daß 
man einen Kader von Drehbuchautoren schafft , der dann mit Regisseuren tätig sein kann , damit der Regisseur nicht wendigerweise auch das Drehbuch schreibt . 
Häufig ist die Rede von einer rung der nationalen Filmproduktion . hen Sie das als Gefahr für den schen Film ? 
Es kommt vor , daß man bei nen Filme auf Englisch macht , mit spielern aus verschiedenen europäischen Ländern , und dann mangelt es dem Film irgendwie an Identität - er wird zu einem EG - Brei - und das ist eine Gefahr . Aber die EG hat ja Fonds , an die man sich 
NORDEUROPA 
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