DEUTSCHES FERNSEHEN :
Nordeuropa - Fehlanzeige
Spätestens das „ Nein " der Dänen zu Europa und die Fußball - Europameisterschaft brachten es an den Tag : Deutsche sehjournalisten wissen von den nördlichen Nachbarn so gut wie gar nichts . Und wer sich durch das Deutsche Fernsehen über Nordeuropa informieren will , muß geduldig auf die wenigen Sendungen warten , die im Jahr gezeigt werden .
Michael Engelbrecht
Die deutsche Fernsehlandschaft gliedert sich bekanntlich in die öffentlich - rechtlichen und die privaten Fernsehanstalten . Die privaten Anbieter können in einem Satz delt werden . Bis auf Spielshows , in denen ab und zu Kandidaten banale Fragen zu Skandinavien beantworten müssen , um eine Reise in den Norden zu gewinnen ( Ein Tag wie kein anderer / RTL plus ) , det Nordeuropa nicht statt . Also bleiben dem Interessierten nur die rechtlichen Anbieter .
Die ARD ist ein Zusammenschluß von Rundfunkanstalten , in denen die einzelnen Sender bestimmte Aufgaben wahrnehmen . Für Nordeuropa ist der Norddeutsche Rundfunk zuständig . Neben einem spondenten in den skandinavischen dern beschäftigen sich einige Redakteure im Landesfunkhaus Kiel mit Themen aus Skandinavien . Aus ihren kurzen Beiträgen entsteht vor allem der „ Ostseereport " . se Sendung , die nur von Nichtfachleuten gemacht wird , die Skandinavien zu ihrem Hobby erkoren haben , ist nur im 3 . gramm der Nord - Kette zu empfangen , lerdings auch hier nur teilweise . Die ner Zuschauer empfangen zur gleichen Sendezeit eine regionale Alternative . Der „ Ostseereport " bietet ein buntes surium aus Kultur , Politik , und Wirtschaft und regelmäßig auch Reisetips . Dafür , daß er von Hobby - Skandinavisten gemacht
wird , zeigt er eine hohe Sensibilität genüber nordeuropäischen Phänomenen . Als Beispiel ist ein Beitrag über die Samen erwähnenswert , der sich nicht mit ristischem aufhielt , sondern die tik der Unterdrückung dieses Volkes in Norwegen und Schweden aufzeigte . Der „ Ostseereport " war es auch , der als erster über die ökologischen Probleme des äußersten Nordens berichtete . Man fragt sich , warum der „ Ostseereport " im satz zu anderen Sendungen über sche Nachbarländer nicht im 1 . Programm gesendet wird .
Allerdings gibt es in der ARD auch duktionen über den Norden , die nicht vom NDR stammen . Ein gutes Beispiel für diese , meist Klischees und heiten präsentierenden Sendungen war ein Bericht über die Insel Gotland vom Bayerischen Rundfunk . Hier wurden dem Zuschauer festlandschwedische nen als typisch gotländisch verkauft , gotländische Traditionen aber einfach giert . Hintergründe waren leider nicht zu erfahren . Bei solchen Sendungen ist zu fragen , ob die Produzenten nicht endlich gezwungen werden sollten , Fachleute zu Rate zu ziehen oder aber sich selbst ser zu informieren , wie dies die Macher des „ Ostseereports " seit längerem tun .
Beim ZDF sind ebenfalls ein spondent und das Landesstudio in Kiel für Nordeuropa zuständig . Auch hier sind
es keine Skandinavienfachleute , die den Zuschauer informieren . Als der derzeitige Korrespondent sein Amt antrat , mußte er sich erst in die Thematiken einarbeiten . Erschwerend kommt hinzu , daß alle in Kiel und über Nordeuropa produzierten Sendungen des ZDF in Konkurrenz zu Produktionen aus aller Welt stehen . Wie stark diese Konkurrenz ist , und welche Bedeutung man Skandinavien bei diesem Sender zumißt , läßt sich dann unter rem im Auslandsjournal erkennen . dinavien hat dort nur äußerst selten Platz . Es entsteht der Eindruck , als handele es sich bei Skandinavien um einen Teil der Welt ohne Probleme . Zudem vertritt man beim ZDF die Meinung , daß Probleme für deutsche Zuschauer nur dann interessant sind , wenn sie einen direkten Bezug zu Deutschland haben . Nur so ist auch zu verstehen , daß das Baltikum in letzter Zeit häufiger thematisiert wurde . Wie nig man sich um das Aufzeigen stiger Entwicklungen bemüht , zeigte die Berichterstattung zum dänischen EG - Nein , das wie vom Himmel gefallen sentiert wurde .
Was übrigens für alle Sendungen und Berichte über den Norden gilt , ist die tont falsche Aussprache von Namen und Orten , siehe die Fußball - schaft . Die Ausnahme bildet hier Udo Biss vom „ Ostseereport " .
Wenn man die Berichterstattung von ARD und ZDF zu Skandinavien ziert , stellt man fest , daß der Zuschauer hier keinesfalls in der ersten Reihe sitzt . Diesen Platz nehmen nur die Bewohner im Norden ein , die direkt oder über Kabel das dänische Fernsehen empfangen . Die Post allerdings , in Zusammenarbeit mit der Unabhängigen Rundfunkanstalt Schleswig - Holstein , versucht , auch dies einzudämmen . So ist im Kieler Kabelnetz seit geraumer Zeit das zweite dänische Programm ausgespeist und durch einen türkischsprachigen Sender ersetzt den . Ein neuer Platz für TV 2 ist noch nicht gefunden worden , denn ( so der Sprecher der Oberpostdirektion Kiel / lekom ) : „ Dafür müssen erst teure Geräte gekauft werden . "
Trotzdem müssen die Zuschauer in Deutschland ja nicht völlig ohne navische Sendungen auskommen , die me Ingmar Bergmans werden schließlich jährlich , allerdings ohne Zweikanalton , wiederholt . ■
NORDEUROPA
fortini
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